Festival cancelt israelischen Berghain-Resident – trotz Palästina-Support

Das Londoner Elektronikfestival Origins hat den Auftritt des israelischen DJs Roi Perez gestrichen, der auch als Resident der Panorama Bar des Berghain bekannt ist.

Auslöser war ein Blogbeitrag der pro-palästinensischen Gruppe „Ravers for Palestine“, die Perez vorwarf, „das koloniale Narrativ eines wohlwollenden, queerfreundlichen liberalen Zionismus“ zu verkörpern.

Der Künstler gilt als fester Bestandteil des israelischen Nachtlebens und tritt international auf. Im Beitrag hieß es, Perez mache „die Apartheid wie eine Party aussehen“, obwohl er sich öffentlich für Frieden zwischen Israelis und Palästinensern sowie für LGBTQ+-Rechte engagiert habe.

Besonders kritisiert wurde eine Spendenaktion seines Berliner Kollektivs Laundrette im November 2023. Statt die Veranstaltung abzusagen, hatte Laundrette damals betont, „unseren Glauben an das Zusammenleben und unsere Hoffnung auf Frieden“ zu stärken.

Die Einnahmen gingen an drei Organisationen, darunter Standing Together, die Koexistenz und Solidarität fördern. Das Geld sollte unter anderem „Überlebenden und Evakuierten des Massakers vom 10. Juli, obdachlosen Beduinengemeinschaften, aufgrund der Siedlergewalt vertriebenen palästinensischen Gemeinschaften, queeren Arabern in Israel und Palästina“ zugutekommen.

Doch Ravers for Palestine sah darin eine Verharmlosung. „Um es klar zu sagen: ‚Frieden‘ ist in diesem Zusammenhang ein Euphemismus für die geordnete Vernichtung palästinensischen Lebens“, schrieb die Gruppe.

Jede Unterstützung für Koexistenz ohne „vollständige Entkolonialisierung“ und Rückkehrrecht sei gleichbedeutend mit der Legitimierung der Besatzung. In einem Statement erklärte Origins:

„Wir wollen keine Maßnahmen ergreifen, die diesen Kampf untergraben oder Stimmen eine Plattform bieten, die zum anhaltenden Völkermord und Israels siedlerkolonialem Projekt beitragen.“

Der Auftritt hätte im renommierten Londoner Club FOLD stattfinden sollen. Die Absage sorgte online für Empörung. Viele User verwiesen auf Perez‘ Engagement für Palästina. Ein Kommentar lautete:

„Roi ist einer der prominentesten israelischen Politiker, der sich gegen die staatliche Narrative stellt und Palästina sowie alle Aktionen gegen Israel offen unterstützt – und trotzdem versuchen Sie, ihn zu kreuzigen.“ Auch nicht-israelische Stimmen kritisierten die Entscheidung.

Quelle: The Times Of Israel

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