Nach Lärmbeschwerden 2025: Nature One erhält strengere Auflagen

Wenige Wochen vor dem Start der Nature One verschärfen die Behörden die Vorgaben für eines der größten Techno-Festivals Deutschlands. Hintergrund sind Beschwerden über Lärmbelästigungen nach der Ausgabe 2025. Für die diesjährige Veranstaltung muss der Veranstalter deshalb zusätzliche Auflagen zum Lärmschutz erfüllen.

Die Nature One findet vom 30. Juli bis 2. August auf dem Gelände der ehemaligen Raketenbasis Pydna bei Kastellaun statt. Mehr als 60.000 Besucher werden erwartet. Nach Angaben der Verbandsgemeindeverwaltung Kastellaun wurden die neuen Maßnahmen gemeinsam mit Betroffenen, der Genehmigungsbehörde und Mitarbeitern der Verwaltung erarbeitet.

Zu den wichtigsten Neuerungen gehört die Verpflichtung, ein zertifiziertes Fachbüro mit der Erstellung eines Lärmkonzepts zu beauftragen. Eine solche Vorgabe hatte es für die Ausgabe 2025 noch nicht gegeben. Der Veranstalter I-Motion habe zugesagt, das Konzept bis zur 29. Kalenderwoche vorzulegen.

Auslöser für die verschärften Anforderungen waren nach Angaben der Verwaltung „vereinzelt Beschwerden aus den Nachbarorten über Lärmbelästigungen“. Diese hätten Gespräche mit Anwohnern und Behörden nach sich gezogen. Die nun beschlossenen Auflagen seien das Ergebnis dieses Austauschs.

Künftig soll das beauftragte Fachbüro außerdem Lärmmessungen in den umliegenden Gemeinden durchführen. Nach aktuellem Stand sind Messpunkte in Kastellaun, Reich, Wüschheim und Neuerkirch vorgesehen. Weitere Orte können nach Abstimmung mit den Sachverständigen hinzukommen.

Besonders deutlich fällt eine weitere Vorgabe aus: Werden die vorgeschriebenen Lärmwerte überschritten, müssen die betroffenen Anlagen vom Stromnetz getrennt werden. Damit sollen Grenzwertüberschreitungen unmittelbar unterbunden werden.

Ergänzend muss der Veranstalter erstmals ein Beschwerdemanagement einrichten. Ziel ist es, Anwohnern eine leicht erreichbare Anlaufstelle zu bieten, damit Beschwerden direkt aufgenommen und bearbeitet werden können. Sämtliche Meldungen sollen anschließend auch an die Verbandsgemeinde Kastellaun weitergeleitet werden.

Werden die Lärmauflagen oder Grenzwerte nicht eingehalten, kann dies als Ordnungswidrigkeit gewertet werden. In solchen Fällen sind Bußgelder von bis zu 5.000 Euro möglich. Ob und in welcher Höhe Sanktionen verhängt werden, will die Verwaltung nach Abschluss des Festivals anhand der gesammelten Erkenntnisse entscheiden.

Trotz der strengeren Vorgaben bleibt das musikalische Programm umfangreich. Mehr als 350 internationale Künstler werden auf der Nature One erwartet. Erstmals steht Fatboy Slim auf der Pydna auf dem Line-up. Außerdem sind unter anderem Paul Kalkbrenner, Sven Väth und Paul van Dyk angekündigt. Gespielt wird auf vier Floors sowie in 15 individuell gestalteten Clubs auf dem Festivalgelände.

 

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Quelle: Rhein-Hunsrück-Zeitung

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