„Musik ist der Schlüssel, der mich durchs Leben führt“ – Peter Brandenburg im XXL-Interview

„Musik ist der Schlüssel, der mich durchs Leben führt“ – Peter Brandenburg im XXL-Interview

Die Faszination für die Musik der Szene zieht sich wie ein roter Faden durch Peter Brandenburgs Leben. Von den ersten Klängen der Kindheit bis hin zu den großen Bühnen neben Szenengrößen wie WestBam. Der Weg von Peter Brandenburg ist fast so facettenreich wie seine Sets. Abseits der Bühne ist seine Geschichte vor allem eine Erzählung über Widerstandsfähigkeit. Nach seiner lebensbedrohlichen Herzoperation Anfang 2025 und einem musikalischen Neuanfang mit PEBRA Records spricht er mit uns über Schicksalsschläge, die Magie von Vinyl und die Kraft der Musik.

Wann und wie hast du deine Liebe zur Musik und speziell zur elektronischen Musik entdeckt?

Die Liebe zur Musik geht bei mir sehr weit zurück. Bevor ich überhaupt geboren wurde, war ich wohl schon in der Schwangerschaft ein sehr aktives Kerlchen – sagt zumindest meine Mum. An einem Dienstag um 22:30 Uhr wurde ich am Wismarer Ortseingangsschild im Krankenwagen geboren. Von Wismar ging es dann direkt nach Rostock zur Not-OP. Eine schwere Zeit für die Familie, aber schon damals war meiner Familie klar: Das ist ein Kämpfer. Ein halbes Jahr lang OPs, Krankenhaus – und trotz aller Strapazen habe ich mein Lächeln nie verloren. Und weil ich wohl aussah wie der kleine Muck, war damit auch mein Spitzname „MUCKY“ geboren – der später sogar mein Künstlername wurde.

Als Kind habe ich schon immer gerne Topfschlagen gespielt – das waren meine ersten „Klänge“. Später habe ich dann mit dem Tonbandgerät meines Vaters experimentiert. Ich habe Bänder abgerollt, geschnitten, wieder zusammengeklebt… Ton an, Ton aus. Heute weiß ich, woher der Begriff Bandsalat kommt, lach. Sehr oft habe ich mit meiner Mutter und meiner Schwester gesungen – „I wanna be loved by you“ von Marilyn Monroe und viele andere schöne Kinderlieder. Unser Dad war damals nicht so oft zu Hause, er war bei der Armee.

In der Schule ging es weiter: Ich war an meiner Gesamtschule in der Zweiseenstadt Warin für die Hofpausenmusik verantwortlich. Unsere Schule – an der ich auch einmal Klassensprecher war – hatte dafür einen kleinen Raum mit einem Schrank, einem Mikrofon und draußen zwei montierten Boxen. Abspielgeräte waren damals erst Kassetten, später CDs. Die ersten Partys habe ich für die Schule und für Freunde organisiert.

Später ging es dann mit meiner Schwester MILKY zur ersten großen Party ins Heizhouse Parchim. Ich war damals noch sehr jung, mein Spitzname war „Mucky“. Ich durfte nur im oberen Bereich der Diskothek stehen und vom Balkon zum DJ hinunterschauen. Der Weg dahin durch die Flure, durch die Floors – Wahnsinn. Tausende Menschen, die sich in den Armen lagen – in Kostümen, Raverlook, Lasershow, Schweiß, der von der Decke tropfte, Getränkekarten zum Durchknipsen und Co. Unten an der Kanzel spielte DJ Rom von Cuepoint Records. Als ich zum DJ hinunterblickte und die tanzende Menge sah, hat mich das so bewegt, dass mir klar wurde: Das möchte ich auch. Mit drehenden Platten Menschen glücklich machen. In diesem Moment wusste ich: Ich werde DJ.

Kannst du dich noch an deinen ersten DJAuftritt erinnern? Wo war er und wie lief er ab?

