
Housemeister – ein Name, der sich schon seit Jahrzehnten in der Welt der elektronischen Musik manifestiert hat. Das Berliner Urgestein hat dabei nicht nur die deutsche Hauptstadt mit seinen DJ- und Live-Sets bereichert, sondern mit 2500 Auftritten in mehr als 50 Ländern einen Großteil des Planeten. Jetzt erscheint sein neuntes Studioalbum – eine wilde Reise durch verschiedene elektronische Genres.
„Calling Earth“ nennt sich der neue Longplayer von Martin Böhm, wie Housemeister mit richtigem Namen heißt. Der Berliner Produzent veröffentlichte sein erstes Album „Enlarge Your Dose“ im Jahr 2006 auf Boysnoize Records, die erste Single „Wake Up!“ im Jahr 2002 auf BPitch Control. In der Szene ist Housemeister jedoch schon seit den 90er-Jahren aktiv, bespielte Berliner Clubs wie den KitKatClub, den Suicide Club, Tresor oder Ostgut sowie internationale Festivals wie WMC, Pukkelpop, Melt, Mysteryland und viele viele mehr.
Das neue Album erscheint auf Böhms eigenem Label All You Can Beat und liefert neun innovative Tracks, die eine Entdeckungstour durch die Welt der elektronischen Musik offenbaren – oder doch eher durch die Galaxie? Immerhin klingt der Titel des Werks ganz schön intergalaktisch.
Zugegeben mussten wir zuerst an den gleichnamigen Klassiker „Calling Earth“ des belgischen Produzenten Yve Deruyter aus dem Jahr 1995 denken. Vielleicht eine Hommage? Der Sound ist jedoch ein ganz eigener, mit Böhms persönlicher, markanten Marke. Und das, obwohl die Genres und Tempi stark variieren. Es bleibt jedoch meistens Beat-lastig, Oldschool, harmonisch. Erwärmende Melodien paaren sich mit mal schnelleren und mal langsameren BPM. Trotzdem schafft es Housemeister, eine Balance dazwischen zu finden, die aus dem Album eine Achterbahnfahrt macht. Eine die Spaß macht und bei der es nie langweilig wird. Klar kann man das jetzt nicht mit einem DJ-Set vergleichen, muss man aber auch gar nicht. Immerhin geht es bei einem Konzeptalbum nicht unbedingt um eine Monotonie. Synth-Pop wechselt sich mit Techno, House, trancigen Sounds, Electro und Melodic House.
Intergalaktische, spacige-hallige elektronische Tracks, erinnern, getreu dem Titel des Albums, an weit gelegene Galaxien und das, obwohl die Produktionen doch irdischen Ursprungs sind. Vielleicht deshalb „Calling Earth“?
„Hypnotic Mango“, der Opener des Albums, liefert einen progressiven, flotten, hypnotischen Trip. Ganz so, als würden sich Kometen, die durchs Weltall wandern, im Kosmos beschleunigen. Langsamer, aber nicht weniger progressiv, wird es bei „Fractal Symphony“ – die Symphonie eines Gegenstandes, bei dem das Ganze seinen Bestandteilen ähnelt. „Calling Earth“ sendet Störsignale an den Planeten Erden, vielleicht sogar ins Studio von Housemeister. Im Anschluss geht es in die „Zeitmaschine“. Lichtgeschwindigkeit? Naja, der Track fällt eher langsam aus und ist thematisch sowie inhaltlich trotzdem irgendwie hektisch. Mit der „Traumnovelle“ wird es etwas entspannter. Wurde auch Zeit, etwas herunterzukommen. Danach folgt ein Track außer der Reihe. Joy Tyson liefert die Vocals zu „Love Is A Killer“, einem Synth-Pop-lastigen Song. Sind wir auf der Erde gelandet? Ein „Zeitsprung“ versetzt das UFO, das auch auf dem von Housemeister wie immer selbst gestalteten Artwork vom Album zu sehen ist auf jeden Fall zu einer „Mission To Mars“. Spätestens danach geht es final zum Landeanflug „Back Home“. Der Space-Trip ist beendet, die Erde erreicht. Was für eine Raumreise! Sehr facettenreich, sehr spannend. Macht Spaß!
Das Album „Calling Earth“ von Housemeister erscheint am 13. September 2024 via All You Can Beat digital und als Vinyl mit der Katalognummer AYCB060.

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