
Leipzigs Clublandschaft bleibt weiterhin unter Druck: Nach nur wenigen Monaten Betrieb steckt das Axxon N.im Kohlrabizirkus in finanziellen Schwierigkeiten. Seit dem 10. November läuft ein Insolvenzverfahren. Es soll ein Schritt sein, welcher dazu dient, in erster Linie die wirtschaftliche Lage zu ordnen. Es wird betont, dass eine tatsächliche Insolvenz nicht vorliege und der Betrieb entsprechend uneingeschränkt weitergehe.
Als Nachfolger des Instituts für Zukunft war das Axxon N. im April mit großen Erwartungen an den Start gegangen. Mit einem Konzept, welches dazu diente, einen Safer Space zu schaffen: einen sicheren, diversen Raum zwischen experimenteller Clubmusik, kulturellen Formaten und Nachwuchsförderung. Ein Ort, der queere, FLINTA- und BIPoC-Communities stärker sichtbar macht und die lokale Szene verbindet.
Doch gleich zu Beginn gestaltete sich der Zeitpunkt der Eröffnung als schwierig. Die Sommermonate brachten nicht nur Hitze mit sich, sondern vor allem parallel laufende Großevents und ein verändertes Ausgehverhalten. Diese Faktoren, haben in Leipzigs Clubszene spürbar Spuren hinterlassen. Gepaart mit höheren Kosten für die Sanierung und Technik, als ursprünglich kalkuliert, konnten die wirtschaftlichen Erwartungen für die Anlaufphase nicht erfüllt werden.
Seit Herbst zeichnet sich jedoch ein positiver Trend ab. Die Besucher*innenzahlen steigen, Veranstaltungen laufen gut, und das Team arbeitet an einer Schärfung des Profils. Gleichzeitig laufen im Hintergrund Gespräche mit möglichen Investor*innen, um eine langfristige Absicherung des Standorts zu gewährleisten.
Der Verlust des IfZ im Mai 2024 hatte bereits eine große Lücke hinterlassen. Entsprechend groß war die Hoffnung, dass das Axxon N. diese wieder schließen könnte. Die kommenden Wochen oder Monate werden entscheiden, wie es weiter geht. Die Leipziger Szene, welche in den letzten Jahren schon mehrere prägende Orte verloren hat, würde von einem Erhalt des Clubs profitieren. Vorerst bleiben die Türen geöffnet.
Quelle: LVZ
Foto: Joao de Carvalho
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