Oh ja, und wie. Mein erster offizieller Auftritt war im Gummibärchen Schwerin, noch unter dem Namen DJ MUCKY – ich würde sagen, damals die größte Diskothek in Norddeutschland. Hier musste ich als Neuling den Resident und den Betreiber überzeugen… aber erst einmal hieß es: üben, üben, üben. Ich habe damals meine erste Ausbildung zum Metallbauer in Schwerin gemacht und hatte dort eine kleine Wohnung auf dem Dreesch. Bis ich dort überhaupt spielen konnte, musste ich mir von meinem kleinen Lehrlingsgehalt – 220 Mark, glaube ich – die nötige Technik, also Mixer und Pioneer‑Vinylplattenspieler, zusammensparen. Monatelang gab es Reis mit Ketchup oder als Highlight mit Thunfisch dazu, haha. Nachdem ich dann mein erstes DJ‑Setup zusammengespart hatte, ging es ins Bootshaus zu meiner Cousine Anja in meine Heimatstadt Warin, wo ich am Wochenende oder auch in der Woche immer geübt habe – Tag und Nacht, zusammen mit meinen Kumpels. In meiner Schweriner Wohnung konnte ich wegen der Lautstärke nicht üben… daher Warin am See, Bootshaus.

Deine Anfänge waren mit Vinyl verbunden. Wie wichtig ist dir dieses „Handwerk“ heute?

Vinyl ist für mich die Wurzel. Es zwingt dich, Musik zu fühlen und nicht nur zu klicken. Jeder erlernte Part, bis die Musikplatte läuft und der Übergang sitzt, hat seinen Sinn. Du lernst, etwas in die Hand zu nehmen, auf dem Musik gespeichert ist – eine Platte aufzulegen, dann die nächste, dann das Timing. Du lernst Respekt vor dem Mix, vor der Technik, und du lernst, dass ein Übergang mehr ist als ein Knopf. Die Schulung des Gehörs ist enorm wichtig für alles, was man damit erreichen möchte – aber genauso wichtig ist das Gefühl auf der Tanzfläche, die Menschen zu lesen und daraus etwas Musikalisches zu formen, das die Crowd glücklich macht. Heute spiele ich digital, weil es der Standard und deutlich flexibler ist – aber das Handwerk aus der Vinylzeit steckt irgendwie immer noch in jeder Bewegung, die ich am Mixer mache, wenn ich spiele. Der Trend geht auch wieder zurück zum Handwerk, gerade beim Auflegen – ob in Livestreams oder in diversen Clubs. Die Echtheit der alten Sounds auf den Floors und die alten Zeiten leben wieder auf. Wenn ich heute meine Plattensammlung durchforste und die Tracks anhöre, bekomme ich Gänsehaut. Musik, die lebt – sie hatte nur irgendwie eine Pause.

Du hast dich in der Schweriner Szene sehr aktiv gezeigt. Erkläre uns mal bitte die Jobparade.

Schwerin war damals wie meine zweite Heimat. Als ich mich als Newcomer‑DJ MUCKY nach und nach im hart umkämpften DJ‑Markt ein wenig etabliert hatte, lernte man auch schnell viele Menschen in der Szene kennen. Mit mehreren DJ‑ und Musikkollegen, mit denen ich damals unterwegs war, hatten wir dann die Möglichkeit, die Jobparade‑Hymne zu präsentieren. Man muss sich das vorstellen: vor ca. 30.000 Menschen am Schweriner Schloss – das war krass… so um 2002 bis 2003. Die Jobparade war, wenn ich mich richtig erinnere, organisiert vom DGB und vom Büro VIP und Piste usw. Da ging es damals darum, die Politik auf die aktuelle Lage aufmerksam zu machen – Jugendarbeitslosigkeit, Ausbildungsplätze oder Stellen für junge Leute. Ganz MV und darüber hinaus traf sich in Schwerin mit geilen Trucks, toller Show und großer Bühne direkt neben dem Schweriner Schloss. Ich durfte dort als Newcomer DJ MUCKY mehrmals spielen – neben Dr. Motte, Starsplash, Mike Hasemann, Mike MH4 usw. Auch hochrangige Politiker waren vor Ort. Nach der Parade gab es dann ein Abschlussevent „Spätschicht“ – zuerst an der Halle am Schweriner Fernsehturm, später dann in der Kongresshalle Schwerin. Was für ein Erlebnis. Wenn wir es heute betrachten, gibt es mehr Jobs und Möglichkeiten, aber nicht ausreichend Personal. Wie sich das Blatt wenden kann…

Vor nicht allzu langer Zeit hattest du große gesundheitliche Probleme. Was genau ist dir widerfahren?

