
Ian Boddy & Chris Carter
Caged (DIN, 2000)
Zum 25. Jubiläum erscheint „Caged“, das gemeinsame Album von Ian Boddy und Chris Carter (Throbbing Gristle), in einer neu gemasterten und erweiterten Edition bei The Grey Area of Mute. Die Wiederveröffentlichung enthält zwei neue Stücke, die auf dem ursprünglichen Material basieren: „Claustrophobia“, von Carter neu interpretiert, und „Uncaged“ von Boddy – zwei komplementäre Perspektiven auf dasselbe Klanguniversum. Ursprünglich im Jahr 2000 erschienen, gilt „Caged“ als Meilenstein experimenteller Elektronik. Das Album verbindet Carters industrielle Präzision mit Boddys Liebe zu analogen Texturen und entwirft ein akustisches Spannungsfeld zwischen Struktur und Zufall. Flirrende Drones, modulare Rhythmen und unerwartete Dynamikwechsel erzeugen eine Atmosphäre, die zugleich klaustrophobisch und befreiend wirkt – ein Werk, das auch ein Vierteljahrhundert später nichts von seiner Faszination verloren hat.
„Caged“ (25th Anniversary Edition) erscheint am 28. November als limiterte rote Doppel-LP, auf CD und digital via Mute.

Drexciya
Fusion Flats (Tresor, 2000)
Ein Vierteljahrhundert nach seiner Erstveröffentlichung kehrt „Fusion Flats“ von Drexciya zurück – als remasterte Neuauflage auf Tresor Records. Die 12″-Vinyl erscheint erstmals auch digital und enthält Remixe von Octave One, Kaotic Spatial Rhythms und 043 Chaos, ergänzt durch neues Artwork des Detroiter Künstlers Matthew Angelo Harrison, der auch die aktuelle Reissue-Serie visuell prägt. Ursprünglich 1999 im Anschluss an Drexciyas legendäres Album „Neptune’s Lair“ erschienen, steht „Fusion Flats“ exemplarisch für den futuristischen Electro-Sound des Duos – technisch präzise, tiefgründig und visionär. Mit der Wiederveröffentlichung reiht sich die EP erneut in das ikonische Tresor-Universum ein, das den Mythos von Drexciya weiterträgt und ihre bahnbrechende Rolle in der elektronischen Musikgeschichte eindrucksvoll unterstreicht.
Das Reissue von „Fusion Flats“ erscheint am 7. November via Tresor und kann via Bandcamp vorbestellt werden.

Seefeel
Pure, Impure (Too Pure, 1993)
Mit der erweiterten Neuauflage von „Pure, Impure“ erscheint ein zentrales Werk der britischen Formation Seefeel erstmals in umfassender Form. Die Edition vereint die ursprüngliche EP von 1993 mit drei weiteren Klassikern – „More Like Space“, „Plainsong“ und „Time to Find Me“ – inklusive Remixen von Aphex Twin und einem bislang unveröffentlichten Demo von „Moodswing“. Neu remastert von Geoff Pesche in den Abbey Road Studios und ergänzt um ein frisch gestaltetes Artwork, erscheint das Release als 2LP und CD. „Pure, Impure“ markierte einst einen Wendepunkt für Seefeel: Statt auf Gitarrenwände setzte die Band auf schwebende Loops, fragile Melodien und präzise Rhythmen – ein faszinierendes Bindeglied zwischen Shoegaze, Ambient-Techno und Post-Rock. Die erweiterte Neuauflage macht nun eindrucksvoll deutlich, wie visionär Seefeels Sound schon damals war – minimalistisch, hypnotisch und zeitlos.
Das Reissue von „Pure, Impure“ ist am 17. Oktober via Too Pure erschienen und kann über die gängigen Portale bestellt werden.

Jeff Mills – Live at Liquid Room Tokyo (1995)
Vor drei Jahrzehnten schrieb Jeff Mills im Liquid Room Tokyo Musikgeschichte. Sein 1995 aufgenommenes Set gilt bis heute als einer der prägendsten Live-Mitschnitte der Technokultur – ein 68-minütiges Manifest aus Geschwindigkeit, Präzision und visionärer Energie. Mit nur zwei Plattenspielern und zwei Tonbandmaschinen sprengte Mills die Grenzen des DJ-Handwerks und definierte, was ein Live-Set leisten kann: kompromisslos, roh und elektrisierend. Zum 30. Jubiläum kehrt „Live at Liquid Room“ nun zurück – neu aufgelegt auf CD und Kassette über Axis Records und begleitet von einer Welt-Tournee. Das ikonische Set steht exemplarisch für die Essenz von Techno: pur, fordernd, lebendig – und nach wie vor eine Blaupause für Generationen von DJs und Produzentinnen und Produzenten.
Die CD- und Kassetten-Reissues von „Live At Liquid Room Tokyo“ können im offiziellen Axis-Shop vorbestellt werden. Sie erscheinen am 28. November.
Aus dem FAZEmag 165/11.2025