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Als Gaspard Augé und Xavier de Rosnay 2007 ihr Album „†“ auf dem auch durch ihr Zutun längst zum Kult avancierten Label Ed Banger veröffentlichten, ging ein enthusiastisches Armehochreißen durch die Szene. Endlich mal wieder etwas Innovatives aus Frankreich, wie man es seit den Anfangstagen von Daft Punk nicht mehr erlebt hatte. Diese Begeisterung ebbte dank zahlreicher Remixe der beiden Jungs aus Paris auch in den Folgejahren nicht ab. Grund hierfür war und ist wohl die bis dahin einzigartige Weise, Electro mit Rock zu verbinden, die geradezu eine Welle der Nachahmer mit sich brachte. Nun endlich erscheint Album Nr. 2, und schnell wird klar, dass Justice mit „Audio, Video, Disco“ längst zu einer wahren Glamrock-Kapelle mutiert sind, die sich zwar noch auf elektronische Elemente stützt, sonst aber jedes Gesetz elektronischer Musik aushebelt. Rock music at its best … Episch, laut, enthusiastisch, mitreißend, progressiv – und auf allen Ebenen erneut wegweisend, ohne sich dabei selbst zu wiederholen oder alte Themen neu durchzukauen. Vielmehr entsteht dank zahlreicher Zitate aus unterschiedlichsten musikgeschichtlichen Epochen des letzten Jahrtausends in Kombination mit dem frischesten Sound der Neuzeit ein Longplayer, der das fortführt, was „†“ seinerzeit anstieß: eine kleine Revolution. 9/10 NicolA