Hereinspaziert, Waffen-Freunde! Im Titty Fazer gibt’s Waffen, dass einem die Augen übergehen. Die beste Auswahl an Waffen jenseits des Ural. Waffen im Sonderangebot. Wir haben weiße Waffen, schwarze Waffen, japanische Waffen, außerirdische Waffen. Wir haben heiße Waffen, kalte Waffen, alte Waffen. Wir haben stinkende Waffen, haarige Waffen, große Waffen, bissige Waffen. Was man will, wir haben es. Hereinspaziert, Waffen-Freunde.


Man merkt, dieser Monat dreht sich vor allem um eins: um Diskussionshilfen. Den Anfang macht daher auch ein wahrer Meister der Meinungsverstärker. Borderlands 2 von Take-Two Interactive führt uns abermals auf den knallbunten Mad Max-Planeten Pandora. Gut fünf Jahre nach dem Vorgänger wird das Paradies der Endzeit-Punks von Oberschurke Handsome Jack und seiner Hyperion Corporation streng regiert. Das wollen die vier frischen Helden Salvador, Maya, Zero und Axton ändern. Jeder von ihnen hat bestimmte Fähigkeiten, die man über jeweils drei Talentbäume frei gestalten kann. So kann Salvador zum Beispiel kurzzeitig beidhändig ballern und darauf trainiert werden, dass er nur die schweren Treffer landet. Maya ist dagegen die magische Unterstützerin, während sich Zero unsichtbar machen und seine Gegner per Nahkampf-Klinge überraschen kann. Alternativ knallt er sie per Scharfschützengewehr ab. Womit wir beim Stichwort wären: Waffen, Waffen und noch mehr Waffen erhält man über das bereits bekannte Shoot ’n’ Loot-System. Jeder erledigte Gegner hinterlässt einen Ballermann, der sich aufheben und archivieren lässt. All das funktioniert zuweilen besser oder zumindest ebenso glatt wie in Teil 1 und macht wie immer am meisten im Koop-Modus so richtig Laune. Darüber hinaus punktet das comichafte Action-Rollenspiel mit einer verbesserten Erzählung und wieder mal herrlich schrägen Randfiguren wie unter anderem Tiny Tina – die tödlichste Teenagerin der Welt, die zur Tee-Party gerne auch mal Menschenfleisch grillt. Mitgrillen darf man auf Xbox 360, PS3 und PC.

Das Arsenal in Dishonored – Die Maske des Zorns von Bethesda Softworks ist zwar deutlich kleiner, dafür aber auch umso fantasievoller. Benutzt wird es vom maskierten Meuchelmörder Carvo Attano. Früher war er ein Leibwächter der Kaiserin von Dunwall. Doch dann wurde er des Mordes an seiner Regentin beschuldigt, so dass er nun als Auftragskiller im Untergrund operiert. Um seine Ehre wieder herzustellen. Aber auch, um seine von Seuchen geplagte Steampunk-Stadt und das Kind der Kaiserin zu retten Daraus entwickelt sich ein Action-Titel der besonderen Art. Denn die Entwickler der Arkane Studios erlauben dem Spieler enorm viele Freiheiten. So ist Carvo nicht nur mit jeder Menge Waffen unterwegs, sondern auch mit Magie. In der rechten Hand führt er immer seine Klinge, die linke bestückt er je nach Situation mit einer Armbrust, einer Schrotflinte, mehreren Rasierklingen oder einem Zauber. Wer will, kann also brachial zu Werke gehen. Es macht aber deutlich mehr Spaß, mit Carvo zu schleichen, durch Schlüssellöcher zu spionieren, über Rohre zu klettern, Gegner per Betäubungspfeil auszuschalten, sich in einen Fisch zu verwandeln, um durch die Kanalisation in ein Haus einzudringen oder einen Schwarm Ratten zur Ablenkung auf Wachen zu hetzen. Je unbemerkter er agiert, umso leichter kann er seine Mission bewältigen. Dadurch wirkt dieses Spiel wie ein Mix aus „Deus Ex“ und „Bioshock“ und begeistert zusätzlich anhand seines tollen Settings, erdacht von Viktor Antonov, dem Designgenie hinter „Half-Life 2“. Gemeuchelt wird auf PC, PS3 und Xbox 360.

