„Missbrauch“: Kritik für fabrics Deal mit St. Paul’s Cathedral

Eine neue Partnerschaft zwischen fabric und der St. Paul’s Cathedral sorgt für Kritik.

Peregrine Hood, Präsident der Nelson Society und Nachfahre von Nelsons Bruder, bezeichnete die Zusammenarbeit als „Beleidigung“ für das Andenken des britischen Marinekommandanten Lord Horatio Nelson.

Die Londoner Kathedrale hatte am 1. September bestätigt, dass fabric eine Veranstaltungsreihe mitorganisieren werde. Dabei soll das Verhältnis zwischen zeitgenössischer Musik und dem historischen Gebäude thematisiert werden.

Die erste Veranstaltung des auf vier Jahre angelegten Deals ist für den 29. Oktober geplant. Im Hauptbereich der Kathedrale sollen die Besucher Platz nehmen. Dort hatte fabric bereits zuvor Veranstaltungen organisiert, bei denen unter anderem RY X und Patti Smith auftraten.

Die aktuelle Zusammenarbeit findet allerdings nicht in der Krypta statt, in der sich Nelsons Grab befindet. Wie Mixmag berichtet, kritisierte Hood die Veranstaltungen dennoch scharf. Gegenüber The Telegraph sagte er, sie kämen einem „Tanzen auf Nelsons Grab“ gleich.

Nelsons Grab befindet sich in der Nelson Chamber im Zentrum der Krypta von St. Paul’s. Die Kathedrale vermietet die 250 Plätze umfassende Nelson Chamber nach eigenen Angaben unter anderem für „Pre-Dinner-Drinks-Empfänge“.

Die Veranstaltungen von fabric selbst sollen dort jedoch nicht stattfinden. Hood weitete seine Kritik über das Gedenken an Nelson hinaus aus. St. Paul’s sei „einer der großen heiligen Orte des Christentums“ und habe eine enorme Bedeutung für das nationale Leben und die Geschichte Großbritanniens.

Nelson stamme zudem aus einer eng mit der Kirche verbundenen Familie. „Vielleicht ist es dieser Missbrauch eines heiligen Ortes, der ihn noch mehr beunruhigt hätte als die Aussicht, auf seinem Grab zu tanzen“, sagte Hood.

Abschließend fragte er: „Ist nichts mehr heilig?“ Die Positionierung der Kathedrale sei „zutiefst deprimierend“. Eine Stellungnahme seitens fabric gibt es zu den Vorwürfen bislang nicht.

Quelle: Mixmag

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