Nusha und NERVO bündeln ihre Kräfte: „Don’t Run“ zielt auf die großen Festivalbühnen

Mit ihrer kompromisslosen Mischung aus treibendem Techno und markanter Bühnenpräsenz hat sich die rumänische Produzentin Nusha längst einen festen Platz in der internationalen Szene erarbeitet – und war nicht zuletzt bereits auf unserem Cover zu sehen. Für ihre neue Single „Don’t Run“ holt sie nun prominente Verstärkung ins Studio: das australische DJ- und Songwriter-Duo NERVO. Herausgekommen ist ein kraftvoller Crossover aus düsterem Hard-Techno-Groove und prägnanten Vocal-Elementen, der gezielt auf große Festivalmomente abzielt. Ein Track, der die Energie beider Welten bündelt und den Sommer auf den Dancefloors prägen dürfte.

Liv und Mim, ihr seid weltweit bekannt für euer Songwriting und zahlreiche Chart-Hits in der Pop- und elektronischen Musik. Und NUSHA, du bist seit 2015 eine feste Größe in der internationalen Techno-Szene. Wie ist diese Zusammenarbeit entstanden?

NERVO:
Wir haben NUSHA vor etwa vier Jahren in Deutschland kennengelernt. Wir haben beide in einem Club gespielt und uns im Backstage-Bereich unterhalten. Ich glaube, Liv hat NUSHA zuerst ein Kompliment für ihre großartigen Haare gemacht, und dann sind wir einfach ins Gespräch gekommen – über das Leben, über das Touren, darüber, als Frauen in der Szene unterwegs zu sein, über Familie. Wir haben praktisch durchgehend geredet, bis wir schließlich auf unsere Floors mussten, um unseren Gig zu spielen. Zwischen uns dreien gab es sofort eine Verbindung und eine gemeinsame Wellenlänge.
Wir sind danach in Kontakt geblieben, zunächst privat, und irgendwann haben wir darüber gesprochen, gemeinsam Musik zu machen. Es war gar nicht so leicht, unsere Zeitpläne zu koordinieren, und NUSHA war es schließlich, die die erste Idee eingebracht hat, die das Ganze ins Rollen brachte. Wir haben mehrere Versionen hin und her geschickt, bis alles gepasst hat. Den finalen Mix haben wir bei Tomorrowland Winter erstmals gespielt, und die Reaktion war überwältigend. Wir freuen uns riesig, den Track jetzt gemeinsam veröffentlichen zu können.

NUSHA:
Als wir uns in Deutschland kennengelernt haben, fühlte es sich ehrlich gesagt an, als hätten wir lange verlorene Schwestern wiedergefunden. Liv und Mim haben eine unglaubliche, ansteckende Energie. Wie sie schon gesagt haben, haben wir stundenlang über alles gesprochen – von Herausforderungen in der Branche bis hin zum Alltag. Zwischen uns dreien entstand sofort eine Art „blonde connection“.
Nachdem wir in Kontakt geblieben waren, wusste ich, dass ich unsere beiden musikalischen Welten miteinander verbinden wollte. Ich habe ihnen eine rohe, harte Techno-Idee geschickt und mich gefragt, ob sie vielleicht zu heavy sein könnte – aber sie haben sie sofort geliebt und ihren eigenen Zauber hinzugefügt. Zu sehen, wie dieses Projekt nun Wirklichkeit geworden ist – von einem Backstage-Gespräch bis zur Premiere bei Tomorrowland Winter – ist einfach unglaublich. Ich bin überzeugt, dass das ein großer Sommer-Track wird.


„Don’t Run“ wird als ein Track beschrieben, der mit Kontrolle und Dynamik spielt. Könnt ihr uns durch eure kreative Zusammenarbeit führen und erklären, wie ihr NERVOs „commanding whispers“ mit dem harten Techno-Groove ausbalanciert habt?

NERVO:
Wir haben das Gefühl, dass dieser Hard-Techno-Drop auf all unseren Bühnen funktioniert. Die Sounds verschmelzen ohnehin oft miteinander, und unser Geschmack entwickelt sich ständig weiter. Es wäre seltsam, wenn wir heute noch das Gleiche spielen würden wie vor sieben Jahren. Wer weiß, mit welchen BPM-Zahlen und Drops wir in Zukunft arbeiten werden!

NUSHA:
Diese Balance zu finden, war ehrlich gesagt der spannendste Teil des Produktionsprozesses. Hard Techno lebt von roher, unaufhaltsamer Energie – aber ohne Momente von Spannung und Kontrolle verliert der Drop seine Wirkung. Als Liv und Mim ihre markanten, bestimmenden Flüstervocals geschickt haben, hat sofort alles gepasst.
Ihre Stimmen bringen eine unheimliche, hypnotische Kontrolle in die Build-ups und ziehen die Hörer ganz nah heran, bevor der schwere, treibende Groove vollständig übernimmt. Wir haben viel Zeit damit verbracht, den Mix immer wieder feinzujustieren, damit die filigranen, luftigen Klangfarben ihrer Stimmen nicht von der massiven Kickdrum überdeckt werden. Genau darin zeigt sich die Synergie unserer Styles: die Verbindung aus eingängiger, polierter Vocal-Energie und der dunklen, kompromisslosen Kraft der Techno-Szene.


NUSHA, wie steht diese Zusammenarbeit für das „nächste Kapitel“ deiner Karriere und für die Vision deines Labels KOMBUSTIVE?

