
Über 400 Künstler und Labels beteiligen sich am kulturellen Boykott „No Music For Genocide“ und entfernen ihre Musik aus Streamingdiensten in Israel.
Der Schritt startete als Reaktion auf den Krieg in Gaza und Repressionen gegen pro-palästinensisches Engagement; neu dabei sind u. a. Horsegiirl und Orbital, die sich der Linie von Massive Attack anschließen.
Eine UN-Untersuchungskommission, Völkerrechtler und Menschenrechtsorganisationen werfen Israels Regierung vor, in Gaza die palästinensische Bevölkerung gezielt zu vernichten – durch Tötungen, systematische Zerstörung, Blockade humanitärer Hilfe und untragbare Lebensbedingungen. Israel nennt die Vorwürfe „verleumderisch“ und „skandalös“ und prangert Einseitigkeit beim UN-Menschenrechtsrat an.
Mehrere Kriterien der UN-Genozid-Konvention seien erfüllt. Neben den Angriffen auf Gaza führte Israel im Sommer 2025 Militäroperationen gegen Syrien und Iran durch, bei denen zahlreiche zivile Opfer zu beklagen sind.
Die jüngste UN-Vollversammlung forderte mit großer Mehrheit die Schaffung eines unabhängigen Palästinenserstaats und ein sofortiges Ende der Kriegshandlungen in Gaza. Die Resolution kritisiert offen Israels Angriffe auf Zivilisten und Infrastruktur; Israel und die USA lehnen sie ab.
Zu den Unterstützern des Protests zählen Massive Attack, Horsegiirl, Yaeji sowie die Labels PAN und 3XL. Horsegiirl hat sich noch nicht öffentlich geäußert, steht jedoch auf der Liste. Ebenfalls genannt werden Rina Sawayama, Primal Scream, Saul Williams, Mogwai, Kneecap, Ben Howard und Enter Shikari.
„In Solidarität mit der Initiative „No Music For Genocide“ haben wir unser Label, Because Music / @londonrecords, offiziell gebeten, sämtliche Musik von Orbital aus den DSP-Streamingdiensten in Israel zu entfernen. Wir stehen gemeinsam mit @massiveattackofficial und allen Künstlern, die Gerechtigkeit, Verantwortlichkeit und ein Ende der Gräueltaten fordern. #NoMusicForGenocide“
„Wir appellieren an alle Musikerinnen und Musiker, ihre Trauer, Wut und künstlerischen Beiträge in eine kohärente, vernünftige und dringend notwendige Aktion zu verwandeln, um die unaussprechliche Hölle, die den Palästinensern Stunde um Stunde widerfährt, zu beenden“, heißt es weiter.
Am 29. und 30. September veranstaltet „No Music For Genocide“ einen 48-stündigen Stream mit Radio Alhara راديو الحارة aus dem besetzten Westjordanland. Die Aktion wird von BDS und der Palestinian Campaign for the Academic and Cultural Boycott of Israel unterstützt.
Massive Attack kündigten an, wegen des Krieges im Gazastreifen Streams ihrer Musik in Israel verbieten zu lassen. Die Band stellte bei der Universal Music Group den formellen Antrag, ihre Musik aus allen Diensten in Israel zu entfernen.
Zusätzlich baten Massive Attack, sie „aus den Streaming-Diensten von Spotify in allen Ländern zu entfernen“. Grund sind demnach die „erheblichen Investitionen“ des Spotify-Gründers Daniel Ek in ein Unternehmen, das sich auf künstliche Intelligenz für militärische Zwecke und Kampfdrohnen spezialisiert hat.
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