Melodic-House-Szene trauert um ukrainischen Produzenten

Die Melodic-House-Szene hat einen ihrer sensibelsten Klangpoeten verloren: Der ukrainische Produzent Anderholm ist nach einem langen Kampf gegen Hirnkrebs verstorben.

Die Nachricht verbreitete sich am Wochenende über seine offiziellen Social-Media-Kanäle. Hinter dem Künstlernamen stand Yevhen, ein Musiker, der durch Tiefe und Zurückhaltung auffiel.

„An alle, die Yevhen alias Anderholm und seine Musik geliebt haben – danke, dass ihr ihn auf seinem Weg begleitet habt. Nach langem Kampf gegen Hirnkrebs ist er verstorben. Seine Musik bleibt, eine wunderschöne Erinnerung an seine Seele“, schrieb seine Familie.

Die bewegenden Worte lösten in der elektronischen Szene große Betroffenheit aus – nicht nur bei Fans, sondern auch bei bekannten Kolleginnen und Kollegen. Einer der ersten, der sich öffentlich äußerte, war Lane 8.

Der US-amerikanische DJ und Gründer des Labels This Never Happened hatte Anderholm früh unter Vertrag genommen. „So untröstlich“, schrieb der Produzent. „Ruhe in Frieden an einen wunderschönen Menschen, der viel zu früh von uns gegangen ist. Ich sende seinen Freunden und seiner Familie in dieser unglaublich schweren Zeit meine Liebe.“

Anderholm veröffentlichte auf This Never Happened einige seiner gefühlvollsten Tracks. Besonders Stücke wie „Fragments“, „Rising“ und „Stay“ zeigten seine musikalische Handschrift: introspektiv, melancholisch, getragen von emotionaler Tiefe.

Während andere auf große Festival-Hooks setzten, schuf er Soundscapes zum Innehalten. Seine Musik wurde oft fester Bestandteil in den DJ-Sets von Lane 8, obwohl Anderholm nie das Rampenlicht suchte.

Sein Beitrag zum Label war leise, aber prägend – eine Art musikalisches Rückgrat, das den emotionalen Charakter von This Never Happened mitgestaltete. Nicht nur Lane 8, auch viele weitere Künstlerinnen und Künstler äußerten öffentlich ihre Trauer.

Ruben de Ronde schrieb: „Wir senden Kraft und Liebe an seinen engen Kreis und seine Familie. Deine Musik lebt für immer weiter.“ Richard Walters erinnerte sich: „Es tut mir so leid, dies zu lesen. Er war ein sanfter und freundlicher Mensch mit einem erstaunlichen Ohr für Musik.“

Auch Acts wie Nora En Pure, Bryde, CORNELIUS und Ashiba drückten öffentlich ihr Beileid aus. Es zeigt, wie tief Anderholms Wirken in der Szene verwurzelt war – auch wenn sein Name nie ganz oben auf den Line-ups stand, war seine Musik für viele ein stiller Begleiter.

Quelle: We Rave You

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