Illegale Raves: Ibizas Clubs & Behörden drohen drastische Maßnahmen an

Nach der Auflösung einer illegalen Großparty in Buscastell verschärfen die Behörden auf Ibiza ihren Kurs gegen nicht genehmigte Veranstaltungen.

Im Mittelpunkt der Debatte stehen inzwischen nicht mehr nur die Organisatoren, sondern auch die beteiligten DJs. Politiker und Branchenvertreter fordern Konsequenzen für Künstler, die auf illegalen Events auftreten.

Auslöser war die Veranstaltung „Anomalist“, die auf einem Landgut in Buscastell stattfand und mehr als tausend Besucher anzog (FAZEmag berichtete). Die Party verfügte über drei Tanzflächen, mehrere Bühnen, Getränkebars, Catering, Krankenwagen samt medizinischem Personal, ein mobiles Karussell sowie moderne Ton- und Videomapping-Technik.

Besonders für Aufsehen sorgte das Line-up. Auf der veröffentlichten Künstlerliste standen internationale Namen wie Sébastien Léger, WhoMadeWho, Bedouin, Seth Troxler und Dennis Cruz.

Hinzu kamen Peredel, Brunello, Oren Turgman, Lea Kdoch, Chambord, Rafael, Saraga und Kimonos. Nach Ansicht vieler Beobachter machte gerade die Präsenz dieser bekannten Künstler die Veranstaltung zu einer der aufsehenerregendsten illegalen Partys der vergangenen Jahre auf Ibiza.

José Luis Benítez, Geschäftsführer des Branchenverbandes Ocio de Ibiza, spricht von einem „Wendepunkt“ im Kampf gegen illegale Partys. Der Verband vereint unter anderem die Betreiber von Ushuaïa, Hï Ibiza, UNVRS, DC10, Club Chinois, Lío sowie zahlreiche Beach Clubs auf der Insel.

Benítez erklärte, dass einige DJs vertragliche Klauseln unterzeichnet hätten, die Auftritte bei illegalen Veranstaltungen untersagen. „Diejenigen, die diese Klausel im Vertrag haben, werden nicht mehr engagiert“, sagte er.

Gleichzeitig zeigte er sich überrascht über die prominenten Namen auf dem Line-up: „DJs dieses Kalibers hat man auf einer solchen illegalen Party noch nie gesehen.“ Auch die Politik fordert schärfere Maßnahmen.

Nach der jüngsten Razzia verlangen die Behörden von Clubs und Nachtlokalen, entsprechende Klauseln künftig standardmäßig in Künstlerverträge aufzunehmen. DJs, die auf illegalen Partys auftreten, sollen von zukünftigen Bookings ausgeschlossen werden können.

Der erste Vizepräsident des Consell de Ibiza, Mariano Juan, möchte diese Praxis auf die gesamte Branche ausweiten. Ziel sei es, das regulierte Nachtleben zu schützen, die Auswirkungen auf Anwohner zu reduzieren und illegale Aktivitäten konsequenter zu bekämpfen.

Benítez betont, dass die Veranstalter der Party zahlreiche Spuren hinterlassen hätten. Nach seinen Angaben wurde die Veranstaltung bereits vorab gemeldet. Allerdings sei der Veranstaltungsort mehrfach gewechselt worden, um Behörden die Nachverfolgung zu erschweren.

Gleichzeitig habe die Branche einen Rückgang von Ticketverkäufen und VIP-Reservierungen in legalen Clubs registriert. Für Benítez wurden bei der Organisation Grenzen überschritten, die es zuvor auf Ibiza nicht gegeben habe.

Er fordert die Behörden dazu auf, die gesamte Struktur hinter solchen Veranstaltungen zu untersuchen. Dazu gehörten Dienstleister, Technikfirmen, Sicherheitskräfte und weitere Beteiligte.

Ibiza solle weiterhin für Musik, Tourismus und Nachtleben stehen. Nicht toleriert werden sollen jedoch groß angelegte Veranstaltungen außerhalb des gesetzlichen Rahmens.

Quelle: Diario de Ibiza

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