Wie der Tagesspiegel seit Freitagvormittag berichtet, steht das für kommende Woche angesetzte Garbicz Festival vor einem absoluten Worst Case Szenario. Am 16. Juli erreichte die Veranstalter des Garbicz-Festivals ein Brief aus der zuständigen Stadt Torzym. Der Bürgermeister werde das Festival, dass vom 1. bis zum 4. August angesetzt ist, nicht erlauben. Die notwendige Genehmigung steht seitdem aus. Laut den Recherchen des Tagesspiegel, gab es bereits im Vorfeld Gerüchte im Dorf, dass der Bürgermeister schlecht auf die Veranstalter zu sprechen sei.

„Sechs Jahre lang hat er sein Einverständnis gegeben und plötzlich stellt sich der Bürgermeister gegen uns“, sagt der Sprecher des Festivals Dariusz Tuzimek dem Nachrichtenportal. Zum siebten Mal veranstaltet die beiden Crews um den Berliner Club Kater Blau sowie Bachstelzen das Festival in Polen – in der Nähe des Dorfes Garbicz. Das Festival, dass malerisch inmitten eines Waldes unmittelbar an einem See liegt, ist wie nahezu jedes Jahr bereits Monate im Voraus ausverkauft – die Vorbereitungen dauern seit Wochen an. Von den Verantwortlichen selbst gibt es in sämtlichen sozialen Kanälen ausschließlich positive Worte: „Wir sehen euch alle am 1. August in Garbicz.“ So wurde dies auch scheinbar gegenüber dem Tagesspiegel geäußert. „Das Festival wird stattfinden“, sagt Tuzimek. „Es ist unmöglich, es so kurzfristig abzusagen.“

Von offizieller Seite jedoch fällt die Prognose weniger optimistisch aus. „Das Festival wurde angemeldet. Es liegt aber noch keine Entscheidung vor, ob es stattfinden kann“, teilt das Büro für deutsch-polnische Beziehungen der Polizei Brandenburg auf Nachfrage des Tagesspiegel mit. Der Bürgermeister von Torzym, Ryszard Stanulewicz, war für den Tagesspiegel bisher nicht erreichbar. Eine Mail und Anrufe blieben unbeantwortet, berichtet das Nachrichten-Portal aus Berlin. Die Gründe für das diesjährige Handeln könnten dabei mehrere Gründe haben. Zum einen beklagen sich scheinbar Bewohner des Dorfes über Lärm der heranströmenden Menschenmassen, zum anderen stufe die Gemeinde das Festival in diesem Jahr erstmals als „Massen-Risikoveranstaltung“ ein. Zudem wird spekuliert, dass der Bürgermeister die ihm fehlende Unterstützung bei den letztjährigen Kommunalwahlen seitens der Garbicz-Veranstalter gefehlt habe. Stattdessen supporteten sie seinen direkten Gegenkandidaten.

Garbicz-Sprecher Dariusz Tuzimek weist die Einschätzung als Risikoveranstaltung gegenüber dem Tagesspiegel zurück. „In den vergangenen sechs Jahren gab es keinen Unfall“, sagt er. Die Sicherheit habe ihnen die Polizei jedes Mal nach angekündigten Besuchen auf dem Gelände bestätigt. Außerdem stünden auch viele Menschen im Dorf hinter dem Festival. Das beweise ein Unterstützer-Brief mit unzähligen Unterschriften. Gegen die Entscheidung des Bürgermeisters haben die Veranstalter Einspruch bei der Beschwerde-Kammer des zuständigen Verwaltungsbezirks eingereicht. Eine endgültige Entscheidung wird nun wenige Stunden bis Tage vor dem ursprünglich geplanten Start des Festivals erwartet. „Wir wollen nicht gegen das Gesetz handeln, also warten wir die Entscheidung ab“, sagt Tuzimek.

Quelle: Tagesspiegel.de