Diese News lässt uns in der Tat mit verdutzten Gesichtern ins Wochenende starten. Wie die BILD-Zeitung heute berichtet, hat das Amtsgericht München nun tatsächlich entschieden, dass ein 44-jähriger offiziell “zu alt” für die Teilnahme an einer Techno-Party ist.

Anlass war die Klage eines Mannes, der am 26. August 2017 am Festival “Isarrauschen” auf der Praterinsel in München teilnehmen wollte. Der dort tätige Türsteher ließ den 44-jährigen Selbstständigen wegen seines Alters nicht rein. Dieser forderte daraufhin vom Veranstalter 1000 Euro Entschädigung wegen Altersdiskriminierung. Als ihm das verweigert wurde, reichte er eine Klage mit dem Argument, “es habe ein Verstoß gegen das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz vorgelegen. Er habe die Abweisung als kränkend empfunden, weil er nicht so alt aussehe wie 44 Jahre, die in seinem Pass stünden. Außerdem hätte er eine deutlich jüngere Freundin, die wohl auch nicht mit ihm zusammen wäre, wenn er aussähe wie ihr Vater.”

Das Amtsgericht überzeugte er mit dieser Erklärung nicht. Die Richterin entschied: „Bei derartigen Disco-Veranstaltungen steht nicht allein die Musik im Vordergrund, sondern das gemeinsame Feiern. Das Gelingen einer solchen Veranstaltung hängt damit entscheidend von einer gelingenden Interaktion unter den Gästen ab.“ Ihre Schlussfolgerung: „Daher ist eine Auswahl der Gäste, um einen gelungenen Abend zu gestalten, vernünftig, um den Interessen der Gäste und des Veranstalters gerecht zu werden.“

Mit anderen Worten: Wenn der Veranstalter sagt „zu alt“, ist das auch so. Die Richterin wies die Klage ab und erklärte, es gebe ja genug andere Veranstaltungen in der Stadt, bei denen die Besucher nicht so jung sein müssten. Deshalb sei „die vorliegende Benachteiligung hinnehmbar“. Der Abgewiesene gibt trotzdem keine Ruhe. Erst legte er Berufung ein, verlor wieder. Jetzt versucht er es bei der höchsten Instanz, dem Bundesgerichtshof. Dessen Entscheidung steht noch aus.

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