
Robag Wruhme veröffentlicht im August seine erste eigene EP auf Cocoon Recordings. Für Sven Väths Label lieferte er 2005 erstmals einen Track für die Compilation “E”, es folgten im Laufe der Jahre weitere Tracks und Remixe. Mittlerweile seit fast 25 Jahren ist Gabor Schablitzki, so sein bürgerlicher Name, unermüdlicher Lieferant von Dancefloor-Perlen und anderen Preziositäten, die neben Cocoon auch auf Labels wie Vakant, Freude Am Tanzen, Musik Krause, Kompakt Records, Pampa Records oder seinem eigenen Imprint Tulpa Ovi erschienen sind und erscheinen. Hier stellt er uns fünf Releases vor, die seine musikalische Entwicklung maßgeblich beeinflusst haben.
D`Arcengelo – Diagram VII (80´s Mix) (Rephlex)
Ein ganz großartiges Beispiel für die Musik dieser Zeit der zwei Brüder Fabrizio und Marco D’Arcangelo aus Italien. Das Cover im Original auf Rephlex war ganz in glänzendem Gold. Und jedes Mal ein Garant für einen ganz besonderen Moment auf der Tanzfläche, wenn es zum Einsatz kam. Das war und ist eine Perle, die nicht jedes Mal gespielt werden kann/konnte.
Aphex Twin – Selected Ambientworks 85-92 (Apollo / R&S Records)
Als diese Scheibe auf den Teller kam, stand die Welt für mich einen Moment still. Und das tut sie noch heute, wenn ich diese Musik höre. Wahrscheinlich das von mir meistgehörte Album welches für mich nie altern wird. Diese Musik von Richard ist ein wichtiger Teil meines persönlichen „Soundtrack meines Lebens“ nach dem Fall der Mauer mit all den Fragen, Eindrücken und Gefühlen. Ich habe das Album mehrfach im Plattenschrank. Auch eine unberührte Originalpressung sowie alle Wiederveröffentlichungen in neuem Soundgewand. Aber das Original ist ein Original, ist ein Original, ist ein Original.
DJ Koze aka Adolf Noise – Wo die Rammelwolle fliegt (Buback)
DAS! Album, welches mir zeigte, und auch die Bestätigung gab, dass Musik machen keine 1-Raumwohnung ist, sondern eine große bunte Spielwiese, auf der man sich austoben kann – und auch muss, um alle Facetten in sich zu entdecken, die man später teilen möchte. Ein wunderbares Album von Stefan.
Meng Syndicate – Sonar System (Music Man Records)
Dieser Track von Jeroen Verheij ist neben Joey Beltrams „Energy Flash“ das unbedingte Immergrün in meinem Verständnis für Techno in seiner reinsten Form. Wie sich dieses Rave Signal unters Pony bohrt und dann das Sample den Bass und die Claps in Minute 2:02 intrudiert, ist purer Tanzflächenflash. 1994, dunkle Clubs, etwas Licht, Strobo und Nebel, Augen zu und die Hände wie Cucurella.
Osborne – Bout Ready To Jak (Spectral Sound)
Auch bei Todd Osborn gibt es Verbindungen zu Aphex Twin und natürlich zu Mad Mike von UR, aber dieser Track ist für mich der konsequentere „Flat Beat“ von Mr. Oizo. Beim Spielen immer eine Waffe, ein fulminanter Brettverleger der nach all den Jahren noch immer zündet. Vielleicht etwas schwach auf der Brust, aber weshalb gibt es denn die roten Lämpchen am Mischer?!
Aus dem FAZEmag 174/08.26
Foto: Tina Peißker
www.instagram.com/robag_wruhme