
In immer mehr Clubs etabliert sich aktuell die sogenannte No-Phone-Policy, bei der das Nutzen von Smartphones auf der Tanzfläche untersagt oder zumindest stark eingeschränkt wird.
Der Gedanke dahinter ist simpel, aber wirkungsvoll: Wer nicht ständig das Handy zückt, um Videos zu drehen oder Nachrichten zu checken, ist automatisch präsenter im Moment. Statt auf die Kamera zu schauen, konzentriert man sich wieder auf die Musik, das Licht, die Menschen um einen herum – also genau auf das, was Clubkultur eigentlich ausmacht.
Viele Veranstalter wollen damit auch ein Stück Authentizität zurückholen und den Fokus wieder stärker auf die unmittelbare Erfahrung legen. Ein Beispiel lieferte zuletzt das DJ-Set von Hugel während des Kiesgrube-Events in der Düsseldorfer Nachtresidenz.
In einem Clip von Kiesgrube ist zu sehen, wie eine Besucherin direkt hinter dem Pult von Hugel steht und ohne seine Zustimmung versucht ein Selfie mit ihm zu machen – während seines Sets. Doch der DJ schiebt das Smartphone ruhig und gelassen von sich weg.
Dabei kritisierte der Text im Video den Vorfall schon mit deutlicheren Worten: „Wenn die eigene Story wichtiger ist als der DJ“. In der dazugehörigen Caption stellten die Veranstalter dann eine Frage an die Community:
„Sollte Kiesgrube für die Saison 2026 eine No-Phone-Policy haben? Votet dafür in der aktuellen Story“. In der Kommentarspalte gibt es breite Zustimmung. „Die beste Keezy war das Pre-Opening mit No-Phone-Policy“, schreibt eine Userin auf Instagram.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Zum einen entsteht ein intensiveres Miteinander, weil die Gäste weniger mit ihrem Screen, sondern mehr mit ihren Mitmenschen beschäftigt sind. Zum anderen fühlen sich auch DJs wohler, wenn nicht permanent hunderte Handys in die Luft gehalten werden – die Verbindung zwischen Künstler und Crowd wird dadurch direkter.
Auch das Ambiente profitiert, denn ohne grelle Displays oder nerviges Dauerfilmen wird die Atmosphäre intimer und geheimnisvoller. Außerdem schützt eine No-Phone-Policy die Privatsphäre der Gäste: Niemand muss befürchten, ungefragt auf Instagram-Stories oder TikToks zu landen.
So entsteht ein sichererer Raum, in dem man ungestört feiern, tanzen und loslassen kann. Unterstützung für den Vorschlag gab es übrigens auch von anderen DJs, darunter Alicia Hahn und Jules Devi.
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