
Die palästinensische Techno-Künstlerin Sama‘ Abdulhadi musste kurzfristig mehrere geplante Auftritte in Australien absagen, nachdem ihr Visum nicht rechtzeitig genehmigt wurde. Die DJ war ursprünglich für Auftritte beim WOMADelaide sowie beim Pitch Music & Arts Festival vorgesehen. Laut Aussagen der Veranstalter:innen wurden alle notwendigen Unterlagen fristgerecht eingereicht, dennoch erhielt die Künstlerin die Einreisegenehmigung nicht rechtzeitig, sodass sie ihre Reise nicht antreten konnte.
Sama‘ Abdulhadi zählt zu den bekanntesten Vertreter:innen der elektronischen Musik aus Palästina. Die DJ und Produzentin erlangte durch kraftvolle Techno-Sets und ihren vielbeachteten Boiler Room-Auftritt in Ramallah internationale Bekanntheit. Heute tritt sie weltweit in Clubs und auf Festivals auf und gilt als wichtige Stimme der palästinensischen Underground-Szene sowie als Künstlerin, die elektronische Musik aus der Region international sichtbar gemacht hat.
Dem Visaproblem ging eine politische Kampagne voraus, die sich gezielt gegen den geplanten Auftritt der DJ richtete. Aktivist:innen verschickten E-Mails an Festivalorganisator:innen, Politiker:innen und Behörden mit der Forderung, Abdulhadi aus dem Programm zu streichen und ihr Visum zu widerrufen. In den Schreiben wurden unter anderem frühere politische Äußerungen der Künstlerin zum Nahostkonflikt kritisiert. Einige Kampagnenbeiträge riefen Unterstützer:innen sogar öffentlich dazu auf, Druck auf die Behörden auszuüben, um ihre Einreise zu verhindern.
Trotz dieser Forderungen stellten die Veranstalter:innen zunächst klar, dass sie an der Einladung der Künstlerin festhalten wollten und ihr Auftritt weiterhin geplant sei. Am Ende scheiterte die Teilnahme jedoch daran, dass das Visum nicht rechtzeitig ausgestellt wurde. Abdulhadi erklärte daraufhin, sie sei enttäuscht über den Verlauf des Prozesses, zumal sie bereits in der Vergangenheit problemlos in Australien aufgetreten sei und alle Anforderungen erfüllt habe.
Ob sich die Situation mildert und Sama‘ Abdulhadi doch wieder in Australien auflegen kann, lässt sich nur abwarten.
Das könnte euch auch interessieren:
