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NEVERSEA Festival – eine sehr coole Experience

Auf nach zum Schwarzen Meer, ab zum Neversea Festival!

Zugegeben, wir hatten Constanta in Rumänien bisher in kaum einer Weise auf dem Schirm.
Die Stadt direkt am Schwarzen Meer ist ungefähr so groß wie Wiesbaden und ist im Begriff, dass Miami oder Ibiza Rumäniens zu werden. Das war die Instruktion, die uns unser Fahrer gegeben hat. Aber der Reihe nach erzählt. Das Neversea Festival ist die kleine Schwester des UNTOLD Festivals, das ebenfalls in Rumänien stattfindet. Hier sind wir schon zwei Mal gewesen und waren jedesmal geplättet über den farbenfrohen, riesengroßen und professionellen Zirkus, der dort aufgebaut wird.
Dieses Mal also voller Erwartungen zum Neversea. Man fliegt nach Bukarest, wo uns ein Fahrer abgeholt hat. Rund 2,5 Stunden immer geradeaus Richtung Meer. In Constanta angekommen, empfängt uns ein leuchtendes Meer aus blickenden Beach Bars, Luftmatratzen-Shops und anderen Touristen-Buden. Halb Rumänien macht hier im Sommer Urlaub.
Das Meiste spielt sich am Mamaia Beach ab, einer 300 Meter schmalen und fast 12 Kilometer lange Landzunge im Norden des Stadtzentrums, gefüllt mit Hotels in allen Klassen und unzähligen Bars und Clubs. Angeblich habe der vorherige, extrovertierte Bürgermeister von Constanta begonnen, die Stadt und ihren unsagbar langen Strand zu einem Urlaubseldorado aufzubauen für Familie wie für Partyurlauber. Wir haben einen Taxifahrer gefragt, was man unbedingt in Mamaia gesehen haben müsse als Tourist. Er schaut uns grinsend an und antwortet: „In Mamaia? Haha, people usually come here for the weekend, go to clubs and get silly drunk!“ In der Tat muss das Szenario einem Vergleich mit dem Ballermann wenig scheuen. Die Stadt ist auf Tourismus vorbereitet.
Neversea und sein Stammfestival Untold sind in Rumänien eine große Sache. Die Berichterstattung über das Ereignis erstreckte sich über die Fernsehbildschirme des Flughafens, und rund um Constanta gab es riesige Plakate, die für das Ereignis warben. Geleitet von einem erstklassigen Marketingteam verfügen sie über eine verblüffende Menge an Investitionen von Banken, Supermarktketten und Dutzenden von globalen Marken. Dies spiegelte sich in der riesigen Auswahl wider, zu der unter anderem Steve Aoki, Afrojack und Popstars wie Sean Paul und G-Eazy gehörten, die beide in Rumänien massiv sind. Neversea kommt ein bisschen wie Coachella rüber, sowohl in Bezug auf die Musikpolitik als auch auf die Produktion.
Neben der Pop- und EDM-orientierten Mainstage und The Ark, die sich auf Drum & Bass konzentrierte, gab es drei Bühnen – The Temple, Daydreaming und Oasis – die ein dichtes Programm an Underground-Elektronikmusik am Start hatten. Sie alle hatten ausgezeichnete Soundsysteme und ein bemerkenswertes Bühnenbild. Die Daydreaming Stage startete jeweils schon tagsüber, DIREKT am Strand vom Schwarzen Meer, so dass die Wellen noch beinahe auf den Floor kamen – das ist WOW! Hier trifft man die Namen, die aktuell auch gerade in den Ibiza-Clubs gehypt werden wie Black Coffee, Guy Gerber oder Behrouz. Wir tanzen barfuß am Strand, während der Vollmond das Meer hinter der Bühne erhellte.
Auf den beiden anderen anderen ‚kleineren‘ Bühnen Temple und Oasis kamen die aktuell abgefeierten Techno-Acts wie Dubfire und Boris Brejcha und die Melodie-Helden Tale Of Us und Agents Of Time im Programm zum Einsatz plus viele rumänische DJs.

Es ist kein Geheimnis, dass Minimal House und Techno in Rumänien sehr cool sind, und es gab viele lokale Künstler, die die Szene vertreten. Sets von Raresh, SIT, Praslea, sowie Livio & Roby geben den lässigen Vibe am Strand unheimlich gut wieder.

 


Die Main Stage, voll bewaffnet mit Konfetti, Luftschlangen und Pyrotechnik, schiesst natürlich bildstark aus allen Rohren.
Auch die anderen Bühnen sind schon WOW. Bei der Temple Stage wird ein Wasserfall aus der Ferne täuschend echt über den DJ simuliert. Bei der Daydreaming Stage schaut man hinter dem Act direkt aufs Meer und den Sonnenaufgang dahinter. Verrückt, diese Beach-Party.

Ein Floor tauchte nicht in der Beschreibung und im Lageplan auf, der Nostalgia Floor. Ebenfalls auf dem feinen Sandstrand, pickepacke voll, mit dem heißesten Stuff von 2 Unlimited bis Snap und ziemlich ausgelassener Feierei. Boiler Room Vintage Classics.

Das Marketing-Team hat richtig einen rausgehauen, um den ausländischen Medien, das Festival, sowie die Region von der besten Seite zu zeigen. Jedes Festival-Bändchen wurde mit knapp 250 EUR aufgeladen, für vier 4 Tage Rumänien garantiert dass ein sehr effektives Grundrauschen.
Zusätzlich wurden zwei Tagestrips angeboten: Segeln auf dem Schwarzen Meer inklusive unerwarteter ID-Kontrolle durch die Politia de Frontiera Romana und ein Speedboat-Trip auf dem Donaudelta bis zum Schwarzen Meer. Beides sehr starke Eindrücke von der weiten, schönen Landschaft. Wir wären nie auf die Idee gekommen, dass wir in Rumänien haufenweise wilde Pelikane aus nächster Nähe sehen würden.

Das lokale Essen ist echt lecker und macht in großer Runde von unserem internationalen Presse-Besucher-Team noch mehr Spaß.Gut runtergespült mit einem rumänischen Wein – perfekt. Das Klima dort sei, so unser Guide, vergleichbar mit Bordeaux oder Burgund in Frankreich, entsprechend hervorragende Weine werden auch dort produziert. Können wir nur bestätigen und haben gleich ein paar Flaschen mitgebracht.

Aus unserer bisherigen Festivalerfahrung spielt das Neversea Festival in einer ganz eigenen Liga. Einmal in Constanta angekommen, ist es super erreichbar, teils sogar zu Fuss. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist aus mitteleuropäischer Sicht 1a und man kann sich wenige Taximinuten weiter ganz gechillt, auch ohne Beschallung, ans Meer legen und irgendetwas mit Schirmchen am Glas trinken.

Das Neversea Festival ist eine coole Erfahrung. In seiner dritten Ausgabe kamen bereits 240 000 Besucher an vier Tagen. Allein am Sonntag waren 60 000 Feiernde auf dem Gelände. Damit wird schnell klar, welchen enormen Stellenwert das Festival bereits in kurzer Zeit erlangt hat.

Ganz sinnvoll zu wissen:
Ein ganz nützlicher Hinweis: jede Bestellung mit einem  ‚mulțumesc-te‘, dem rumänischen Dankeschön zu erwidern, macht den Aufenthalt sehr einfach und freundlich.

Ihr könnt euch jetzt schon auf www.neversea.com für 2020 registrieren und hängt am besten einen kleinen Rumänien-Urlaub dran. Der lohnt auf jeden Fall auch!

Foto Credits: Neversea Festival, Lukas Fritscher