
Closing Tracks nehmen für Techno-DJs eine besondere Bedeutung ein, da sie den Abend und das gesamte DJ-Set prägnant abschließen und den letzten bleibenden Eindruck beim Publikum hinterlassen.
Während eines Techno-Sets liegt der Fokus oft auf einem kontinuierlichen Fluss mit allmählichen Steigerungen und Drops, um die Stimmung der Tanzfläche zu lenken. Ein Closing Track dient dabei dazu, die Energie entweder noch einmal zu steigern, um ein finales Highlight zu setzen, oder – besonders oft – die Set-Ende-Stimmung mit einem melodischen oder atmosphärischen Stück abzumildern und den Ausklang harmonisch zu gestalten.
Viele DJs wählen deshalb Closing Tracks, die besonders eindringlich und emotional sind, oft mit Melodien oder Breaks, die eine Art Geschichte erzählen und dem Publikum ein Gefühl von Abschied und Zufriedenheit geben.
Darüber hinaus bieten Closing Tracks DJs die Möglichkeit, ihre künstlerische Handschrift zu zeigen und die gesamte DJ-Performance rund und erinnerbar zu machen. Da Techno-Tracks oft lang sind und mit ausgedehnten Intros und Outros ausgestattet sind, können DJs das Closing hervorragend nutzen, um einen sanften Übergang zu erzeugen und das Set mit einem musikalischen Bogen zu beenden.
Je nach Set und Publikum kann der Closing Track variieren – von energetisch treibenden Stücken bis hin zu emotionalen, melodischen Sounds – doch immer steht die dramaturgische Wirkung im Vordergrund.
Das Finale kann so entweder eine Art Höhepunkt oder ein atmosphärisches „Abschiedsgeschenk“ sein, das die Verbindung zwischen DJ, Musik und Crowd perfekt abrundet.
Drumcode hat sich in den eigenen Reihen umgehört und nach dem ultimativen Closing-Track gesucht. Gefragt wurden Kevin De Vries, Bart Skils, Ilario Alicante, SUDOLive, Metodi Hristov, Teenage Mutants, Pleasurekraft, Mha Iri, Dok & Martin, Marie Vaunt, Brina Knauss, ANII und Timmo.
Letzter entscheidet sich zum Beispiel für Moderat – Bad Kingdom (DJ Koze Remix). „Es fühlt sich immer besonders an, ein Set mit diesem Track zu schließen. „Es ist perfekt, um die Leute nach Hause oder zur Afterhour zu schicken.“
Marie Vaunt wiederum bedient sich beim eigenen Katalog – und einem Superstar: „Ich habe einige nicht-veröffentlichte, schnellere Tracks, die ich gerne am Ende spiele. Das aktuellste, das ich wirklich ständig spiele ist ein Bootleg von Lady Gagas „Abracadabra“, das ich selbst erstellt habe.“
„Das ist immer ein bisschen abhängig von der Crowd und der Situation“, meint Brina Knauss, die sich auf keinen bestimmten Track festlegt. Pleasurekraft stimmen ihr zu, auch wenn sie eigentlich einen aktuellen Favoriten besitzen.
„Wir haben unsere Sets über viele mit dem Remix von KiNK zu Terranovas ‚Question Mark‘ gespielt. Wenn Du die Vocals nach ein paar Stunden voller düsterem und hartem Techno hörst, ist das wie Bruch durch die Wolken.“
Bart Skils nutzt die Gelegenheit, um Werbung für seine neueste Produktion zu machen, seinen Track „Can’t Hear You“, den er gemeinsam mit ADHS produziert hat. „Er besitzt eine großartige Hook mit Vocals, die alle verrückt werden lässt.“
Hier ist eine Liste der Tracks, die von den befragten DJs und Produzenten genannt wurde:
Bart Skils, ADHS – Can’t Hear You
James Holden – 10101
Adam Beyer, Layton Giordani – Alto
Metodi Hristov – Special Places
M.A.N.D.Y. vs. Booka Shade – O Superman (Original Mix)
Terranova – Question Mark (KiNK Remix)
Bicep – Glue
Mario Ochoa – Dreaming Of Fire
Maceo Plex – Conjure Dreams
Lady Gaga – Abracadabra (Marie Vaunt Bootleg)
Brina Knauss – Home
Adam Beyer, Bart Skils – Your Mind (Original Mix)
Moderat – Bad Kingdom (DJ Koze Remix)
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