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort, sagt man oft… Für mich war das letzte Jahr das herausforderndste überhaupt. Wenn ich zurückblicke: mein letzter Auftritt in Wismar zum RT‑Cup, dann Schwerin für einen sehr guten Freund. Erst fühlte ich mich vor Auftritten oder am Tag selbst etwas niedergeschlagen und habe dieses Gefühl lange nicht richtig einordnen können. Ich dachte: „Ich fühle mich nicht… das ist das Alter… das wird schon wieder.“ Doch ich musste mich eines Besseren belehren.

2024 war ich neben meinem Hauptjob im Bereich Grafik und Design bei der Bundeswehr parteilos ehrenamtlich in meiner Heimatstadt aktiv und war Vizebürgermeister – und nachts auf Bühnen in MV unterwegs, unter anderem als Support‑Act für Westbam, Dune, DJ Quicksilver u.v.m. Bei mir lief alles wie am Schnürchen, bis dann…

Ab etwa November 2024: nächtliches Schwitzen, Schüttelfrost, vergrößerte Milz, Schwindel, Gewichtsabnahme… mehrere Wochen lang Arztbesuche und Untersuchungen, aber keine Ergebnisse. Kein Long‑Covid, kein Krebs, kein Tumor, kein Schlaganfall oder sonstiges. Mir ging es immer schlechter und keiner wusste, was los ist. Weihnachten und Silvester habe ich dann nur noch im Bett gelegen und konnte gar nichts mehr.

Dann Neujahr 2025: der letzte Besuch beim Hausarzt, der mich sofort in die Uniklinik Rostock eingewiesen hat. Dort hat es eine Woche gedauert, bis der Schlüssel gefunden wurde: Durch ein Schluckecho konnte man sehen, dass die Herzinnenwand entzündet war – Auslöser waren Keime und Bakterien am Herzen. Infektiöse Endokarditis. Sofort wurde eine Not‑OP eingeleitet, und ohne dass ich mich von irgendjemandem verabschieden konnte, habe ich innerlich schon teilweise mit meinem Leben abgeschlossen. Ich habe den Assistenzärzten gesagt, was sie meiner Familie ausrichten sollen – ich konnte einfach nicht mehr.

Es folgte eine OP am offenen Herzen, bei der die Erreger entfernt wurden und eine Rekonstruktion stattfand. Nach mehreren Stunden bin ich wieder aufgewacht und lag auf der Intensivstation. Dann nahm alles seinen Lauf… fünf Wochen Krankenhaus, die Herz‑OP überstehen, die Erreger loswerden… anschließend zwei Rehamaßnahmen und viel Geduld. Von 220 auf 0 – am 11.01.2025. Heute ist mein zweiter Geburtstag, zusammen mit meinem Freund Rob aus Wismar.

Nach deiner OP hast du dich zurückgekämpft. Warum teilst du dieses intime Detail mit deinen Fans?

In meiner schwersten Zeit habe ich in der Uni-Klinik Rostock gemerkt, dass das, was ich mir eingefangen hatte, etwas Seltenes ist. Viele Studierende und junge Ärztinnen und Ärzte waren interessiert, wollten wissen, wie es dazu kam und wie sich alles entwickelt hat. Ich wurde dort oft interviewt und habe offen erzählt, weil ich selbst vorher nicht wusste, was eine Endokarditis überhaupt ist.

Heute weiß ich: Schon eine einfache Zahn‑OP kann Keime in die Blutbahn bringen, die sich am Herzen festsetzen. Oder – wie vermutlich bei mir – ein angeborener Herzfehler, durch den sich die Erreger nach meinen Infektionen 2024 dort sammeln konnten. Gerade nach der schwierigen Corona‑Zeit wollte ich auf dieses Thema Endokarditis aufmerksam machen, weil solche Fälle selten sind, aber oft tödlich enden. Ich habe unglaublich viele positive Rückmeldungen bekommen – und auch viele Nachrichten von Menschen, die ähnliche Symptome hatten – bis heute.

Ich teile das, weil ich glaube, dass Ehrlichkeit verbindet. Viele Menschen kämpfen im Stillen. Und wenn jemand wie ich  – der mitten im Leben bzw. auf Bühnen steht, Energie verteilt und eigentlich immer stark wirkt – offen sagt: „Ich war am Boden, aber ich bin wieder aufgestanden“, dann kann das Mut machen. Ich erzähle meine Geschichte nicht, um Mitleid zu bekommen, sondern um zu zeigen, dass Rückschläge nicht das Ende sind, sondern manchmal der Anfang von etwas Neuem.

