Armin van Buuren & Laidback Luke werden KI-Berater

Armin van Buuren und Laidback Luke gehören zu den ersten Künstlern, die im neuen Artist Partnerships-Programm von Moises mitwirken. Die beiden EDM-Produzenten sollen das Unternehmen bei der Entwicklung seiner KI-gestützten Werkzeuge beraten und sich offenbar auch an Moises beteiligen. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen die DJ- und Produktionswerkzeuge der Plattform.

Van Buuren und Laidback Luke sollen Feedback geben, Einblicke in die Zukunft der Audioproduktion liefern und an der Weiterentwicklung der Studiofunktionen mitarbeiten. Moises will sich dabei bewusst von anderen KI-Musikplattformen wie Suno abgrenzen.

Nach eigenen Angaben trainiert das Unternehmen seine Modelle ausschließlich mit lizenzierten und autorisierten Titeln und Dateien. Zu den bereits angebundenen Partnern gehören Ableton, Fender, der Nachlass von Whitney Houston, Cory Henry, Jordan Rudess und Berklee Online.

Auch auf Führungsebene hat Moises seine Verbindung zur Musikbranche zuletzt ausgebaut. Der GRAMMY-nominierte Popproduzent Charlie Puth wurde Anfang des Jahres zum Chief Music Officer des Unternehmens ernannt.

Die Software verfügt bereits über Funktionen wie Stem-Separation und -Isolation, Akkorderkennung sowie Mastering. Die beiden DJs sollen nun dazu beitragen, diese Werkzeuge aus Sicht aktiver Musiker weiterzuentwickeln.

„Elektronische Musik hat sich immer weiterentwickelt, weil Künstler bereit waren, mit neuen Technologien zu experimentieren“, sagte Geraldo Ramos, Gründer und CEO von Moises. „Die nächste Generation kreativer Werkzeuge muss mit Musikern entwickelt werden, nicht um sie herum.“

Ramos betont zudem, dass Armin van Buuren und Laidback Luke sowohl das Handwerk als auch die Community kennen würden. Zugleich gehe es um die Verantwortung bei der Entwicklung von Werkzeugen, die von Musikern tatsächlich eingesetzt werden.

Laidback Luke sieht den Nutzen von KI ebenfalls vor allem als Unterstützung kreativer Prozesse. „Jede Produzentengeneration bekommt neue Werkzeuge, aber die besten Werkzeuge nehmen einem die Arbeit nicht ab“, sagte er. „Sie helfen einem, mehr zu hören, schneller zu lernen und fundiertere kreative Entscheidungen zu treffen.“

Auch van Buuren stellt die Kontrolle der Musiker über den kreativen Prozess in den Mittelpunkt. „Technologie war schon immer Teil der Entwicklung elektronischer Musik“, sagte er. „Entscheidend ist, ob der Künstler die Kontrolle behält.“

Moises gehe seiner Ansicht nach mit Respekt vor dem individuellen Sound und den Entscheidungen des Musikers an KI heran. Er wolle deshalb an Werkzeugen mitwirken, die Produzenten schneller und ausdrucksstärker machen, ohne ihnen die Kreativität zu nehmen.

Die Partnerschaft fällt in eine Phase, in der der Einsatz generativer KI in der Musik zunehmend umstritten ist. SubmitHub berichtete im Sommer, dass fast 40 Prozent der Veröffentlichungen im Juli mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt worden seien. Ein Drittel der dabei als automatisiert eingestuften Künstler habe die Nutzung allerdings bestritten.

Auch Plattformen reagieren zunehmend auf vollständig KI-generierte Musik. Beatport kündigte im vergangenen Monat an, entsprechende Titel vollständig zu verbieten. Zuvor hatte Sony Music im März 135.000 sogenannte „Deep Fake“-Songs entfernt. Traxsource, Bandcamp und Deezer ergriffen ähnliche Maßnahmen.

Skrillex positionierte sich im selben Monat ebenfalls gegen generative Musikmodelle. „KI-Songs können viral gehen, aber man kann nicht das Gefühl haben, gesehen zu werden, wenn auf der anderen Seite kein Mensch steht“, sagte er seinen Fans.

Für Moises ist die Herkunft der Trainingsdaten ein zentraler Teil der eigenen Positionierung. Das Investigativmagazin The Atlantic berichtete im Sommer, dass 21 Millionen urheberrechtlich geschützte Musikstücke zum Training von Plattformen verwendet worden seien.

Parallel dazu geriet Suno wegen seiner Trainingsmethoden juristisch unter Druck. Das Unternehmen verlor laut Medienberichten kürzlich einen wegweisenden Urheberrechtsprozess in Deutschland. Der Suno-CEO hatte zuvor erklärt, Menschen hätten „keinen Spaß“ daran, Musik zu machen.

Moises will derweil sein Artist Partnerships-Programm über van Buuren und Laidback Luke hinaus auf weitere Genres ausweiten. Die ursprünglich auf Dance-Musik ausgerichtete Plattform verfügt nach eigenen Angaben derzeit über rund 80 Millionen Nutzer in 190 Ländern.

Zu den größten Märkten zählen die USA, Brasilien, Indien, Frankreich und Japan. Mit weiteren Künstlerpartnerschaften will Moises seine internationale Nutzerbasis ausbauen und zugleich die Entwicklung seiner KI- und Studio-Werkzeuge stärker mit Musikern verzahnen.

Quelle: DJ Mag

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