FAZEmag-Jahrespoll 2024: Track – Konstantin Sibold und Kaf3r im Interview

FAZEmag-Jahrespoll 2024: Track – Konstantin Sibold und Kaf3r

Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des „Track of the Year“ im FAZEmag! Was war eure erste Reaktion, als ihr davon erfahren habt?

Konstantin Sibold: Ich hab mich gefreut, war aber auch gleichzeitig verwundert, da „Lost in Space“ eigentlich nur für den reinen Dancefloor Gebrauch gedacht war, überhaupt nicht wohnzimmertauglich und ziemlich unkonventionell ist. Zu dem Erfolg des Tracks hat sicherlich auch beigetragen, dass sehr viele DJ Kollegen wie Tiësto, Vintage Culture, Adam Beyer, Argy und Co ihn überall hoch und runter gespielt haben.

KAF3R: Ich war unglaublich glücklich, denn FAZEmag ist auch bei uns in Brasilien bekannt und eine große Referenz in der Welt der elektronischen Musik. Für mich ist das ein großer Erfolg in meiner Karriere. Ich habe es meiner Familie, meiner Freundin und meinen nächsten Freunden erzählt, die mich sehr dabei unterstützen, Musik zu machen. Auch sie waren von dem Erfolg überrascht.

Erzählt uns, wie der Track entstanden ist, von den ersten Skizzen bis zum fertigen Produkt.

KAF3R: Die erste Idee für den Track entstand vor einem Jahr. Ich war zu Hause und habe mir ein paar Inspirationen von anderen Tracks geholt, die ich hörte. Dann habe ich die Bassline des Tracks mit dem gewaltigen Break als zentrales Element kreiert und die erste Version von „Lost In Space“ gemacht. Anschließend schickte ich ihn an einige DJs, von denen ich glaubte, dass sie diesen Track spielen könnten, Konstantin war einer von ihnen. Er sagte mir dann, ich solle ihm die Stems des Tracks schicken, damit er neue Synths hinzufügen und das Arrangement verändern kann.

Konstantin Sibold: Caio schickte mir dann seine Spuren und ich hab dann die Haupt-Melodie und weitere Elemente hinzugefügt, einiges umgeändert, den Mix neu aufgebaut, neu arrangiert und gemastert. Die fertige Version habe ich dann auf der Mainstage von Tomorrowland Winter im b2b mit Kevin (De Vries) zum ersten Mal testgespielt und sie schlug ein wie eine Bombe. Nachdem Adam Beyer mir eine EP auf Drumcode zugesichert und mir dabei künstlerische Freiheit gelassen hatte, dachte ich, dass dieser Track zu Drumcode passen könnte, obwohl er nicht den typischen Drumcode Duktus hat. Caio war auch happy mit dem Endprodukt und der Labelwahl und jetzt sind wir hier 🙂

Wie kam es überhaupt zu dieser Zusammenarbeit? Wie habt ihr euch kennengelernt?

Konstantin Sibold: Ich hatte Caio Anfang 2024 bei Instagram angeschrieben, weil ich seinen unveröffentlichten Remix zu Duke Dumont „The Power“ super fand und dann sind wir in Kontakt geblieben. Er hat mir unveröffentlichte Sachen und Ideen geschickt, woraus dann „Lost In Space‘ entstand und erst später haben wir uns dann in Person in Brasilien getroffen, als ich dort eine Show hatte und wir haben sofort gevibed.

Als der Song fertiggestellt wurde, hattet ihr da ein Gefühl dafür, dass er ein großer Hit werden könnte? Ihr müsst ihn doch vor der Veröffentlichung auf Shows gespielt und die Reaktionen abgecheckt haben?

KAF3R: Nachdem der Track fertig war, war ich mir sicher, dass er ein großer Hit werden würde, ich habe es einfach in meinem Körper gespürt, denn dieser Song verursacht bei mir jedes Mal Gänsehaut, wenn er gespielt wird. Viele große DJs fingen dank der guten Kontakte von Konstantin an, Lost In Space auf der ganzen Welt zu spielen, auf den größten Festivals, vor der größten Crowd. Es entstand immer das gleiche Pulsieren und Vibrieren. Als ich den Track zum ersten Mal in meinem Club spielte, war das etwas ganz Besonderes, denn ich konnte die Energie des Songs bei jeder Person auf der Tanzfläche sehen.

Konstantin Sibold: Ich hatte die finale Version von „Lost in Space“ in der Nacht vor Kevin (De Vries) und meinem Tomorrowland Mainstage Debut fertiggestellt um sie zu spielen und als wir gemeinsam unser Set im Hotelzimmer vorbereitet haben sind wir beide vor Lachen fast vom Stuhl gefallen, als wir die finale Version zusammen gehört haben, weil der Break & Drop so übertrieben over the top waren und deswegen wieder komplett passend für die Situation haha. Der Track hat dann nach dem Set, welches gefilmt und gestreamt wurde, gut die Runde gemacht. Seitdem ist er ein zentrales „Reset“ Element im Höhepunkt meiner Sets.

Gibt es Pläne für eine weitere Zusammenarbeit?

Konstantin Sibold: Ja es gibt Pläne, da es sowohl musikalisch als auch zwischenmenschlich sehr gut passt bei uns. Hoffentlich bekommen wir dieses Jahr wieder so einen frischen und unkonventionellen Track hin, der aber trotzdem funktional bleibt. Wir sind dran.

Was steht dieses Jahr für Sie an, welche Veröffentlichungen können wir erwarten?

Konstantin Sibold: Nachdem ich 2024 mit meinem Rebuke – Along Came Polly Remix auf Afterlife, zwei Drumcode Releases, Remixe für Lost Frequencies und Vintage Culture und einer Kollabo mit Adam Sellouk auf Tomorrowland Music so viel releast habe wie nie zuvor, werde ich 2025 den Fokus auf die überfällige Release meines Tracks „Day & Night“ mit Adam Sellouk legen. Der Track hat die letzten zwei Jahre extrem viel Support von DJ Kollegen, sowie positives Feedback vom Publikum erhalten. Wir haben uns nun für ein großes breitgefächertes Label entschieden, welches sich momentan um den Clearing-Prozess, der verwendeten Kid Cudi Lyrics kümmert. Zusätzlich arbeite ich momentan an einem Remix für ANNA und Kölsch.

KAF3R: Zuerst einmal freue ich mich auf mein Debut in Europa. Ich werde im August zum ersten Mal in Deutschland in Mülheim a. d. Ruhr auftreten. Vielleicht kommt ja noch der eine oder andere Gig hinzu. Einige bereits existierende Remixe, wie „California Dreamin‘ “ von Jasmin Blust und Tube & Berger und „The Power“ von Duke Dumont werden hoffentlich veröffentlicht. Außerdem hoffe ich, dass dieses Jahr voller Energie sein wird, mit neuen Tracks, neuen Remixen und natürlich neuen Solotracks. Ich hoffe, ich sehe euch auf den Tanzflächen dieser Welt. Ich danke allen, die für Konstantin und mich gevotet haben. Der Award bedeutet mir sehr viel!

Aus dem FAZEmag 156/02.2025
Web: www.klaudiagawlas.de