
Machen wir uns nichts vor, in Zeiten von Epstein, Ulmen und dem aktuellen Skandal innerhalb der Techno-Szene ist es richtig und gut, sollte sich etwas im Kampf gegen Machtmissbrauch, sexuellem Missbrauch und Sexualisierung von Frauen bewegen.
Völlig nachvollziehbar ist auch, dass die Thematik die Gemüter erhitzt, vor allem innerhalb der sozialen Netzwerke. Zwischen all diesen verhärteten Fronten trifft nun ein schwerer Vorwurf aus der Szene Techno DJ und Produzent Alarico.
Dieser hatte vor wenigen Tagen den Launch seines neuen Labels FLIRT gefeiert und in diesem Zusammenhang den ersten Label-Release „Obey“ veröffentlicht. Auf dem Artwork ist eine Frau zu sehen, die Schulter aufwärts posiert und Vibes der frühen 2000er vermittelt.
Das Cover, siehe Titelbild des Artikels, wurde von einigen Kritikern im Netz als nicht mehr zeitgemäße Sexualisierung von Frauen aufgefasst. Neben Stimmen aus der Community, meldete sich u. a. auch DJ-Kollegin Nastia zu Wort und kritisierte Alarico deutlich.
In dem Kontext ist wichtig zu betonen, dass die Person, um die es hier geht, nämlich Alaricos Partnerin, das Foto als Wertschätzung befürwortet und sogar auf Nastias Kritik antwortete, es sei ihr wichtig, ein Teil des Ganzen zu sein.
Als Reaktion auf die schweren Vorwürfe meldete sich der Italiener zu Wort und verteidigte das Cover. „Es sollte eine persönliche Hommage an sie und die Energie sein, die sie dieser Musik gegeben hat. Ich wollte sie niemals sexualisieren oder objektifizieren.“
Gleichzeitig nehme er aber die Vorwürfe ernst und könne Kritik nachvollziehen. Daher aktualisiere er das Artwork seines Releases überall dort, wo er ihn veröffentlicht habe. Zudem wolle er in Zukunft solche Punkte beachten.
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Für Nastia waren diese Entscheidungen und Rückmeldungen allerdings nicht genug, in einem neuen Posting thematisierte sie den Vorfall erneut und erklärte ihre Sichtweise. Darin bezeichnete sie Alaricos Reaktion als verantwortungsvoll und möglichen Wandel.
Sie verstehe trotzdem nicht, warum auf den Artworks keine Männer zu sehen seien, zu einem „Flirt“ gehörten schließlich immer zwei Personen. Sein Statement habe sich eher wie eine Rechtfertigung als die Erklärung einer künstlerischen Intention angefühlt.
Im weiteren Verlauf adressiert sie die Rückmeldungen, die wiederum Nastia selbst trafen. Diese sind teilweise sehr deutlich. Darin wird sie vor allem immer wieder mit dem Einverständnis und der Befürwortung seitens Alaricos Freundin konfrontiert.
Wir ersparen euch hier die teilweise respektlosen Kommentare unter der Gürtellinie, die es in einer gesunden Debatte nicht geben sollte. Auf der anderen Seite erntet Nastia hier aber auch teils sehr ausführlichen Gegenwind mit Substanz.
Die Ukrainerin sieht sich im Recht. Sie wisse, dass Kritik wie ihre Vorwürfe an Alarico auf Social Media „wie das Betreten eines Minenfeldes“ sei. Durch Zurückhaltung würde aber alles beim Alten bleiben. Es wäre schön, wenn alle in der Szene ein gleiches Level an Awareness teilten.
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