Vom 6. bis zum 9. Juni diesen Jahres fand in den tiefsten bulgarischen Bergen die neunte Ausgabe des Meadows In The Mountains Festival statt. Wir besuchten das aus englischer Hand organisierte Event zum ersten Mal und sind von den Eindrücken noch immer überwältigt.

Knapp fünf Autostunden vom Flughafen in Sofia gelegen, liegt südlich der Hauptstadt das verschlafene Dorf Polkovnik Serafimovo mit rund 100 Einwohnern. Hotels oder sonstige Unterkünfte sind mindestens 20 km entfernt. Und so werden – während nahezu alle 2500 Besucher des Festivals zelten – alle Künstler, Verantwortlichen und Presse tatsächlich bei Einwohnern des Dorfes untergebracht. Die vorherrschende Gastfreundschaft dabei ist mehr als nur beeindruckend. Den Bulgaren vor Ort ist die Freude über das Leben, dass ihnen Meadows In The Mountains einmal pro Jahr beschert, förmlich anzusehen. Generell gleicht das Festival einer organisatorischen Meisterleistung. So sind unzählige Fahrer rund um die Uhr unterwegs, Besucher vom Dorf zum eigentlichen Festivalgelände zu bringen, welches wenige Kilometer den Berg hinauf liegt. Die Straße dorthin ist so schmal, dass zeitgleich nur ein Fahrzeug rauf bzw. runter fahren darf.

Oben angekommen, wird man recht schnell Zeuge einer der wohl atemberaubendsten Locations, an denen es jemals ein Festival dieser Art gegeben hat. Der Blick über die Berge ist unglaublich, genau so die Liebe für Details, mit denen die Macher hier bereits seit neun Jahren ans Werk gehen. Musikalisch wird hier an sämtlichen Tagen ein äußerst breites Angebot präsentiert – von bulgarischen Folk-Bands bis hin zu Techno-Acts ist für jeden Geschmack etwas vorhanden. Yoga, Workshops, Flohmärkte, kulinarische Highlights – sowohl vegan/vegetarisch als auch fleischlastig – machen das Meadows In The Mountains zu einem besonderen Festival, fern von jeder Realität. Ein Blick auf das Line-up verrät, dass sich hier nicht an die gängige Festival-Norm gehalten wird und fernab großer Headliner gebucht wird. Vielmehr liegt der Fokus hier auf junge Talente, die ihre Reise mehrheitlich von den britischen Inseln aus gestartet haben und gemeinsam mit den Besuchern über vier Tage hinweg eine Art Parallelwelt erschaffen. Über das gesamte Areal hinweg wird man Zeuge eines immensen DIY-Charakters – keine Spur von großen Lichtinstallationen oder anderweitigem Schnick-Schnack. Holz-Installationen und jede Menge Post-Hippie-Kultur stehen hier im Vordergrund. Beim Soundsystem machen die Verantwortlichen jedoch keine Experimente – hier steht an der jeder Stage eine zum Teil fast schon überdimensionierte Funktion One-Anlage. Immer wieder fällt einem vor Ort ein, dass der Abstand zur Zivilisation so dermaßen groß ist, dass auch jegliche Auflagen und dB-Limits praktisch nicht vorhanden sind. Jedoch absolut omnipräsent ist ein Gefühl von angenehmer Intimität zwischen den Besuchern, dass im Laufe des Wochenendes stetig steigt.

Seinen absoluten Höhepunkt erlebt das Festival an jedem Tag gegen 6 Uhr in der Früh, wenn sich der Großteil der Besucher an der Sunrise-Stage versammelt, um dem Augenblick entgegen zu tanzen, in dem die Sonne hinter dem Berg aufgeht, während im gleichen Augenblick ein fast schon mythischer Nebel über dem Tal liegt. Im kommenden Jahr zelebriert das Festival sein Jubiläum. Aufgrund des zwar großzügigen, aber dennoch nicht zu allzu großen Erweiterungen geeignetem Geländes, liegen die Chancen mehr als gut, dass der bislang sehr charmante Charakter auch in den kommenden Jahren so bleibt. Und so freuen wir uns auf eine weitere Edition Meadows In The Mountains in 2020. Bereits jetzt sind Super-Early-Bird-Tickets für das kommende Jahr erhältlich. Mehr Infos unter www.meadowsinthemountains.com