
Wenige Tage vor dem geplanten Start des Festivals „Hai in den Mai“ vom 30. April bis 3. Mai 2026 ist weiterhin unklar, ob die Veranstaltung in Stemwede stattfinden darf.
Die Waldfrieden-Events GmbH erhöht nun den Druck auf die Gemeinde und fordert eine schnelle Entscheidung. Auslöser der aktuellen Situation ist die verweigerte naturschutzrechtliche Befreiung durch den Kreis Minden-Lübbecke.
Dennoch sehen die Veranstalter laut einem Bericht der NOZ die Verantwortung inzwischen klar bei der Gemeinde und widersprechen der Darstellung, eine Entscheidung sei ohne diese Befreiung nicht möglich.
In einer Mitteilung heißt es dazu: „Die Gemeinde Stemwede stellt die Situation öffentlich so dar, als könne sie erst entscheiden, wenn eine naturschutzrechtliche Befreiung des Kreises vorliegt. Das ist rechtlich nicht haltbar“. Beide Verfahren seien unabhängig voneinander zu betrachten.
Zusätzlich verweisen die Organisatoren darauf, dass der Bürgermeister zuvor signalisiert habe, es gebe abseits der naturschutzrechtlichen Frage keine grundlegenden Einwände. Eine Genehmigung sei bereits in Aussicht gestellt worden, weshalb die aktuelle Haltung für Unverständnis sorgt.
Grundsätzlich stellt die Waldfrieden-Events GmbH infrage, ob eine Befreiung überhaupt notwendig ist. „Bei der Neuausweisung des Landschaftsschutzgebietes 2018 wurde uns ausdrücklich zugesichert, dass die Veranstaltungen auf dem Waldfrieden-Gelände unter Bestandsschutz fallen und wie bisher weitergeführt werden können“.
Auch die Argumentation des Kreises, das Festival sei zu groß geworden, weisen die Veranstalter zurück. „Das Gegenteil ist der Fall.“ Seit den Corona-Jahren seien sowohl Besucherzahlen als auch die Anzahl der Veranstaltungen nachweislich gesunken.
Demnach finden außerhalb der Festivals aktuell keine Outdoor-Veranstaltungen mehr statt. Gleichzeitig wurde der Ticketverkauf für 2026 auf maximal 4.999 Besucher begrenzt. Aktuell sind rund 3.800 Tickets verkauft, etwa 500 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Die Unsicherheit scheint sich direkt auf das Kaufverhalten auszuwirken. „Normalerweise werden gerade in den letzten Tagen vor dem Festival die meisten Tickets verkauft. Dass dieser Effekt in diesem Jahr ausbleibt, ist unmittelbar auf den anhaltenden Schwebezustand des Genehmigungsverfahrens zurückzuführen“.
Selbst bei voller Auslastung würde das diesjährige Event laut Veranstalter das kleinste „Hai in den Mai“ seit über zehn Jahren darstellen. Der wirtschaftliche Druck steigt damit parallel zur rechtlichen Unsicherheit.
Besonders kritisch sehen die Organisatoren das Zusammenspiel zwischen Kreis und Gemeinde. „Wenn der Kreis die Veranstaltung für nicht durchführbar hält, hätte er sie untersagen müssen, anstatt den Ball zurück zum Bürgermeister zu spielen.“
Weiter heißt es: „Und wenn der Bürgermeister meint, keine Genehmigung erteilen zu können, dann erwarten wir eine förmliche Entscheidung, keine weitere Untätigkeit.“ Das Hin- und Herschieben der Zuständigkeit sei keine tragfähige Lösung.
Um Bewegung in die Situation zu bringen, haben die Veranstalter nun eine klare Frist gesetzt. „Wir haben den Bürgermeister mit Frist bis Montag 12 Uhr um eine verbindliche Entscheidung gebeten.“
Sollte diese Entscheidung ausbleiben, kündigt die Waldfrieden-Events GmbH Konsequenzen an: „Sollte diese ausbleiben, sehen wir uns gezwungen, alle verfügbaren Optionen in Betracht zu ziehen, auch wenn wir ein Verfahren gegen die Gemeinde eigentlich vermeiden wollen“.
Die Unterstützung der Einwohner vor Ort scheint dem Festival sicher. Eine Facebook-Userin schreibt: „Auch wenn es nicht so meine Musik ist drücke ich euch als Stemwederin ganz feste die Daumen das es stattfindet und ihr weiter machen könnt. Eure Festivals bedeuten so vielen Menschen sehr viel.“
Quelle: NOZ
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