
Techno war schon immer mehr als Musik für die Nacht und „Day-Raves“ haben schon lange mit ihren Beats die Sonnentage erobert. Jetzt wandert der Sound dorthin, wo man ihn bisher seltener erwartet hat: Auf Laufstrecken und unter kahlen Winterbäumen bringen Techno-Workouts die Menschen aktuell ganz schön zum Schwitzen. In mehreren Städten formiert sich aktuell dieses neue Format, bei dem elektronische Musik und körperliches Training verschmelzen.
Statt Hantelbank oder Clubkeller gibt es kalte Luft, Tageslicht und einen konstanten schnellen Beat. Gelaufen, gesprungen oder gedehnt wird nicht nach Stoppuhr, sondern nach BPM. Die schnellen, repetitiven Rhythmen treiben dabei die Menschen zu Höchstleistungen an und sorgen für ein Hochgefühl beim Workout. Gerade im Winter, wenn Antrieb und Energie bei vielen sinken, scheint diese Kombination einen Nerv zu treffen.
Ein zentrales Element des Trends ist das Gemeinschaftsgefühl. Gemeinsam schwitzen, frieren, durchhalten und die Musik genießen. Es geht weniger um Leistung als um Synchronität und die Sessions sind oft für alle Fitnesslevels geeignet. Techno war schon immer kollektiv, körperlich und repetitiv. Das Techno-Workout überträgt genau dies in einen neuen Kontext.
Das Phänomen passt in eine Zeit, in der Fitness, Körper und Wahrnehmung immer weiter am Boomen sind. Ob sich das Techno-Workout dauerhaft etabliert oder nur ein temporärer Ausläufer, der urbanen Fitnesskultur bleibt, ist offen. Sicher ist jedoch: Der Soundtrack der Szene funktioniert auch bei Tageslicht und Minusgraden.
Auch interessant:
Paul Kalkbrenner – Open-Air-Shows in Mönchengladbach und Münster