Fotocredit: Kimberly Shepherd Photography


Nachdem uns in der März-Ausgabe Definition:Music von Labelhead Definition vorgestellt wurde, hatten wir die Chance, eine aufstrebende Künstlerin zu interviewen, die ihr EP-Debüt auf dem Schweizer Label feiert. Es geht um Natascha Polké, eine Allrounderin mit fundiertem musikalischem Background.

Natascha machte ihre musikalischen Anfänge als Singer-Songwriterin. Seitdem sie denken kann, schreibt sie Songs, erzählt sie. Mit einem Studium manifestierte sie ihre Passion: „Mit 19 Jahren bin ich nach London gezogen, um mich dieser Leidenschaft zu widmen. Dort habe ich Songwriting studiert und war mit einer Indie-Electronic-Band unterwegs.“ Ihre Begeisterung für elektronische Musik habe Natascha damals schon gehabt. So war sie in einem Studio in London als Produzentin tätig und sei dann richtig auf den Geschmack gekommen. Darauffolgend begann sie aufzulegen. Die ersten Gigs ließen nicht lange auf sich warten: „Nach meiner Rückkehr in die Schweiz begann ich dann auch direkt, im Hive Club Zürich eigene Techno-Events zu organisieren“. Doch ihre ersten musikalischen Schritte machte Natascha schon in Teenager-Jahren. Sie begann, Songs aufzunehmen, sei aber zunächst noch auf Produzenten angewiesen gewesen. Mit 18 Jahren fing sie dann an, sich das Produzieren selbst beizubringen. „Ich liebe es, mich in meinem Homestudio einzuschließen und mich bis in die Nacht hinein in Sounds zu verlieren. Mehrheitlich produziere ich solo, bin aber auch ein großer Fan von Kollaborationen, bei denen ein Fluss von gegenseitiger Inspiration entstehen kann.“

Aktuell macht sie Musik, bei der sie zwei Welten verbindet: „In meinen Vocals, die ja auch Teil meiner Signatur sind, hört man wohl die Spuren meiner Singer-Songwriter-Zeit. Die Beats sind dann eher vom Techno inspiriert. Allem voran sind mir eine mystische Melancholie wichtig und das Zusammenfügen von akustischen sowie elektronischen Instrumenten, getragen von einem Beat, bei dem man den Kopf mühelos ausschalten kann.“ Begeistert sei sie besonders von verträumten, intimen Vocals und treibenden Beats, die im Einklang zueinanderstehen. „Für mich ist es immer ein Spiel zwischen unterschiedlichen Texturen und Klangfarben, die miteinander ,flirten‘, sich gegenseitig bereichern und dabei stilistische Grenzen überschreiten.“ Ihre Idole seien das Duo Howling, bestehend aus Ry X und Frank Wiedemann, „(…) die von entgegengesetzten Enden des Genre-Spektrums kommend rohe und gleichzeitig fragile organische Klänge mit perfekten elektronischen Beats verschmelzen. Dabei entsteht ein Sound, der mir immer wieder Hühnerhaut gibt.“ Ferner sei auch Christian Löffler eine große Inspiration für sie: „Ich liebe die Melancholie in seiner Musik und wie er Ambient-Sounds mit akustischen Instrumenten und elektronischen Klängen kombiniert! Deshalb fand ich es natürlich besonders cool, dass er Apardes Remix von meiner ersten Single ,Neverland‘ in seinen letzten Mix integriert hat.“ Auch Elena Tonra, die Sängerin von Daughter, sei für sie schon immer ein Vorbild gewesen, was Vocal-Sound und Lyrics angeht.

Durch die Networking-Skills ihrer Freundin Mandy Chong wurde der Kontakt zu Dimitri, dem Labelhead von Definition:Music, der sie schon früh mit seiner Musik mitgerissen habe, hergestellt. „Zwischen Dimitri und mir hat die Chemie sofort gestimmt und die entstandene Freundschaft zu ihm bedeutet mir viel. Ich bin sehr dankbar dafür, mein Debüt-Release bei einem Label herausgeben zu dürfen, das mit so viel Herzblut geführt wird.“

Im Hinblick auf zukünftige Gigs hat sich Natascha schon Gedanken gemacht: „Ich bin nach wie vor daran interessiert, verschiedene Konzertformate auszutesten. Ein Format, das mich bis jetzt besonders inspiriert hat, sind Live-Auftritte mit ,Band‘. Die Kombination von Live-Vocals und Auflegen habe ich bis jetzt noch nicht probiert, wäre aber sicher eine coole Idee, wenn ich alleine performe. Let’s see what 2021 brings. Allem voran hoffe ich, dass überhaupt endlich wieder Konzerte und Partys möglich sein werden.“

 

 

Aus dem FAZEMAG 110/04.2021
Text: Niklas
Foto: Kimberly Shepherd Photography
www.facebook.com/nataschapolke.ch