FAZE To Face – mit Prins Thomas

Foto: Louisroth

Full-Pupp-Gründer Prins Thomas zählt seit vielen Jahren zu den einflussreichsten Electronic-Künstlern Skandinaviens. Der Norweger, der in seinen Produktionen Jazz, Rock und elektronische Musik kombiniert, steht für seinen unverkennbaren „Space Disco“-Sound, den er auf zahlreichen Solo-Veröffentlichungen (u.a. auf Kompakt) oder im Duett mit Hans-Peter Lindstrøm zum Ausdruck bringt. Wir haben ihn mit Fragen gelöchert.

Deine meistgespielte Platte?
Zu Hause: „Secret Story“ von Pat Metheny oder „Pet Sounds“ von The Beach Boys.
Im Club wohl der Patrick-Cowley-Megamix von Donna Summers „I Feel Love“.

Ein Track, der dein Leben verändert hat?
„The Adventures of Grandmaster Flash on the Wheels of Steel“ – 1984 gehört, und danach war nichts mehr wie zuvor.

Dein schlimmster Gig?
Da Maria auf Bali – enough said. An Silvester hat mich außerdem mal ein Gast k.o. geschlagen, weil ihm meine Musik nicht gefiel. Aber der Gig in Bali war der, bei dem man den Glauben an die Menschheit verliert.

Ein Gerät, das du niemals verkaufen würdest?
Meinen Juno-106 oder den Roland SH-101. Für echte Gear-Nerds vielleicht nichts Besonderes, aber ich habe die meisten meiner Tracks auf geliehenem, defektem oder Freeware-Equipment produziert. Als ich diese beiden endlich besaß, wusste ich: Die bleiben für immer.

Eine Eigenschaft, die Menschen an dir lieben?
Meinen Musikgeschmack.

Eine Eigenschaft, die Menschen an dir hassen?
Meinen Musikgeschmack.

Etwas, das dich zum Lachen bringt?
„Last Week Tonight“ mit John Oliver, Carl Hiaasens „Tourist Season“ und Bücher von John Irving.

Etwas, das dich zum Weinen bringt?
The Carpenters, Bacharach & Costellos „Painted from Memory“, zuletzt Elvira Nicolaisens „(Every Day I’m) Born Again“.

Wovor hast du Angst?
Abgesehen von den offensichtlichen Dingen wie Tod in der Familie oder einem Weltkrieg? Meistens davor, dass ich vergessen habe, den Herd auszuschalten oder das Studio abzuschließen.

Ein klassischer freier Tag?
Kaffee, Zeitung lesen, ganze Alben hören – Friedrich Gulda spielt Mozart oder John Abercrombies „Timeless“. Danach Austern im EffEff oder Tatar im Kafeteria August mit Orange Wine.

Dein liebster elektronischer Artist – aller Zeiten?
Villalobos, Donato Dozzy, Shinichi Atobe, Aphex Twin oder Larry Heard – ich kann mich nicht entscheiden.

Dein liebster nicht-elektronischer Artist – aller Zeiten?
The Beach Boys, Pat Metheny oder David Bowie.

Dein Guilty Pleasure?
Silver Pozzolis „Around My Dream“.

Die Eigenschaften eines perfekten Partygasts?
Privat: gute Energie und eine Flasche Wein.
Im Club: jemand, der die ganze Reise mitgeht und andere respektiert.

Ein Ratschlag an dein jüngeres Ich?
Mach dir keine Sorgen – tu, was du willst, es wird sich schon irgendwie alles fügen.

Sport? Unterstützt du ein Team?
Nö.

Dein Spirit Animal?
Der Dachs – so nannte mich meine Mutter.

Bist du religiös?
Nein. Religion ist für mich der Ursprung des Leidens auf der Welt.

Dein Lieblingsgetränk vor, während oder nach einem Gig?
Trockener Weißwein oder Orange Wine – und danach noch einer.

Die Szene ist im Arsch, weil …
Zu viele schlechte DJs schlechte Musik für Leute spielen, die schlechte Drogen nehmen.

Die Szene ist großartig, weil …
Es immer noch leidenschaftliche DJs gibt, die großartige Musik für offene, euphorische Menschen spielen.

Wenn du nur noch eine Woche zu leben hättest …
Ich würde weitermachen wie jetzt – mit Freunden, Familie, gutem Essen, Wein und Musik.

 

Aus dem FAZEmag 165/11.2025
www.instagram.com/prinsthomas