Four To The Floor – BOOTSHAUS MUSIC Special mit Dr Phunk, Giorgia Angiuli, Gregor Le Dahl & FEVER DREAM

WDas Kölner Bootshaus zählt längst zu den prägendsten Adressen der internationalen Clublandschaft. Mit BOOTSHAUS MUSIC haben die Verantwortlichen nun ein eigenes Label ins Leben gerufen, das weniger auf klassische Labelstrukturen als auf engen Austausch, Transparenz und nachhaltigen Artist-Aufbau setzt und dessen monatlicher Output die musikalische Vielfalt des Bootshaus-Kosmos widerspiegelt. Im Rahmen von „Four To The Floor“ stellen wir euch vier Artists des Labels vor.

Dr Phunk

Wie bist du an deinen Track für BOOTSHAUS MUSIC herangegangen?
Der Ansatz war eigentlich ziemlich naheliegend: Seit das Bootshaus sein eigenes Label gestartet hat und meine Gigs dort ohnehin immer komplett eskalieren, hat sich diese Kombination einfach perfekt angefühlt.

Wofür stehen der Club und das Label für dich?
Pure, rohe Energie. Gleichzeitig supportet Bootshaus eine enorme Bandbreite an Sounds, was ich großartig finde. Es gehört zu den wenigen Orten weltweit, an denen man sich wirklich zuhause fühlt.

Was sind deine größten Inspirationen & Einflüsse?
Meine größten Inspirationen sind Selfmade-Artists – Menschen, die ihren Weg gegangen sind, ohne ihre Vision aufzugeben. Gerade heute, wo Social-Media-Hypes dominieren, habe ich großen Respekt vor Künstlerinnen und Künstlern, die weiterhin Wert auf echtes Handwerk und Kunst legen.

Welche Charakteristika zeichnen deinen Sound aus?
Ich habe mich musikalisch nie in eine Schublade stecken lassen. Ich mache das, wonach mir ist. Als ich angefangen habe, gab es weder Tutorials noch Samplepacks. Ich musste mir alles selbst beibringen und habe Tausende Stunden investiert. Diese Hingabe und Neugierde zeichnen meinen Sound aus.

Etwas Seltsames, Lustiges oder Besonderes, das dir auf der Bühne passiert ist?
In Erinnerung bleibt mir definitiv mein erster Auftritt in Mexiko 2017: Eine Besucherin zog plötzlich ihre Unterwäsche aus und warf sie in meine Richtung. Das Teil landete direkt auf dem Mixer und musste vom Stage-Manager entfernt werden.

Ein Fun Fact über dich?
Privat bin ich eigentlich das komplette Gegenteil dessen, was viele von einem DJ erwarten würden. Ich liebe Filmabende, Freizeitparks, Videospiele und Sport, verbringe viel Zeit mit Familie und Freunden, habe seit über 15 Jahren keinen Alkohol mehr getrunken und nie Drogen genommen.

Was steht als Nächstes an?
Aktuell erfinde ich mich im Studio musikalisch neu, arbeite an viel neuer Musik und habe eine Pause von Shows eingelegt. Von vielem, was die Musikindustrie heute auszeichnet, habe ich mich bewusst abgekapselt – zu viel dreht sich um Klicks, Memes und Social-Media-Hypes.

djdrphunk.com

Giorgia Angiuli

Wie bist du an deinen Track für BOOTSHAUS MUSIC herangegangen?
„Himalayan Bounce“ ist während einer Tour durch den Himalaya entstanden. Ich habe Sitar-Sounds und ethnische Vocals verwendet, um die friedliche Atmosphäre dieser Reise einzufangen und sie mit einem schnellen, groovigen elektronischen Rhythmus zu verbinden. Der Track lebt vom Kontrast zwischen Ruhe und Dancefloor-Energie.

Wofür stehen der Club und das Label für dich?
Im Bootshaus selbst habe ich bislang noch nicht gespielt, freue mich aber sehr darauf. Gleichzeitig die erste Veröffentlichung auf dem neuen Label zu stellen, ist eine große Ehre, da die Marke weltweit für Qualität und Energie steht. Für mich verkörpert BOOTSHAUS Vision, Innovation und Verbindung innerhalb elektronischer Musikkultur.

Was sind deine größten Inspirationen & Einflüsse?
Meine größte Inspiration ziehe ich aus persönlicher Entwicklung und Lebenserfahrungen. Ich versuche, Musik mit Themen wie Heilung und Bewusstsein zu verbinden, weil Musik für mich weit mehr ist als reine Unterhaltung – sie verbindet Menschen. Gemeinsam mit Ärzten habe ich außerdem das E-Book „The Conscious DJ“ geschrieben, das Artists dabei helfen soll, mental und körperlich gesund durchs Tourleben zu kommen.

Welche Charakteristika zeichnen deinen Sound aus?
Was meinen Sound besonders macht, ist vermutlich die Mischung aus energetischen elektronischen Elementen mit organischen und spirituellen Einflüssen. Ich versuche, Positivität und emotionale Verbindung auf den Dancefloor zu bringen.

Etwas Seltsames, Lustiges oder Besonderes, das dir auf der Bühne passiert ist?
Viele Menschen sind überrascht, wenn ich in meinen Live-Sets modifizierte Kinderspielzeuge als Instrumente verwende. Das sorgt immer für eine spielerische Verbindung mit dem Publikum.

Ein Fun Fact über dich?
Privat lese ich gern Bücher über Bewusstsein, Heilung und menschliches Potenzial – viele dieser Inspirationen fließen später auch in meine Musik ein.

Was steht als Nächstes an?
Zuletzt habe ich mein eigenes Label WE HEAL gegründet, das Dance Music mit Healing und persönlicher Entwicklung kombinieren soll. Mein Ziel ist es, über Musik eine bewusste Community aufzubauen und diese Vision organisch weiterzuentwickeln.

giorgiaangiuli.com

Foto: Natalia Anna

Gregor Le Dahl

Wie bist du an deinen Track für BOOTSHAUS MUSIC herangegangen?
Als ich gehört habe, dass das Label startet, habe ich direkt angefangen, einen Happy-Hardcore-Track zu produzieren – catchy, bouncy und modern.

Wofür stehen der Club und das Label für dich?
Bootshaus bedeutet mir extrem viel. Seit ich 2010 mit Musik angefangen habe, war es mein Traum, irgendwann mit dem Bootshaus zusammenzuarbeiten.

Was sind deine größten Inspirationen & Einflüsse?
Meine größte Inspiration ist tatsächlich Taylor Swift. Ich bewundere ihre Einstellung, niemals aufzugeben.

Welche Charakteristika zeichnen deinen Sound aus?
Ich glaube, es ist Zeit, Happy Hardcore wieder groß zu machen – genau das ist mein Ziel.

Etwas Seltsames, Lustiges oder Besonderes, das dir auf der Bühne passiert ist?
Während einer Show stand ich beim Drop auf einer Box und bin einfach von ihr runtergefallen.

Ein Fun Fact über dich?
Ich bin zu 130 Prozent Swiftie – aber Happy Hardcore bleibt die Liebe meines Lebens.

Was steht als Nächstes an?
Aktuell arbeite ich an einigen Solo-Projekten und außerdem an einer größeren Kollaboration. Mehr dazu in Kürze.

instagram.com/gregorledahl

FEVER DREAM

Wie seid ihr an euren Track für BOOTSHAUS MUSIC herangegangen?
„Blurred Dimension“ ist einer dieser Tracks, die ganz organisch entstanden sind. Wir haben mit verschiedenen Synths experimentiert und relativ schnell eine simple, aber eingängige Melodie gefunden. Danach hat sich der Rest fast von selbst entwickelt.

Wofür stehen der Club und das Label für euch?
Für uns steht Bootshaus wie kaum ein anderer Club für die Spitze deutscher Clubkultur. Es macht uns stolz, dass es in Deutschland einen Club gibt, der international mit Namen wie UNVRS oder Hï mithalten kann. Viele unserer Lieblings-DJs haben dort gespielt, deshalb bedeutet es uns extrem viel, nun selbst Teil eines der größten Nightlife-Brands weltweit zu sein.

Was sind eure größten Inspirationen & Einflüsse?
Musikalisch wurden wir anfangs stark von Swedish House Mafia geprägt, später dann von Artists wie Solomun oder Tale Of Us. Unser aktueller Sound orientiert sich wahrscheinlich am ehesten an Leuten wie Marlon Hoffstadt, Mischluft oder Funk Tribu.

Welche Charakteristika zeichnen euren Sound aus?
Was unseren Sound ausmacht, verändert sich ständig. Im Mittelpunkt stehen catchy Melodien, kraftvolle Basslines und energetische Drops, gleichzeitig probieren wir immer wieder neue Ideen und Stimmungen aus.

Etwas Seltsames, Lustiges oder Besonderes, das euch auf der Bühne passiert ist?
Ein besonders surrealer Moment war definitiv das Kindheitstraum Festival 2024, bei dem wir als Secret Act gespielt und schließlich vor rund 6.000 Menschen das Closing gemacht haben. Aber auch unsere eigenen Shows in unserer Heimatstadt oder Gigs wie beim Hive Festival fühlen sich jedes Mal besonders an.

Ein Fun Fact über euch?
Interessant ist vielleicht, dass wir ursprünglich aus dem Hip-Hop kommen und bis zur Pandemie fast ausschließlich Hip-Hop gespielt haben. Irgendwann wurde uns aber klar, dass wir uns komplett auf die Musik konzentrieren wollen, für die wir wirklich brennen. So entstand FEVER DREAM Ende 2023 – rückblickend die beste Entscheidung überhaupt.

Was steht als Nächstes an?
Jetzt freuen wir uns riesig auf die Festivalsaison, unsere eigene Stage, ein eigenes Open-Air-Showcase und natürlich den Release von „Blurred Dimension“ auf BOOTSHAUS MUSIC. Außerdem sitzen wir auf einer Menge unveröffentlichter Tracks. Life is good.

instagram.com/feverdream.de

Aus dem FAZEmag 172/06.2026