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In Zeiten, in denen das Wort ‚Clubsterben‘ hierzulande schon fast vor einem offiziellen Eintrag in den Duden steht, gibt es Lokalitäten, die dem Negativtrend trotzen. Einer davon liegt in der Kriegsbergstr. 28 in Stuttgart. Wo früher mal eine Praxis war, ist heute der Kowalski Club. Mit unzähligen Arbeitsstunden, Liebe zum Detail und Qualität kreierten sich die Kowalkis einen wahrlichen happy Place.

Die aktuelle Szene in der Stadt, vor allem nach der Schließung des Rocker 33 im Januar letzten Jahres, sehen die Betreiber Sasa Mijailovic & Mladen Behtan dennoch als gesund und vielfältig an: „Viele engagierte Leute, auch viele junge darunter. Kleine Clubpartys, riesige Events. Viele Subgenres von Deep House bis hartem Techno werden abgedeckt und bedient. Wöchentlich besuchen international renommierte Acts die Stadt, wie man allein anhand unseres Bookings sehen kann. Das Kowalski ist ein Club von Clubbern für Clubber. Wir waren davor schon jahrelang in verschiedenen Bereichen in der Stuttgarter Clubszene tätig und setzen seit Beginn an im Kowalski das um, was uns an anderen Spots, in denen wir aktiv waren, nicht gut fanden bzw. anders gemacht hätten. Und das Wichtigste: Das ganze Team lebt und liebt elektronische Musik.“

Seit der Eröffnung im August 2012 entwickelte sich der Club äußerst positiv und ist mittlerweile auch überregional zu einem Begriff avanciert. „Wir ‚schrauben‘ ständig nach und versuchen z.B., durch bauliche wie gestalterische Veränderungen die Gäste immer wieder aufs Neue zu begeistern. Oder nutzen noch intensiver alle Möglichkeiten, die uns räumlich zu Verfügung stehen. Im Sommer hatten wir z.B. eine regelmäßige Sonntagnachmittag-Veranstaltungen in unserem Innenhof, eine echte Lücke in Stuttgart. Zudem herrscht ein hoher gastronomischer Anspruch bei Getränken und Service. Ach ja, aktuelles Highlight natürlich: Das Kowalski ist nun als erster Stuttgarter Club überhaupt mit einer Funktion One-Anlage ausgestattet. Das sind einige kleine und große Gründe, warum viele Acts bei uns spielen und sehr gerne wiederkommen.“ Betritt man das Kowalski, sticht einem besonders ein Slogan ins Auge: „Du musst dein Ändern leben“ – eine Philosophie, die sich Sascha und Mladen auch für die Zukunft vorgenommen haben. „Weiter, immer weiter, immer nach vorne blicken und nie zurück. Das Schlimmste, das ein Club machen kann, ist sich auf seinem Ruhm von gestern auszuruhen. In Sachen Bookings stehen einige große Sachen an. Prinzipiell muss uns ein Act zunächst gefallen und soundtechnisch zum Laden und dem Konzept passen, also dem typischen Kowalski-Feeling an der Schnittstelle zwischen Deep House, Tech-House und Electro entsprechen. Bei einer eher mittleren Kapazität von ca. 500 Gästen muss das freilich im passenden finanziellen Rahmen bleiben, abgesehen davon, dass man sich beim Booking auch mal etwas ‚gönnt‘ – was den Laden wiederum weiter voranbringt.“

Neben dem am kommenden Wochenende erneut mit hochkarätigen Gästen wie Einmusik besetzte Programm ist bei allen Stuttgartern wohl der 6. November rot im Kalender markiert. An diesem Abend wird Mano Le Tough zu Gast sein, über den Innervisions‘ Âme sagt: „Thanks to Mano, I have no fears for the future of House.” Der Ire zeichnet unter anderem für die Labels Maeve und Permanent Vacation verantwortlich und veröffentlichte erst im September sein neuestes Album Trails auf letztgenanntem. Eingeladen wurde der Mann aus Greystones bei Dublin von Marius Lehnert, seines Zeichens so etwas wie das musikalische Wahrzeichen Stuttgarts. In dieser Nacht wird er das achte Jubiläum seiner am 2.11.2007 im in der Einleitung bereits genannten Rocker 33 gestarteten Reihe Discotronic feiern. Und da wir nur ungern vorher gratulieren, machen wir das einfach eine Woche später am 13. November persönlich, wenn unser Rafael Da Cruz im Rahmen der DEEPER! mit Kattermukke-Miyagi ebenfalls im Kowalski zugegen sein wird.

Bis Jahresende sind u.a. Super Flu, Bebetta, Lake People live, Lee van Dowksi und Butch bestätigt.