
Das Berliner Drugchecking-Projekt schlägt Alarm: Knapp 50 Prozent der getesteten Drogenproben waren in den letzten zwei Jahren falsch deklariert, überdosiert oder verunreinigt. Das geht aus einer Antwort der Senatsverwaltung auf eine Anfrage des Grünen-Politikers Vasili Franco hervor.
Von Juli 2023 bis Juni 2025 wurden rund 3.600 Substanzen analysiert, vor allem Partydrogen wie MDMA, Amphetamine, synthetische Cathinone und Kokain. Cannabisprodukte sind vom Programm ausgeschlossen. In fast der Hälfte der Fälle wurde eine öffentliche Warnung ausgesprochen. Das Labor ist ausgelastet – monatlich müssen im Schnitt 50 Personen abgewiesen werden.
Die Nachfrage ist hoch: Drei Viertel der Nutzer sind zwischen 18 und 39 Jahre alt, meist Männer, viele mit keinerlei Kontakt zur Suchthilfe. Die Website des Projekts zählt über 25.000 Zugriffe im Monat. Eine Umfrage unter Teilnehmenden ergab, dass etwa ein Viertel nach dem Check über Verzicht nachdenkt oder geringere Mengen konsumiert.
Franco lobt das Angebot als wichtigen Beitrag zur Aufklärung und Gesundheitsprävention, warnt aber vor einer drohenden Unterfinanzierung. Damit das Programm fortgeführt und ausgebaut werden kann, müsse in den anstehenden Haushaltsverhandlungen dringend nachgelegt werden.
Quelle: Deutsches Ärzteblatt
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