KI-Streaming-Betrug: Musiker muss 18 Monate ins Gefängnis

Symbolbild

Ein US-Musiker ist wegen eines millionenschweren Betrugs mit KI-generierter Musik zu 18 Monaten Haft verurteilt worden.

Micheal Smith hatte mithilfe automatisierter Bot-Konten Milliarden gefälschter Streams auf Plattformen wie Spotify, Apple Music und YouTube Music erzeugt. Zusätzlich muss er umgerechnet etwa 7.212.665 Euro zurückzahlen.

Das Urteil wurde am 6. Oktober vom US-Staatsanwaltsbüro für den südlichen Bezirk von New York bekannt gegeben. Smith hatte sich bereits im März schuldig bekannt. Nach Angaben von Ermittlern lief der Betrug zwischen 2017 und 2024 und umfasste neben den genannten Diensten auch Amazon Music.

Ursprünglich hatte Smith versucht, mit Streams seiner eigenen Musik Einnahmen zu erzielen. Daraus entwickelte sich laut den Ermittlungen ein System, bei dem er Hunderttausende KI-generierte Tracks hochlud. Allein im April 2023 sollen diese auf YouTube Music mehr als 80 Millionen Streams erzielt haben. Insgesamt soll Smith über die verschiedenen Plattformen rund 12,4 Millionen Euro eingenommen haben.

Der zuständige US-Staatsanwalt erklärte nach der Urteilsverkündung, Smith habe KI-Technologie genutzt, um Streamingdienste mit automatisierten Bots und künstlichen Songs zu überfluten. Dadurch seien Millionen an Tantiemen, die echten Künstlern und deren Publikum zugutekommen sollten, unrechtmäßig abgeschöpft worden.

Auch die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) kommentierte den Fall. Das Ergebnis sende eine klare Botschaft, dass Streaming-Betrug strafbar sei und ernsthafte Konsequenzen habe. Zugleich reiche die Strafverfolgung allein nicht aus. Die Branche müsse betrügerische Aktivitäten auch verhindern, erkennen und unterbinden.

Dazu arbeite die globale Musikindustrie gemeinsam an der Streaming Integrity Initiative, erklärte die IFPI. Das Programm soll Künstler, Rechteinhaber und Fans schützen und das Vertrauen in Musikstreaming stärken.

Quelle: Mixmag

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