
Trotz eines geltenden Verbots hat im südfranzösischen Département Hérault am Wochenende eine große illegale Rave-Party stattgefunden. Auf einem Gelände in Claret, rund 30 Kilometer nördlich von Montpellier, versammelten sich in der Nacht von Freitag auf Samstag nach Angaben der Präfektur fast 2.000 Menschen mit etwa 600 Fahrzeugen.
Die Veranstaltung begann gegen 3 Uhr morgens. Die Behörden aktivierten daraufhin den sogenannten „Blue Rave Plan“, der bei Verdacht auf illegale Raves eine schnelle Mobilisierung der Einsatzkräfte ermöglicht. Per Hubschrauber wurde die Lage aus der Luft überprüft, während die Gendarmerie Zufahrten kontrollierte und verhindern sollte, dass weitere Fahrzeuge auf das Gelände gelangen. Außerdem wurden abfahrende Fahrzeuge systematisch kontrolliert.
Der Rave fällt in eine angespannte politische Debatte um freie Partykultur in Frankreich. Hintergrund ist der sogenannte Ripost-Gesetzentwurf, der derzeit im Parlament beraten wird. Er sieht teils drakonische Strafen für nicht angemeldete Rave-Partys vor: Veranstaltern drohen bis zu zwei Jahre Haft und 30.000 Euro Geldstrafe, Teilnehmern bis zu sechs Monate Haft und 7.500 Euro Strafe.
Bereits am Wochenende zuvor hatten mehrere Hundert Menschen in Montpellier und Marseille gegen das Gesetz protestiert. Weitere Demonstrationen und Protestpartys sind in mehreren französischen Städten geplant.
Quelle: Entrevue
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