
Helene Reiner ist Journalistin und Moderatorin. Für das ZDF hostet sie den „heute journal“-Podcast und moderiert erstmals am 6. Mai die TV-Sendung „XY – Spuren des Verbrechens“. Die Wahlmüncherin ist darüber hinaus seit gut zehn Jahren als DJ und Produzentin aktiv und sammelt Schallplatten. Sie ist Teil des Teil des Münchner gewaechshouse-Kollektivs und releast Tracks auf dem Label Superpartyrecords.
Helene, du bist in den letzten Jahren sehr erfolgreich als Moderatorin („XY – Spuren des Verbrechens“) und Podcast-Host (ZDF heute journal) aktiv. Außerdem hast du vor einigen Jahren den Instagram-Kanal „News-WG“ vom Bayerischen Rundfunk mitgegründet und moderierst ab dem 6. Mai die Sendung „XY – Spuren des Verbrechens“ im ZDF. Wie viel Zeit bleibt da noch für das DJing?
Aktuell leider zu wenig. Für meine Jobs als Moderatorin brauche ich gerade jede Energie, die ich auftreiben kann. Ich merke, dass ich nächtliche Club-Gigs am Wochenende nicht mehr so gut wegstecke. Und auch die Feierabend-Auflegesessions zuhause sind seltener geworden. Einfach, weil ich so viel unterwegs bin. Und meine Hotelzimmer haben alle kein DJ-Setup. Schade eigentlich. Das wäre nämlich genial!
Wie bist du beim DJing gelandet und welche(s) Genre(s) bedienst du?
Ich komme aus einer Musikerfamilie, habe als Jugendliche aber vor allem klassische Musik gehört und Cello gespielt. Als ich 20 war, haben plötzlich immer mehr Freunde aus meinem Umfeld angefangen aufzulegen. Und ich dachte mir: Hey, das kannst du auch! Damals wie heute spiele ich am liebsten einen Genre-Mix aus House, Techno und Breaks. Es muss nicht immer Vinyl-Only sein, aber ein paar Perlen aus meiner Plattensammlung sollten schon dabei sein.
Hast du als DJ Vorbilder?
Monika Kruse war lange Zeit die einzige female DJ, die ich kannte. Die Szene war sonst komplett männerdominiert. Monika hat das aufgebrochen und war für mich ein wichtiges Vorbild. Dafür bin ich ihr bis heute dankbar.
Wie ist ungefähr das prozentuale Verhältnis deines Hauptjobs zum DJing, wie hat sich das in den letzten Jahren verändert und wie hättest du es gerne?
Das verläuft in Wellen und ist ziemlich unregelmäßig. 2024 gab es mal eine Phase mit 90 Prozent Auflegen, 10 Prozent Moderieren. Jetzt ist es genau andersherum. Das hängt auch stark von der medialen Auftragslage ab. Ideal fände ich ein Verhältnis von 70:30 – aber ich hab auch mit den Phasen meinen Frieden gefunden. So wird’s nie langweilig.
Was lernt die DJ von der Journalistin und umgekehrt?
Die DJ lernt von der Moderatorin das Storytelling. Wie man mit Musik eine Geschichte erzählt. Und wie man das Publikum liest. Die Journalistin wiederum lernt von der DJ das Im-Moment-Sein. Im Job habe ich so vieles gleichzeitig im Kopf – Zahlen, Daten, Zitate, Schlagzeilen. Beim Auflegen bin ich dagegen komplett im Flow, konzentriere mich auf eine einzige Sache und arbeite ganz praktisch mit den Händen.
Gibt es einen Club oder ein Festival, auf dem du unbedingt mal spielen möchtest?
Fabric, London. Und Burning Man. Ich weiß, größer geht’s nicht – aber man wird ja mal träumen dürfen. 🙂
Foto: www.instagram.com/hell__ene
Aus dem FAZEmag 171/05.2026