Illegale Party in Autofabrik kehrt trotz Strafandrohung zurück

Illegale Party in Autofabrik kehrt trotz Strafandrohung zurück

Erneut fand die italienische Free-Tek-Party Witchtek statt und zog rund 5.000 Besucher:innen in die ehemalige Bugatti-Fabrik. Das Gelände steht seit Jahren leer und ist zudem teilweise verwüstet. Polizei und Behörden waren während der gesamten Veranstaltung im Einsatz, jedoch konnten lediglich rund 300 Personen identifiziert werden, und es kam nur zu einer einzigen Festnahme.

Seit 2022, als das Witchtek an der Grenze von Modena stattfand und die Räumung für großes Aufsehen sorgte, ist das von der Meloni-Regierung eingeführte Anti-Rave-Dekret (Art. 434-bis cp) in Kraft getreten. Dieses Gesetz bestraft Veranstalter:innen mit einer Freiheitsstrafe von 3 bis 6 Jahren sowie einer Geldstrafe von bis zu 100.000 Euro für die widerrechtliche Besetzung von Grundstücken oder Gebäuden. Ein weiterer Hintergrund ist die politische Spaltung unter Jugendlichen, die der Meloni-Regierung nicht gefällt. Auch die Beschlagnahmung ganzer Soundsysteme hielt viele DJs, Veranstalter:innen und Kollektive davon ab, weiterhin solche Raves zu organisieren.

Trotz zahlreicher politischer Spannungen kehrte das Witchtek zurück – und das mit großem Erfolg. Während zuvor über 1.000 Personen identifiziert worden waren, reduzierte sich die Zahl nun auf gerade einmal 300. Es kam lediglich zu einer einzelnen Festnahme wegen Drogenbesitz; die entsprechenden Substanzen wurden von der italienischen Polizei beschlagnahmt.

Der Rave entfacht zudem erneut die Diskussion darüber, wie mit verlassenen Industriegebäuden und unkontrollierten Großveranstaltungen umgegangen werden sollte – und ob solche Ereignisse tatsächlich grundsätzlich verboten werden sollten.

Quelle: RaiNews

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