
Nach dem Ende der Fusion in Lärz ist ein zuvor als vermisst gemeldeter Festivalbesucher tot aufgefunden worden. Wie die Polizei mitteilte, wurde der Leichnam am Montag gegen 18 Uhr in einem Straßengraben an der B198 zwischen Rechlin und Vietzen entdeckt.
Zuvor hatten Einsatzkräfte nach dem Mann gesucht, nachdem ihn eine Gruppe Festivalbesucher als vermisst gemeldet hatte. Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden.
Zur Klärung der Todesursache wurde die Gerichtsmedizin eingeschaltet. Ob der Tod des Mannes in direktem Zusammenhang mit dem Festival steht, ist derzeit unklar. Die Ermittlungen der Polizei dauern an. Weitere Angaben zur Identität oder zu den Umständen seines Verschwindens machten die Behörden bislang nicht.
Die Fusion war erst am Sonntag nach mehreren ereignisreichen Tagen zu Ende gegangen. Trotz extremer Temperaturen und einer zwischenzeitlichen Evakuierung zogen Veranstalter und Einsatzkräfte zunächst eine überwiegend positive Bilanz der 27. Ausgabe des Festivals.
Nach Angaben der Festivalverantwortlichen versorgten rund 450 Einsatzkräfte insgesamt etwa 2.400 Menschen. Die meisten Behandlungen betrafen Kreislaufprobleme infolge der Hitze sowie kleinere Verletzungen wie Schnittwunden, Prellungen oder Nasenbluten. Insgesamt mussten 50 Personen in umliegende Krankenhäuser gebracht werden. Beim Drug-Checking wurden 801 Proben untersucht, 60 Pillen als warnpflichtig eingestuft.
Die außergewöhnlichen Wetterbedingungen stehen auch im Mittelpunkt einer aktuellen Mini-Reportage des NDR. Auf dem Festivalgelände wurden teilweise Temperaturen von bis zu 40 Grad gemessen. Um die Belastung zu reduzieren, richteten die Veranstalter zusätzliche Wasserentnahmestellen sowie Sonnenschutzbereiche auf und vor dem Gelände ein.
Besucher schildern in der Reportage zwar die körperliche Belastung durch die Hitze, bewerten das Festival insgesamt aber positiv. Der größte Zwischenfall während der Veranstaltung ereignete sich am Donnerstagabend. Wegen eines Flächenbrands außerhalb des Festivalgeländes wurde der Betrieb vorsorglich von etwa 18:45 Uhr bis 21:30 Uhr unterbrochen.
Die Besucher wurden auf Pufferflächen fernab der Bühnen geleitet, um sie vor der Rauchentwicklung zu schützen. Das Feuer konnte gelöscht werden, bevor es das Festivalgelände erreichte. Beim Einsatz der freiwilligen Feuerwehren kam es zu bewegenden Szenen.
Zahlreiche Festivalgäste applaudierten den Einsatzkräften bei ihrer An- und Abfahrt. „Wir danken den freiwilligen Feuerwehren Boek, Lärz, Mirow, Neverin, Rechlin, Röbel, Schwarz, Vipperow und Wesenberg für ihren großartigen Einsatz“, erklärte Susanne von Essen vom Kulturkosmos Müritz e.V.
Auch die Teilräumung des Geländes verlief nach Angaben der Veranstalter reibungslos. „Wir danken allen Beteiligten für die gut organisierte Teilräumung des Geländes und deren ruhige und besonnene Umsetzung. Wir freuen uns sehr, dass wir so viele solidarische, achtsame und verantwortungsvolle Menschen auf dem Platz haben“, so von Essen.
In ihrer vorläufigen Bilanz loben die Veranstalter das solidarische Miteinander auf dem Festival. Zugleich verweisen sie auf die Herausforderungen durch die Hitzewelle und verbinden diese mit einem Appell an die Politik. „Wenn die Bundesregierung weiterhin den Klimakollaps aktiv befeuert, werden Festivals im Sommer schon bald der Vergangenheit angehören.
Extremwetter wie diese Hitzewelle zeigen klar und deutlich, dass die schwarz-rote Bundesregierung endlich handeln muss, damit es nicht noch viel schlimmer wird“, erklärt Susanne von Essen.
Die Ermittlungen zum Tod des Festivalbesuchers dauern unterdessen an. Ob das tragische Ereignis mit der Fusion in Verbindung steht, soll nun die weitere Untersuchung der Behörden klären.
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