NUSHA:
Ich habe KOMBUSTIVE im Jahr 2025 gegründet und das Label bislang ausschließlich genutzt, um meine eigenen Solo-Tracks zu veröffentlichen und den charakteristischen Sound zu definieren. Die Vision hinter KOMBUSTIVE war immer, energiegeladenen, explosiven Techno zu veröffentlichen – Tracks, die den Dancefloor wirklich entfachen.
Dass ein so starkes Duo wie NERVO nun die erste große Zusammenarbeit auf meinem Label darstellt, ist für mich ein enormer Meilenstein. Es zeigt, dass dieses nächste Kapitel davon handelt, Grenzen zu überschreiten, unterschiedliche Bereiche der elektronischen Musik miteinander zu verbinden und zu beweisen, dass wir gemeinsam eine starke Einheit bilden können. Der Name „Kombustive“ passt perfekt zur Energie zwischen uns dreien.


Ihr habt alle große Erfolge in einer von Männern dominierten Branche erreicht – NERVO als über Jahre hinweg höchstplatzierte weibliche DJs und NUSHA als eigenständige Künstlerin aus Rumänien. Habt ihr einen Rat für junge weibliche Artists, die in diese Szene einsteigen möchten?

NERVO:
Die Branche ist heute deutlich offener dafür, dass Frauen Produzentinnen, DJs oder Labelbetreiberinnen sind. Deshalb ist jetzt ein sehr guter Zeitpunkt für junge Künstlerinnen, sich voll auf ihre Musik zu konzentrieren. Wir unterstützen alle Frauen, die gerade ihren Weg gehen. Es ist großartig zu sehen, wie viele Künstlerinnen heute Festivals headlinen und 2026 die großen Bühnen dominieren.

NUSHA:
Ich stimme Liv und Mim vollkommen zu – wir bewegen uns auf eine viel ausgewogenere Zukunft zu, und es ist unglaublich inspirierend zu sehen, wie kreative Frauen Verantwortung übernehmen. Mein wichtigster Rat ist, sich vollständig in das eigene Handwerk zu vertiefen: diese schlaflosen Nächte im Studio investieren, das eigene Equipment bis ins Detail kennenlernen und einen Sound entwickeln, der wirklich einzigartig ist. Die Szene ist offener geworden, aber am Ende muss deine Musik für sich sprechen. Hab keine Angst, mutig zu sein, bleib deiner Vision treu und umgib dich mit Menschen, die dich unterstützen.


Mit welchen Herausforderungen hattet ihr auf eurem Weg zu kämpfen?

NERVO:
Es gab viele Hürden, als wir entschieden haben, nicht mehr nur im Hintergrund zu arbeiten, sondern selbst als DJ-Artists aufzutreten. Einige der männlichen DJs, für die wir zuvor produziert hatten, haben das nicht unterstützt – andere wiederum schon. Und genau diesen Unterstützern werden wir immer dankbar sein.
Ein DJ hat uns sogar einmal geraten, mit dem Touren aufzuhören und Kinder zu bekommen. Er selbst hat drei Kinder mit zwei verschiedenen Frauen und musste nie dauerhaft zu Hause bleiben und die Rolle des Vaters übernehmen – daher fiel ihm dieser Ratschlag vermutlich leicht. Für uns war das hingegen ein großer Schritt und ein großes Opfer – und ist es bis heute. Das ist nur ein Beispiel für die Herausforderungen, denen Frauen in vielen Branchen begegnen.

NUSHA:
Als ich 2015 versuchte, mich in der internationalen Techno-Szene zu etablieren, war das alles andere als einfach. Ich bin auf verschlossene Türen, Skepsis und Menschen gestoßen, die mich bremsen wollten. Aber wenn man sich voll auf seine Ziele konzentriert, groß denkt und von echter Leidenschaft getrieben wird, lässt man sich von negativer Energie nicht mehr aufhalten.
Ich habe diese frühen Schwierigkeiten als Antrieb genutzt. Ich habe einfach weitergearbeitet, bin bescheiden geblieben und habe konsequent an meinen Traum geglaubt. Wenn man das tut, erreicht man sein Ziel früher oder später.


Ihr seid alle für eure Live-Performances bekannt. Wie wird sich „Don’t Run“ eurer Meinung nach auf großen Festivalbühnen entfalten?

NERVO:
Wir hoffen immer auf das Beste und bereiten uns gleichzeitig auf das Schlimmste vor. Wir sprechen bereits über neue Tracks, die wir gemeinsam veröffentlichen und produzieren möchten. So ist das Geschäft: Manche Tracks funktionieren nicht, andere gehen durch die Decke. Wir versuchen einfach, Spaß zu haben und die Musik zu genießen. Wir sind wirklich dankbar für unsere Karrieren und dafür, dass wir mit dem, was wir lieben – Musik –, unseren Lebensunterhalt verdienen können.

NUSHA:
Hard Techno erlebt gerade einen enormen Boom. Wenn man diese treibenden, kompromisslosen BPM mit den ikonischen, bestimmenden Flüstervocals von NERVO kombiniert, entsteht eine enorme Spannung und Dynamik. Ich habe frühe Versionen von „Don’t Run“ bereits in meinen Sets getestet, und in dem Moment, in dem der Hard-Techno-Groove zusammen mit ihren Vocals einsetzt, verändert sich die Energie im Publikum sofort.
Ich freue mich sehr auf die Sommerfestivals, um diesen Track auf den größten Bühnen voll auszuspielen. Kreativ passen wir hervorragend zusammen, und ich bin überzeugt, dass das erst der Anfang ist, unsere Kräfte zu bündeln und unsere Styles miteinander zu verbinden. Ich bin sehr dankbar für dieses Projekt – und es wird definitiv noch mehr folgen.

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