IMHAPPY: Vielfalt statt Formel – elektronische Musik ohne Grenzen

Mit IMHAPPY sorgt derzeit ein Künstler für Aufmerksamkeit, der sich bewusst jeder stilistischen Schublade entzieht. Der maskierte Spanier verbindet Hard Techno mit Einflüssen aus Rap, Hardcore und anderen Genres und hat sich damit in kurzer Zeit eine internationale Fangemeinde aufgebaut. Trotz des rasanten Aufstiegs steht für ihn nicht der Hype im Vordergrund, sondern die Freiheit, musikalisch immer wieder neue Wege zu gehen. Wir haben mit IMHAPPY über die Geschichte hinter seiner Maske, seinen genreübergreifenden Sound und die nächsten Schritte seiner noch jungen Karriere gesprochen.

IMHAPPY! Stell dich doch mal zunächst unseren Lesern vor. Wer bist du?

Ich bin ein spanischer Produzent, der verschiedene Genres bedient, und mache schon fast mein halbes Leben lang Musik. Ich habe ADHS, daher funktioniert mein Kopf wie ein Radio, das ständig die Sender wechselt: Ich kann anfangen, an einer Sache zu arbeiten, und fünf Minuten später schon eine ganz andere Idee ausarbeiten. Anstatt dies als Einschränkung zu betrachten, habe ich es zu einem Teil meiner künstlerischen Identität gemacht. Ich liebe viele verschiedene Stile und habe das Bedürfnis, sie alle durch meine Musik zum Ausdruck zu bringen. Ich habe kein Interesse daran, mich auf ein einziges Genre zu beschränken oder ständig dieselbe Formel zu wiederholen. Egal, wie weit ich meine Grenzen auslote, gibt es immer einen Schwerpunkt, zu dem ich letztendlich zurückkehre: die elektronische Musik.

Gibt es eine Erklärung für die Maske und deinen Künstlernamen?

Ich habe Filme schon immer geliebt, besonders Horrorfilme. Das ist wahrscheinlich mein liebstes Hobby neben der Musik. Außerdem bin ich ein großer Fan von Metal und Bands wie Slipknot, daher entstand die Maske ganz natürlich aus der Mischung all dieser Einflüsse. Ich wollte etwas, das visuell stark und leicht wiedererkennbar ist, aber es musste auch eine Bedeutung haben. Die Idee dahinter ist, dass Musik uns auch dann noch glücklich machen kann, wenn wir traurig oder am Boden zerstört sind. Deshalb hat die Maske dieses beunruhigende Lächeln. Sie sieht glücklich aus, aber dahinter verbirgt sich auch etwas Schmerzhaftes. Aus diesem Kontrast sind sowohl die Maske als auch der Name entstanden. Wer ich wirklich bin, ist nicht wichtig. Was zählt, ist die Musik und das, was ich den Menschen damit vermitteln möchte.

Wie würdest du deinen Sound in deinen eigenen Worten beschreiben?

Ich würde meinen Sound als eine seltsame Kombination beschreiben, so als würde man ein richtig gutes Steak mit Ketchup essen, haha. Manche Leute werden es lieben, andere definitiv nicht. Ich mische viele verschiedene Einflüsse, und manchmal sollten sie eigentlich gar nicht zusammenpassen, aber irgendwie funktionieren sie für mich.

Welchen Song würdest du jemandem empfehlen, der deine Musik noch nicht kennt, so als Einstieg?

Ich würde „Harder Than Hard Techno“ empfehlen. Das ist meine ganz persönliche Vorstellung davon, was Hard Techno sein kann, und wahrscheinlich der Track, der mich am besten repräsentiert. Ich mache viele verschiedene Stile, aber wenn jemand einen Einstieg sucht, ist das meiner Meinung nach der richtige.

Erzähl uns doch ein bisschen über deinen musikalischen Werdegang. Wie bist du dazu gekommen, Musik professionell zu machen, und welche Geschichte steckt hinter deinem Projekt IMHAPPY?

