
Mit „Seen Live“ ist eine neue App für iPad und iPhone-Nutzer gestartet, die Besuche von Clubnächten, Konzerten und Festivals dokumentieren soll.
Nutzer können Veranstaltungen suchen, besuchte Events protokollieren und Auftritte bewerten. Das Konzept wird dabei mit „Letterboxd für Clubbesuche“ verglichen. Letterboxd bietet ähnliche Optionen für Kinobesuche und Filme an.
Die App versteht sich als persönliches Live-Musik-Archiv. Neben Bewertungen lassen sich Erfahrungen teilen und Fotos sowie Videos zu Veranstaltungen hinterlegen. Auf diese Weise soll ein visuelles Archiv der eigenen Aktivitäten im Nachtleben entstehen.
Auch soziale Funktionen gehören zum Konzept. Nutzer können Freunden und anderen Musikfans folgen, Rezensionen ansehen und dadurch neue Künstler entdecken. Dabei sollen insbesondere Bewertungen von Menschen helfen, die tatsächlich bei einem jeweiligen Auftritt vor Ort waren.
Gegründet wurde Seen Live von Jordan Taylor, der auch hinter der Clubkultur-Dokumentationsplattform Tough Luck steht. Die Idee für die neue App entstand laut Taylor aus einem persönlichen Problem: Er konnte sich irgendwann nicht mehr an einen Teil der Künstler und DJs erinnern, die er live erlebt hatte.
„Ich habe Seen Live gegründet, weil ich nach einer Weile merkte, dass ich mich an die Hälfte der Künstler und DJs, die ich live gesehen hatte, nicht mehr erinnern konnte und all die Fotos und Videos von diesen Abenden irgendwo in meiner Kamerarolle ohne Kontext vergraben waren“, sagt Taylor.
Er habe deshalb einen Ort schaffen wollen, an dem er auf sämtliche besuchte Veranstaltungen zurückblicken könne. „Ich wollte einen Ort, an dem ich auf alles zurückblicken kann, ein richtiges Archiv aller Konzerte, die ich je besucht habe.“
Neben dem persönlichen Archiv steht die Entdeckung neuer Musik im Mittelpunkt. Taylor hofft, dass Nutzer „durch die Rezensionen anderer Nutzer neue Künstler entdecken und ihren nächsten Lieblings-DJ von jemandem finden können, der tatsächlich vor Ort war“.
Hintergrund des Projekts ist Taylors Arbeit mit Tough Luck. Die Plattform entstand, während der COVID-19-Lockdowns in Großbritannien zunächst als Fotografieprojekt und dokumentierte unter anderem Squat-Partys, After-Partys, illegale Raves und Jugendkultur.
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