
Was eigentlich schon als ein weiteres Kapitel im großen Clubsterben verbucht wurde, nimmt eine plötzliche Wendung. Eigentlich war der große Abschied des Technoclubs ROSA schon für Anfang 2026 terminiert, doch nun steht der Club erneut im Fokus kultureller Debatten und darf sich über überraschenden Rückenwind seitens des örtlichen Rathauses freuen.
Denn die Stadt Greifswald macht deutlich, dass der Standort in der Bahnhofsstraße auch künftig ausschließlich für kulturelle Zwecke vorgesehen sein soll. Eine anderweitige Nutzung soll es demnach nicht geben. Damit rückt eine Zukunft für ROSA zumindest wieder in den Bereich des Möglichen und auch Besitzer Murat Demirkaya zeigt sich überrascht.
Doch trotz der politischen Rückendeckung ist die Lage weiterhin angespannt. Das Gebäude gilt weiterhin als sanierungsbedürftig, ein Weiterbetrieb ohne umfangreiche Investitionen ist demnach kaum denkbar. Betreiber Murat Demirkaya bleibt entsprechend zurückhaltend. Schon in der Vergangenheit war der wirtschaftliche Druck groß und führte zu einer finanziellen Belastung. Demnach ist eine zumindest temporäre Pause des Clubbetriebs immer noch wahrscheinlich.
Der Club erfüllte eine wichtige kulturelle Funktion in der Universitätsstadt, deren Freiräume jenseits klassischer Institutionen begrenzt waren. Der Club bot eine familiäre Atmosphäre und verfolgte den Anspruch, einen sicheren Raum zu bieten. Es wurde klare Kante gegen Rechts gezeigt und damit ein klares Signal gezeigt.
Der mögliche Fortbestand von ROSA steht exemplarisch für die Situation vieler Clubs in Deutschland, insbesondere abseits großer Städte. Steigende Kosten, unsichere Förderstrukturen und Kürzungen im Kulturbereich setzen unabhängige Orte massiv unter Druck. Ob ROSA nun langfristig gerettet werden kann, ist offen. Doch es bleibt Grund zur Hoffnung.
Quelle: OZ
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