Peter Brandenburg im Live-Stream mit Mario Kroll/Bildquelle: @pebraentertainment

Wie hat diese Erfahrung deinen Blick auf Musik und Szene verändert?

Zum einen war ich erstaunt, dass Musik selbst in dieser schweren Zeit eine Rolle gespielt hat. In der Klinik und in den Rehazentren habe ich tolle Menschen kennengelernt, und schnell hat man einen gemeinsamen musikalischen Nenner gefunden. Musik verbindet – das habe ich dort noch einmal ganz neu gespürt. Allen Menschen, die mich begleitet haben, gilt mein größter Dank.

In der Szene selbst war ich überwältigt, wie viele hunderte Nachrichten ich u.a. über die sozialen Netzwerke bekommen habe. Es hat mir unglaublich viel Kraft gegeben, diese Genesungswünsche zu lesen – egal, ob man sich zehn Jahre nicht gesehen hat oder ob es enge Freunde, Schulfreunde, DJ‑Kollegen, Geschäftspartner oder Menschen aus aller Welt waren. Für jede einzelne Nachricht bin ich von Herzen dankbar – besonders meiner Familie. Auch hier hat es mir die Augen geöffnet, wer im Ernstfall wirklich da ist.

Heute spüre ich Musik anders. Ein Drop geht tiefer, ein Moment mit der Crowd bleibt länger hängen. Ich spiele nicht mehr, um zu glänzen, sondern um zu fühlen. Seit dieser Zeit hat sich etwas in mir verschoben: Ein Publikumsmoment hat mehr Seele, ein Set mehr Herz. Die Szene ist für mich kein Rennen mehr, sondern ein gemeinsamer Herzschlag.

Ist Musik für dich Kraftquelle oder Wegweiser?

Das Leben ist kein Ponyhof, sagt man… Die Welt steckt voller Krisen, und am Ende bleibt uns nur, das Beste daraus zu machen. Für mich war Musik immer die Richtung, die mir gezeigt hat, wo es langgeht. Die Hürden im Leben – die ersten gesundheitlichen Probleme direkt nach der Geburt, Hänseleien und Mobbing im Kindesalter und in der Jugend wegen meiner Behinderungen und Narben, der frühe Tod meines Vaters, meine Berufsunfähigkeit im ersten Job als Metallbauer – all das habe ich gemeistert, und immer war Musik an meiner Seite. Sie ist mein Leben und meine Kraftquelle, die mich immer wieder aufstehen lässt. Und auch später, im Erwachsenenalter, merke ich, dass Missgunst und Vorurteile leider eher mehr geworden sind. Auch hier bin ich betroffen – und trotzdem kämpfe ich weiter. Musik gibt mir nicht nur Stärke, sondern auch die Möglichkeit, mein Lächeln, guten Sound und positive Energie an andere weiterzugeben. Menschen auf dem Dancefloor oder irgendwo anders glücklich zu machen – das ist für mich ein Geschenk. Das möchte ich weitergeben: Egal wie schwer es ist, gestalte dein Leben und suche das Positive, auch wenn es manchmal kaum sichtbar scheint. Nach meiner letzten Geschichte fühle ich mich befreit – offen für Neues und bereit, Altes loszulassen. Gesundheit, Liebe und Glück sind unser gemeinsames Element. Und die Musik ist für mich der Schlüssel und mein Wegweiser, solange ich leben darf.

Mit „ENDLOS“ schließt du BRABU MUSIC ab und startest mit PEBRA RECORDS neu. Warum dieser Schnitt?

Der ursprüngliche Gedanke, hier im Norden ein neues und breites Label aufzubauen und musikalisch neue Wege zu gehen, hat mir die ersten wichtigen Erfahrungen im gesamten Business gegeben. Aus BRABU Media & Music wurde 2026 PEBRA Entertainment – und PEBRA Records ist heute ein fester Bestandteil davon. Eigentlich haben sich nur die internen Strukturen verändert. Der neue Name PEBRA Records steht für meine Initialen und wirkt dadurch persönlicher und direkter. Hier entstehen weiterhin neue Produktionen, die ich gemeinsam mit meinem Produzenten Mario Kroll Music aus Lüneburg entwickle und forme.

„ENDLOS“ war für mich der Abschluss eines Kapitels, das mich geprägt hat. BRABU MUSIC war wichtig, aber ich habe gemerkt, dass ich mich nach dem holprigen Jahr 2025 neu entwickeln möchte – musikalisch, visuell und emotional.

