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Wenn die Sonne langsam hinter dem Horizont versinkt und sich die Dämmerung über die Stadt legt, ist es Zeit für ihn, aufzubrechen. Aufzubrechen in die Anonymität der Nacht, die im Urbanen zahllose Facetten bietet. In ihr bewegt sich der NACHTMENSCH mit Leichtigkeit und lässt seinen Alltag hinter sich. Sein nächtliches Dasein ist bestimmt von der Symbiose aus sanfter Melancholie und unbändiger Lebensfreude.
Die erste Single von NACHTMENSCH zum leuchtenden Trip durch die Dunkelheit trägt in logischer Konsequenz den Titel „Sonne“. Er ist elektronisch, geprägt von deepen Sounds, sanften und doch treibenden Beats, angereichert mit organischen Klängen und einem Text voller Herz und Verstand. Wir trafen die drei Nachtmenschen kürzlich zum Interview.


Welche Emotionen verbindet ihr mit der Musik im Allgemeinen und mit eurer im Speziellen?

Sänger: Mit unserer Musik verbinde ich viel Arbeit und den Spaß daran, sie zu entwickeln. Musik ist ALLES!

Ihr bedient euch der deutschen Sprache. Warum habt ihr euch dafür entschieden, anstatt aufs sonst in diesem Bereich übliche Englisch zu setzen? Ist es schwieriger oder einfacher, sich in seiner Muttersprache auszudrücken?

Drummer: Ich finde, dass die Qualität unseres Sängers auf Deutsch besonders zur Geltung kommt. Da sich sonst deutschsprachige Sänger häufig über ihre Emotion ausdrücken, aber nicht durch starke Gesangsperformance. Bei uns steht beides im Vordergrund.

Was inspiriert euch für eure Musik? Welche musikalischen Einflüsse spielen bei euch eine Rolle? Wo liegen eure Wurzeln?

Drummer: Inspiration finden wir überall – jeden Tag hören wir neue Musik im Netz oder auf Festivals, auf denen wir neue Acts sehen können. Unsere Wurzeln sind sehr vielseitig.

Welchen Bezug habt ihr zu elektronischer Musik? Was bedeutet sie für euch?

Sänger: Ich mache bereits seit 15 Jahren elektronische Musik, und für mich ist House nichts anderes als die Weiterentwicklung des Disco/Souls. Ich bin letztendlich ein Kind des funky House der späten 90er Jahre – neben vielen anderen Einflüssen. Momentan feiere ich solche Sachen wie SOHN und Oliver Schories sehr. Am Ende geht aber nichts über Marvin Gaye! Gaye once a day keeps …

Sänger: Wir sind melancholische Optimisten. Am Ende des Tunnels steht immer ein wenig Hoffnung bereit. Wir sind Teil dieser oft erdrückenden Welt und bahnen uns optimistisch unseren Weg durch das Labyrinth. Was wir auf dieser Reise erleben, berichten wir in unseren Texten.

Seid ihr alle drei definitiv Nachtmenschen? Was könnt ihr der Nacht abgewinnen, was euch der Tag nicht bieten kann?

Drummer: Die Nacht hat Schatten … man kann sich mit jemand anderem zurückziehen und in der Nacht verlieren. Ganz anders als es tagsüber funktioniert – wenn das Telefon klingelt und alle zur Arbeit gehen. Die Dunkelheit hat ihren Reiz.

Keyboarder: Die Nacht hat einfach ganz besondere Eigenschaften: Es liegt ein Filter über der Welt und alles erscheint anders. Raum und Zeit verschwimmen, und die Sinne reagieren anders. Man nimmt dadurch eigentlich alles um sich herum anders wahr. Und darin liegt eine magische Kraft.

Wie passt es zusammen, dass das erste Stück von Nachtmensch ausgerechnet „Sonne“ heißt?

Keyboarder: „Sonne“ ist ein Wort mit einer starken Symbolkraft. Da steckt ganz viel drin: Wärme, Glück, Freiheit, Liebe, Energie … Der Song thematisiert die Sehnsucht nach den Gefühlen, die das Wort „Sonne“ in uns auslöst. Auch der Nachtmensch und der getriebene Alltagsmensch brauchen irgendwie Sonne. Alle suchen ja ihr ganzes Leben nach dem Glück – sowohl am Tag, als auch in der Nacht.

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