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Wer kennt Per Martinsen eigentlich nicht? Als Mental Overdrive erlangte er mit seinen Releases auf R&S in den 90ern weltweite Aufmerksamkeit und schuf sich mit Transmedia-Kunstprojekten und dem Schreiben von Musik zu alten russischen Stummfilmen weitere Standbeine. Mit “Cycls“ beweist er auf zehn Titel, dass Musik keiner Altersbeschränkung unterliegt und er längst noch nicht zum alten Eisen gehört. Futuristisch, spacig entführt er mit dem Opener “A Fireball, It Is Red, The Sky Looks Black About It“. ”Sunstorm” belegt, dass er seine Linie treu bleibt. 90er Keys und einfach strukturierte Rhythmik mit gebrochenen, perkussiven Elementen, zeichnen ein melodiöses Bild. Mir klingt das ein wenig zu popig. Doch er kann auch anders, wenn sanfte Bässe in darken Abgründen stromern (“Trollhunter“), balearische Gitarren über Perkussions streichen (“Damacus“) oder wild um sich schlagende Rhythmik ein Tollhouse veranstaltet (“Quarks“). Eingängiger klingen Titel wie “Dada Urka“ oder das technoide “Beaches“, wo gemäßigter House mit kleinen Fanfaren und Chords arbeitet. Läuft groovy. Insgesamt bietet Per viel aus unterschiedlichen Bereichen mit Anspruch und prima Teilergebnissen an. Als Longplayer wird gesamtheitlich nicht unbedingt eine Einheit daraus. 7/10 Carsten Becker