
Zwischen Containern, Kränen und Mövengeschrei präsentierte sich die 13. Ausgabe des Elbjazz Festivals bei schönstem Open-Air Wetter auf dem Blohm & Voss Werftgelände an diesem Wochenende im Hamburger Hafen.
Knapp 20.000 Besucher vergnügten sich an zwei Tagen mit 50 Acts an sechs Bühnen, die musikalisch von Lokalkolorit bis zu globalen Superstars alles abdeckten.
Am Freitag wusste insbesondere Megastar und Bühnenmonster Jamie Cullum mit seinem charttauglichen Piano-Jazz die Massen für sich auf der im Sonnenuntergang durchfluteten Hauptbühne zu begeistern. Auch Inkognito als Dauerinstitution des Festivals überzeugten mit einem tanzbaren Mix aus Klassikern und neuem Material. Zwei Künstler stachen jedoch besonders hervor: Daoud mit marokkanisch-französischen Wurzeln, konnte mit seinem atmosphärischen Trompetensound zwischen Hip Hop, Elektronik und Jazz in der Schiffbauhalle auf voller Bandbreite überzeugen und animierte das Publikum zudem in perfektem US-Englisch. Den Höhepunkt des ersten Tages lieferte die Londoner Formation Greentea Peng ab: Die charismatische Sängerin und beeindruckende Erscheinung bewegte sich elegant in den Genres Dub, Soul und Jazz mit einer profund, kreativ und selbstbewusst aufspielenden Begleitband – das erzeugte Gänsehaut bei vielen Besuchern. In der Elbphilharmonie brillierte Joss Stone mit ihrem Ensemble, Chilly Gonzales sollte am nächsten Tag folgen. Im Mojo Cafe an der Reeperbahn gab es mit den drei Damen von Confraria Toca hinter dem DJ-Pult zum Ausklang eine tanzbare Verlängerung mit lateinamerikanischen Klängen.

Am Samstag hatten die Grammy-prämierten Snarky Puppy mit ihrem groovenden Jazz-Funk Sound und Nubya Garcia aus London und ihrer Mischung aus Dubstep, R&B und Jazz das Publikum bestens im Griff. Überstrahlt wurden ihre Darbietungen nur vom 86-jährigen Crooner Tom Jones, der über 90 Minuten eine fantastische Show ablieferte und über die Jahrzehnte nichts an Ausstrahlung verloren hat. Im Mojo Club ging es dann in die letzte Runde: DJ Nicodemus aus New York mit Perkussionist Nappy G im Gepäck, präsentierte House in unterschiedlichen Schattierungen mit Fokus auf Latin und Percussion, hatte aber auch Tech-House von DJ Hyperactive oder 70er Funk mit War und Jamiroquai im Gepäck.
Fazit: Der Weg durch den Personenelbtunnel an den Landungsbrücken hat sich nach der Pause im letzten Jahr wieder einmal gelohnt und wir dürfen auf das Line Up 2027 gespannt sein.
Text: Carsten Becker