Kraftwerk-Hommage, Hardtekk & Miles Davis – die ARTE-Tipps des Monats

Wir sind zurück mit den ARTE-Tipps des Monats und drei Empfehlungen aus der ARTE-Mediathek. Im November 2025 haben wir für euch: Eine einzigartige Kraftwerk-Hommage in Konzertform, eine neue Folge ARTE Tracks,  die sich der Hardtekk-Szene widmet und eine Reportage über Jazzmusik-Ikone Miles Davis.

Rodolphe Burger & Julien Perraudeau: Hommage an Kraftwerk

Wenn musikalische Neugier auf Pioniergeist trifft: Gitarrist Rodolphe Burger und Multi-Instrumentalist Julien Perraudeau widmen sich in einer außergewöhnlichen Live-Performance dem legendären Kraftwerk-Album Radio-Activity – ein Werk, das seit 1975 als Meilenstein elektronischer Musik gilt.

Unter den Augen des Publikums beim Festival C’est dans la vallée verwandeln Burger und Perraudeau die synthetische Strenge der Originalaufnahmen in eine lebendige Neuinterpretation zwischen analoger Wärme und elektronischer Präzision. Dabei begegnen sich zwei Künstlergenerationen: Burger, seit Jahrzehnten eine feste Größe der französischen Avantgarde und Gründer des Labels Dernière Bande, trifft auf Perraudeau, den klassisch ausgebildeten Klangtüftler und Produzenten, der zwischen Pop, Jazz und experimenteller Elektronik wandelt.

Gemeinsam erschaffen sie eine „Performance der dritten Art“ – ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Düsseldorf und Paris, zwischen Mensch und Maschine. Ein ebenso respektvolles wie eigenständiges Tribut an den revolutionären Sound von Kraftwerk.


ARTE Tracks: Hardtekk – Schreddersound & Ostalgie

Mit donnernden Kicks, verzerrten Basslines und einem kompromisslosen DIY-Geist erobert Hardtekk die Dancefloors – laut, roh und unverfälscht. Was in Ostdeutschland als subkulturelle Bewegung junger Raver begann, ist heute ein europaweit gefeiertes Phänomen. Zwischen Magdeburg, Halberstadt und Wolfsburg treffen sich DJs, Produzent:innen und Clubbetreiber, die für eine Szene stehen, in der Gemeinschaft und Ekstase wichtiger sind als Konventionen.

„Tracks“ begleitet drei Protagonisten, die den Sound und die Haltung des Genres verkörpern: Musiker Fabitekk, Betreiber Alex vom Magdeburger Club Ellen Noir und Philipp vom Duo Gebrüder Brett. Sie erzählen von Selbstorganisation, musikalischer Leidenschaft – und vom ständigen Kampf, sich gegen rechte Vereinnahmung zu behaupten. Denn Hardtekk steht für das Gegenteil: Offenheit, Vielfalt und Freiheit.

Entstanden aus Schranz, Gabber und Frenchcore, hat sich Hardtekk zu einem unverwechselbaren Stil entwickelt – pulsierend, aggressiv, kathartisch. Seine Beats sind mehr als nur Sound, sie sind Ventil und Haltung zugleich: ein lautes Statement für Selbstbestimmung und gegen Ausgrenzung.
Eine Szene, die ihre Wurzeln kennt – und ihre Freiheit auf dem Dancefloor verteidigt.


Miles Davis: Birth of the cool

Er war mehr als ein Musiker – Miles Davis war ein kulturelles Phänomen. Elegant, widersprüchlich, genial und unberechenbar prägte er wie kaum ein anderer den Jazz des 20. Jahrhunderts. Trompeter, Bandleader, Visionär: Davis erfand sich und seine Musik immer wieder neu – vom Bebop über Cool Jazz und Fusion bis hin zu Rock und Hip-Hop. Sein Spiel war kühl und doch emotional, präzise und zugleich frei – der Inbegriff von „cool“.

Die Dokumentation „Miles Davis: Birth of the Cool“ von Stanley Nelson zeichnet das Porträt eines Mannes, der konsequent seinen eigenen Weg ging. Mit bislang unveröffentlichtem Archivmaterial, seltenen Fotos und Aufnahmen aus dem Studio zeigt der Film die Entwicklung eines Künstlers, der jede musikalische Grenze sprengte – und dabei auch persönlich aneckte.
Davis’ Rastlosigkeit machte ihn zum Innovator, aber auch zu einem schwierigen Menschen für sein Umfeld. Immer wenn seine Musik zu einer neuen Norm wurde, brach er sie wieder auf. So bleibt Miles Davis bis heute eine Ikone der Unabhängigkeit – ein Künstler, dessen Einfluss weit über den Jazz hinausreicht und Generationen inspiriert hat.


Mehr aus dem Musik- und Kulturprogramm von ARTE findet ihr in der Mediathek.