Jamie Lidell Warp Records
Seit Jahren schon ist der Brite Everbody’s Darling, zumindest was echte Kenner der alternativen elektronischen Tanzszene angeht. Entstanden sind die elf neuen Titel in seiner neuen Wahlheimat Nashville, die er auf seiner Reise nach Berlin und New York als solche auserkoren hat. Nach seinen gefeierten Singles “Multiply“ und “Another Day“ sowie den Kollaborationen mit Christian Vogel als Super_Collider, besinnt er sich ganz auf sich selbst und kreiert den typischen Lidell-Sound: Eigenständige elektronische, alternative Tanzmusik, die keine Scheu vor Experimenten hat und sich eher Oldschool als der Moderne ver- schreibt. Das liegt zum großen Teil natürlich auch an der authentisch dazu pas- senden Instrumentation wie z. B. auf “Big Love“ wenn die 80er-Programmierung und der Cameo Gesang markant an zurückliegende Zeiten erinnern. Mal packt er Funk und Vocoder aus (“Do Yourself A Faver“, “In Your Mind“), eifert Prince in Instrumentalisierung und Gesang nach (“You Know My Name“, “So Cold“) oder lässt britischen R’n’B/Soul a la Loose Ends aufkeimen (“You Naked“). Da noch ein wenig HipHop-Affinität (“Why_Ya_Why“) und fertig ist wieder ein Album, das Kritiker wie eingeschworene Fans in höchsten Tönen jubilieren lässt. Ich schließe mich beeindruckt und voller Überzeugung an. 10 points Carsten Becker


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