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Sehr geehrte Redaktion des Faze-Magazins,

ich lese grade eure Beiträge zu den Goa-Festivals und freue mich grundsätzlich, dass diese lange Zeit gerne aus diversen Gründen übersehene Festivalszene auch in renommierten Fachzeitschriften derweil mal eine Erwähnung wert geworden ist.
Ich möchte mich kurz vorstellen, mein Name ist P. V, ich bin studierter Verfahrenstechniker und Tontechniker, FH und arbeite Hauptberuflich als CTO für einen renommierten Veranstaltungstechnikgroßhandel.
Im Rahmen meiner freiberuflichen „Wochenendtätigkeit“ übernehme ich Planungsaufgaben für Events mit „Problembeschallungsfällen“, was soviel heißt wie Veranstalter, die durch verschiedene Beweggründe, häufig aber nicht nur das Ordnungsamt, an bestimmte Auflagen bezüglich Schallemission gebunden sind. Zunehmend allerdings auch durch die langsam präsent werdende Erkenntnis, dass sehr hohe Schallpegel auf Events (jeder Art) keine Grundvoraussetzung für eine gute Party sind.
Zu den Event´s, bei denen ich für die Beschallungslösung verantwortlich bin, zählt unter anderem auch das Wonderland Open Air Festival.
Lautstärke ist im Zeitalter sehr leistungsfähiger Beschallungsanlagen auf der einen, der aktuellen Gesetzeslage auf der nächsten und einigen Urteilen zu diesem Thema auf der dritten Seite, nicht mehr nur ein Leistungsindikator für die Qualität der Technik und der Party im allgemeinen, sondern vielmehr ein weiterer Risikofaktor primär für die Gesundheit der Besucher und somit als Folge auch irgendwann für die Geldbörse des Veranstalters.
Ich finde es tatsächlich sehr Schade und redaktionell wenig verantwortungsvoll, dass Sie in dem Artikel zu den Goa-Events den verantwortungsbewussten Umgang mit der Gesundheit des Publikums, zumindest an den Stellen, an denen man dies aktiv steuern kann, als Kritik an der Veranstaltung einbringen.
Denn die Aussage, dass die Musik etwas lauter müsste, sehe ich als Abstrafung der Menschen, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind und belohnt die Veranstalter, die hier auf Risiko gehen und die Gesundheit ihrer Besucher einem Risiko aussetzen.
Zugegeben ist die gesamte Problematik auf einer Nachbarschaftsproblematik basierend aufgetreten, durch diverse Erprobungen verschiedener Beschallungslösungen bewegt sich dieses Event derzeit aber nicht mehr an der Pegelgrenze dessen, was bei der Nachbarschaft erlaubt ist, sondern tatsächlich an der Grenze dessen, was an Schalldosis bei 72 Stunden für das Publikum zumutbar ist.
Denn bitte bedenken Sie, dass es sich hier um eine Schalldosis handelt, bei der der Faktor Zeit sehr wichtig ist. So kann ein Konzert bis 2 Stunden natürlich sehr viel Lauter sein als ein Event von drei Tagen. Die DIN 15905 gibt hier Aufschluss.
Bedenken Sie die Situation des einzelnen Besuchers. Wer übersieht oder unterdrückt nicht unter Umständen das Gefühl, es sei zu laut, wenn der Rest der Clique auf der Tanzfläche bleibt? Und spätestens nach einigem Alkohol setzt eine Sinnestrübung sowie ein verändertes Schmerzempfinden ein, bei dem Schutzreflexe des Körpers (die es ja auch bei Lärm gibt) gemindert werden. Die Frage, wieso der Besucher nicht den Ort verlassen hat ist somit kein Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit oder Vernunft eines einzelnen.
Also auch wenn es Ihnen zu leise ist, kann ich für meinen Standpunkt als verantwortlicher Tontechniker sagen, dass das Wonderland Open Air zu den wenigen mehrtägigen Open Air´s zählt, bei denen den Bestimmungen zu Folge zumindest das Publikum nicht fahrlässig einer Gefahr ausgesetzt wird und hierüber auch eine Lückenlose Dokumentation erstellt wird.
Ich würde mich freuen, wenn Sie bei Ihren Artikeln solche prägnanten Aussagen wie „zu leise“ oder ähnliches nicht als Abstrafung nutzen würden, ohne zumindest einmal kurz den potentiellen Grund zu reflektieren. Denn die Schallemissionsproblematik wird uns in naher Zukunft sicherlich noch das ein oder andere mal einholen.

Exemplarisch ein Link zu diesem Thema mit dem aktuellen Betreff Karneval: https://eventfaq.de/3616-zu-laut-verein-wird-wegen-laermschaeden-verurteilt/

Wenn Sie dies als Lesermeinung veröffentlichen möchten, entfernen Sie bitte meinen Nachnamen.
Beste Grüße aus der Welt der Veranstaltungstechnik,
P. V.

 

Und auf diesen Artikel bezieht sich dieser Leserbrief:
Das sind die besten Goa-Festivals der Welt