
Nastia zählt zu den bekanntesten ukrainischen Techno-Artists und hat die elektronische Szene ihres Landes über viele Jahre entscheidend mitgeprägt. Nach frühen Stationen bei KISS FM, Kazantip und Arma17 gründete sie mit Propaganda Records und später NECHTO zwei eigene Labels, über die sie ihren Sound zwischen House, Techno und härteren Club-Entwürfen weiter schärfte. Auch Jungle und Drum and Bass gehören seit Langem zu ihrem musikalischen Kosmos. Für uns hat Nastia fünf Tracks ausgewählt, die ihre Beziehung zu mehr als drei Jahrzehnten Techno-Geschichte widerspiegeln.
The Vision – K-Force (Tresor, 1993)
Das ist ewige Liebe. Pure Rave-Energie – Drive, Dynamik, Sex, Intensität und dieser schmale Grat zwischen Bestrafung und Belohnung, alles vereint in einem einzigen Track. Ich würde mich am liebsten verlieben, in einen verschwitzten Rave stürzen und mich in der Menge verlieren, während dieser Track läuft. Genau dieses seltsame, komplexe Gefühl löst er jedes Mal in mir aus, wenn ich ihn höre oder spiele.
Luke Slater – Purely (NovaMute, 1997)
Wahrscheinlich der emotional bewegendste Track, den Luke jemals produziert hat, erschienen auf seinem Album „Freek Funk“. Ich spiele ihn oft gegen Ende meiner Sets. Er berührt sowohl mich als auch das Publikum auf besondere Weise. Für mich ist es ein Stück über einen spirituellen Sonnenaufgang, das mich immer an einen Ort ohne Grenzen, Vorurteile oder Einschränkungen im emotionalen Ausdruck führt.
Mark Broom & Baby Ford – Bubblebath (Pure Plastic, 2006)
Mit diesem Track begann meine Liebe zu Minimal Techno. Es fällt mir schwer zu erklären, warum, aber irgendetwas hat damals in mir sofort gezündet. Die Resonanz war viel stärker, als ich es jemals erwartet hätte. Ein perfekter psychoakustischer Treffer – die ideale Kombination aus sorgfältig ausgewählten Sounds, Peters Vocals und einem wunderbar fließenden Groove.
Levon Vincent – Woman Is The Devil (Deconstruct Music, 2008)
Für mich ist das echter Trance. Diesen Track zu hören ist jedes Mal ein berauschendes Erlebnis, und ihn zu spielen fühlt sich an, als würde ich den Boden unter den Füßen verlieren. Kosmischer Dub mit Haltung, vollkommen bewusstseinserweiternd. Ich liebe ihn von ganzem Herzen.
Traumprinz – I’ll Never Let You Alone (Traumprinz, 2012)
Einer dieser Tracks, die meine gesamte innere Welt auf den Kopf stellen können. Wenn dieser Track laufen würde, könnte ich dem Ende der Welt wahrscheinlich mit einem Lächeln entgegensehen – so sehr zieht er mich in seinen Bann. Ich wäre schlicht nicht mehr in der Lage, mich auf irgendetwas anderes zu konzentrieren.
Aus dem FAZEmag 173/07.2026
Foto: Alena Pertseva
instagram.com/nastia.dj