Wer hätte das gedacht: In Resident Evil 6 von Capcom ist der T-Virus immer noch auf dem Vormarsch. Schlimmer denn je. Er hat sogar den US-Präsidenten erwischt, der Klartext über die Zombie-Seuche aus Raccon City reden wollte. Um der globalen Bioterror-Krise Herr zu werden, gehen nun gleich drei Zweier-Teams auf Kollisionskurs mit neuen Monstern und den Hintermännern der Plage. Wer allein spielt, kämpft mit den Serien-Urgesteinen Leon S. Kennedy und Chris Redfield oder mit dem Neuling Jake Muller, dem Sohn von Dauerschurke Albert Vesker. Spielt man zu zweit, übernimmt der Partner die Kontrolle über einen der jeweiligen Sidekicks. Jede Kampagne beträgt knapp zehn Stunden, besteht aus mal mehr, mal weniger schlauchigen Leveln, erfreut sich knackiger Grafiken und leistet sich technisch bis auf die etwas zu dichte Kamera kaum nennenswerte Fehler. Erfreulich: Man kann beim Laufen schießen und online sogar mit bis zu vier Spielern die miteinander verwobenen Storys bewältigen. Weniger erfreulich: Vom alten „Resident Evil“-Gefühl ist nur noch wenig übrig. Doch wenn man das mehr oder weniger problemlos akzeptieren kann, hat man mit dem hochoktanigen 3rd-Person-Zombie-Horror für Xbox und PS3 jede Menge Spaß.

Falls es doch noch retro sein soll, empfehlen wir Doom 3 – BFG-Edition, das ebenfalls von Bethesda Softworks vertrieben wird. Jenes erscheint, nachdem der Indizierungs-Bann nun endlich aufgehoben wurde, mit den beiden anderen Teilen, schönerer Grafik, satterem Sound und sieben neuen Levels, genannt „The Lost Mission“, im Paket. Und tatsächlich: längst verloren geglaubte Gefühle und Erinnerungen kehren zurück, wenn man durch dunkle, von Blitzen durchzuckte Korridore schleicht, alle paar Meter vor Schreck versteift und schließlich Dämonen, Aliens oder Zombies in Brei verwandelt. Abgerundet wird die Orientierungslosigkeit durch fiesen Industrialsound und eine 3D-Funktion, die für Teil 3 und „The Lost Mission“ zum Einsatz kommt. Die Einsteiger wird es freuen, dass die Taschenlampe nun fest an den Waffen befestigt ist und allerlei Munition, Medipacks oder Panzerungen in der Gegend rum liegen. Leichter wird das Spiel dadurch allerdings nicht. Es sei denn, man hält endlich den heiligen Gral des Corridor-Horror-Shooters in den Händen und ebnet sich mit der „Big Fucking Gun“ seinen Weg durch die verfluchte Mars-Forschungsstation, um am Ende schweißgebadet, aber glücklich den Neustart-Button auf Xbox, PC und PS3 zu drücken.

Zum Schluss wird nochmal geschüttelt und nicht gerührt. Zum 50. Jubiläum haut Activision mit 007 Legends ein Agenten-Mashup der zügellosen Art raus, bei dem die Story von fünf Bond-Klassikern miteinander verwoben wird. Mit dabei sind unter anderem „Moonraker“, „Stirb an einem anderen Tag“ oder „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ durch die man sich schleichen, tricksen, rasen, prügeln und vor allem – na klar – feuern muss. Oder flirten, immerhin stehen auch die jeweiligen Bondgirls auf der Gästeliste. Dazu kommen originale Bond-Autoren, Bond-Komponisten und Bondfilm-Darsteller, die Figuren wie Gustav Graves ihre Stimme leihen, um das Lizenz-zum-Spielen-Gefühl perfekt zu machen. Ach ja, alle Missionen werden in Form von Craig, Daniel Craig erledigt, den man kurz nach Verkaufstart dann auch noch durch die kostenlose Download-Story seines neuesten Abenteuers „Skyfall“ jagen darf. Die Ego-Schießerei für Königreich und Vaterland findet auf Xbox, PS3 und PC statt.

In diesem Sinne:  Lock and load …

Daniel Schröckert