Ich mache seit mehr als 18 Jahren elektronische Musik. Ich wollte schon immer verschiedene Stile ausprobieren, ohne mir Gedanken über Schubladen oder darüber zu machen, was andere von mir erwarten – und das ist der Hauptgrund, warum ich IMHAPPY ins Leben gerufen habe. Als ich das Projekt vor weniger als zwei Jahren startete, hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet, dass es dieses Level erreichen würde. Jetzt trete ich regelmäßig auf und erhalte Unterstützung von so vielen Menschen, was sich immer noch ein bisschen unwirklich anfühlt. Es gab keinen bestimmten Moment, in dem Musik plötzlich zu meinem Beruf wurde. Es geschah nach vielen Jahren der Arbeit ganz allmählich. Ich glaube, all diese Beständigkeit und Mühe haben sich endlich ausgezahlt.

Was waren bisher die größten Meilensteine und unvergesslichsten Momente deiner Karriere?

Der Auftritt bei Tomorrowland war definitiv einer der größten Meilensteine für mich. Ich hatte zweimal die Gelegenheit, dort aufzutreten, und beide Male war die Bühne bis auf den letzten Platz gefüllt. Draußen bildete sich sogar eine riesige Schlange aus Leuten, die keinen Einlass mehr bekamen, aber extra gekommen waren, um mich zu sehen. Ehrlich gesagt kann ich es immer noch nicht glauben. Zu sehen, wie so viele Menschen Teil meines Sets sein wollten, werde ich nie vergessen.

Du gehörst zur jüngeren Generation von Künstlern in den härteren Stilrichtungen der elektronischen Musik. Wer sind deine musikalischen Vorbilder?

Ich habe nicht wirklich Idole, aber einige Künstler inspirieren mich auf jeden Fall. Ich liebe es, wie DJ Snake erst einen Latin-Hit und dann einen Dubstep-Track produzieren kann, ohne dabei seine Identität zu verlieren. Hans Zimmer inspiriert mich, wenn ich atmosphärische Elemente in meinen Tracks schaffe, und ich habe Mad Dog schon immer bewundert. Seine Klangqualität ist unglaublich, und ich finde es toll, wie sich seine Musik im Laufe der Jahre weiterentwickelt hat.

Was hört IMHAPPY in seiner Freizeit? Zum Entspannen, im Auto, in der Küche, beim Sport oder einfach so.

Ehrlich gesagt höre ich fast alles außer elektronischer Musik, haha. Slipknot, Falling in Reverse, Hans Zimmer, Rap… es kommt wirklich auf den Moment an. Mein Musikgeschmack ist sehr vielfältig, und wenn ich nicht arbeite, gönne ich meinen Ohren gerne eine Pause von elektronischer Musik.

Wo siehst du dich in fünf Jahren?

Hoffentlich führe ich ein ruhiges Leben in einem Haus auf dem Land, weit weg von der Gesellschaft und all dem Lärm. Das wäre der Traum.

Wie geht es weiter mit IMHAPPY? Stehen neue Veröffentlichungen oder Auftritte an, oder gibt es etwas anderes, worauf du dich besonders freust?

Im Moment sieht mein Terminkalender wirklich gut aus: Mehr als 20 Auftritte weltweit sind bereits bestätigt. Außerdem steht jede Menge neue Musik an, darunter Kollaborationen mit AniMe, KISTENBRÜGGER, Xina Mora und PHOROS. Außerdem arbeite ich gerade an einem Remix eines riesigen Tracks namens „Go Insane“, worauf ich mich schon sehr freue. Darüber hinaus starte ich zusammen mit meinem Freund UNICORN ON K ein neues Projekt für elektronische Musik namens TECHNOPIPIPI. Mit diesem Projekt werden die Leute wirklich sehen können, wozu wir als Produzenten fähig sind. Das wird ein absoluter Knaller, und wir haben bereits einige exklusive Auftritte bestätigt.

www.imhappymusic.com/