 

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 Du hast mit Mike Hasemann und Charly Lownoise gearbeitet. Was nimmst du aus dieser Zeit mit?

Von Mike habe ich gelernt, wie wichtig Struktur und Professionalität sind – aber auch, wie entscheidend es ist, auf dem Teppich zu bleiben. Er sagte immer zu mir: „Peter, Neid musst du dir erarbeiten. Der Erfolg kommt von ganz allein.“ Dieser Satz begleitet mich bis heute. Wenn ich zurückblicke, ist es unglaublich, dass ich als Newcomer‑DJ im Jahr 2000 auf dem Alpha‑Festival in der Kongresshalle Schwerin spielen durfte. Ich stand damals mit Superstars auf einem Flyer – das war für mich das größte Highlight. Heute darf ich auf kleinen und großen Bühnen stehen und mit den Stars der Szene wie Westbam oder DJ Quicksilver gemeinsam auftreten. Dass das nicht selbstverständlich ist, habe ich gelernt – und ich bin dafür und für alles andere sehr, sehr dankbar. Von Charly habe ich ebenfalls viel gelernt. Ich erinnere mich genau an PRORA 2003 auf Rügen: Ich durfte nach Starsplash spielen. Ich habe gezittert, aber gleichzeitig gedacht: „Wenn er das kann, kann ich das auch.“ Seine Performance, sein Einsatz, die Hands‑Up‑Momente, der Umgang mit dem Mikro, das Timing – all das zu sehen, zu spüren und abzuspeichern, war für mich prägend. Solche Momente von solchen Größen mitzuerleben, war ein Geschenk. Beide haben mir gezeigt, dass ein DJ nicht nur Musik spielt, sondern Geschichten erzählt.

Welche Acts haben deinen Sound am meisten geprägt?

Über die letzten zwei Jahrzehnte waren es vor allem:

VIZE Music, Alle Farben, Robin Schulz, Felix Jaehn, Gestört aber Geil u.v.m.

ATB, Cosmic Gate, DJ Tatana, Mind-X & DJ Energy, Armin van Buuren, Tiesto u.v.m.

Du legst viel Wert auf Interaktion via Twitch, TikTok und bald Kick. Was bedeutet dir deine digitale Fanbase?

Schon 2020, während der Pandemie, habe ich mich sehr schnell für das Livestreaming interessiert. Ich wollte nicht akzeptieren, dass wir plötzlich nicht mehr spielen dürfen. Also habe ich angefangen zu streamen – und so entstand „Peters Beste“, eine kleine Musikshow mit den besten elektronischen Hits. Das hat mir und den Zuschauerinnen und Zuschauern Mut gegeben, diese Zeit zu überstehen. Später ging es weiter mit größeren Livestreams in Wismar, in einer riesigen Schiffshalle. Dort hatten wir Gäste, DJs, ein richtiges Set‑up – und haben live gestreamt. Solche Streams verbinden, und sie sind heute ein wichtiger Bestandteil im Musikmarkt: eine elektronische Visitenkarte der eigenen Musik, aber auch der eigenen Fanbase. Neben den echten Events und dem Leben da draußen bedeutet mir diese digitale Community unglaublich viel. Sie ist treu, direkt, ehrlich und immer da. Und genau deshalb starte ich jetzt wieder durch: Das Studio ist auf den neuesten Stand gebracht, und ich werde versuchen, Streams auch „on tour“ zu machen – oder ganz klassisch aus meinem Studio zuhause.

Wohin geht deine künstlerische Reise 2026?

2026 wird wieder gestreamt, im Studio oder an besonderen Orten der Welt. Mit meinem Freund und Produzenten Mario Kroll entstehen neue Songs und Artist‑Projekte – von zart bis hart. Dazu kommen neue DJ‑Mixe, neuer Merch und geplante Gigs: das Strand Openair Neukloster/Warin, im August das Yachtresort Waren/Müritz und im September Wismar tanzt. Auch meine Anfrage an das Airbeat‑One‑Team für Juli 2026 ist raus – dort wieder spielen zu dürfen, wäre ein Traum. Ich darf wieder Musik machen und Träume haben. Menschen begeistern, Mut geben und ein Lächeln schenken. Danke an alle, die 2025 an mich gedacht haben.

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