Nach Shlømo-Booking: ADE stoppt Zusammenarbeit mit Veranstaltern

Das Amsterdam Dance Event hat seine offizielle Zusammenarbeit mit den Veranstaltern Komplott und Overgave beendet.

Grund ist deren Entscheidung, den französischen Hard-Techno-DJ Shlømo trotz gegen ihn erhobener Vorwürfe wegen sexuellen Fehlverhaltens für eine ADE-Veranstaltung zu buchen. Die Party sollte am 21. Oktober im Amsterdamer Club Panama stattfinden.

Im Februar hatten mehrere Frauen Berichte über sexuelles Fehlverhalten von Shlømo und weiteren DJs aus der Hard-Techno-Szene veröffentlicht (FAZEmag berichtete). Im Juni wurde laut der Non-Profit-Organisation METOODJS eine formelle Beschwerde beim Pariser Justizgericht eingereicht.

Darin werden Shlømo, bürgerlich Shaun Baron-Carvais, unter anderem „Vergewaltigung, psychische Gewalt und Todesdrohungen“ vorgeworfen. Laut der niederländischen Zeitung Het Parool läuft inzwischen eine strafrechtliche Untersuchung wegen entsprechender Vorwürfe. Baron-Carvais weist die Anschuldigungen entschieden zurück.

ADE begründete die Trennung mit den eigenen Werten. Die Entscheidung von Komplott und Overgave, an der Buchung festzuhalten, stehe im Widerspruch zur Mission des Festivals, eine sichere Nachtleben-Community zu fördern. „Unsere angeschlossenen Partner müssen sich an diesen Standards orientieren“, teilte ADE mit.

Zwar verwies das ADE darauf, dass die einzelnen Veranstalter für ihr Programm verantwortlich seien. Die Konferenz entzog Komplott und Overgave dennoch die offizielle Zugehörigkeit. Die Party hätte zunächst auch unabhängig vom ADE stattfinden können.

Nach der Entscheidung zogen sich jedoch zwei bereits angekündigte Acts aus dem Line-up zurück. Unter wachsendem Druck sagten die Veranstalter die Veranstaltung schließlich am Sonntagabend ab.

Komplott erklärte, man habe nie die Absicht gehabt, „soziale Unruhen, Spaltung oder Schmerz zu verursachen“. Die Diskussion um das Booking habe eine deutlich größere Dimension angenommen als bei der Planung der Veranstaltung erwartet.

„Unser Ziel war es, Menschen durch Musik zusammenzubringen und nicht zu weiterer Spaltung oder Feindseligkeit beizutragen“, erklärte Komplott. Unter den aktuellen Umständen würde eine Fortsetzung nicht mehr dem ursprünglichen Zweck entsprechen, weshalb man sich zur Absage entschieden habe.

In den Kommentarspalte des ADE meldeten sich u. a. auch weibliche Artists zu Wort, die die Entscheidung unterstützen und begrüßen, darunter AMMARA, Daniella Da Silva, Marie Montexier, KTK, Emma Olivary, Danielle Tudahl und SOVA.

Quelle: edm.com

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