
Am 19. November letzten Jahres hat Frankfurt ein Stück Club-Geschichte zurückerhalten. Im Museum Of Modern Electronic Music (MOMEM) ist bis zum 29. März 2026 die Ausstellung „OMEN Club Frankfurt 1988-1998 – New Electronic Ecstasy“ zu sehen, in der die Szenegeschichte des von Sven Väth mitgegründeten Clubs mit zahlreichen Ausstellungsstücken, Relikten und multimedialen Highlights eindrucksvoll beleuchtet wird. Wir wollten wissen, was die Ausstellung zu bieten hat und haben hierfür mit dem langjährigen OMEN-Resident Frank Lorber gesprochen.
Frank, du hast das OMEN als Resident maßgeblich mitgeprägt. Wie hat sich das für dich angefühlt, als du die Ausstellung das erste Mal betreten hast? Das war doch sicher emotional, oder?
Ja, das war schon sehr emotional – nach all den Jahren wieder so zurückgeholt zu werden in diese spezielle, sehr prägende Zeit. Wir haben damals Geschichte geschrieben, ohne es in dem Moment zu realisieren.

Nimm uns mit auf einen kleinen Rundgang durch die Ausstellung. Welche großen Highlights gibt es?
Die komplette Ausstellung ist das Highlight. Angefangen mit all den Fotos und Videos, die man gar nicht mehr auf dem Schirm hatte – da Fotos und Videos zu dieser Zeit sehr, sehr rar waren. Teile der originalen Dekoration aus dem OMEN wiederzusehen oder all die superschönen Flyer, Interviews und Statements von Wegbegleitern und natürlich auch Teile des originalen Equipments wiederzusehen, war schon Wahnsinn.
Gibt es einen Teil, der dich besonders beeindruckt hat bzw. der besonders gut gelungen ist?
Die Fülle an Originalmaterial ist sehr beeindruckend. Wahnsinn, was da alles zusammengetragen wurde. Ich finde vor allem die multimediale Tiefe großartig – einzutauchen in die Clubatmosphäre mithilfe der VR-Brillen ist schon sehr besonders und vermittelt den Besucherinnen und Besuchern einen kleinen Eindruck davon, wie es damals wohl war in den heiligen Hallen …
Auch du wirkst aktiv an der Ausstellung mit. Erzähl uns mehr dazu.
Als einer der Zeitzeugen, der dort fast sieben Jahre jedes Wochenende verbracht hat, gab es natürlich einiges zu erzählen. Das haben wir dann in einem einstündigen Video-Interview festgehalten und zusammengeschnitten, das dort auf großen Screens gezeigt wird. Unter anderem gab es am Eröffnungswochenende eine große Party im MOMEM, bei der unter anderem Toni Rios, Pauli Steinbach und ich aufgelegt haben – und zwar ausschließlich alte Tracks aus dieser Zeit. Die Resonanz darauf war so groß, dass beschlossen wurde, dies jetzt im Zuge der Ausstellung alle vier Wochen zu wiederholen.
Natürlich dürften insbesondere die älteren Generationen, die die Zeit aktiv miterlebt haben, von dem Projekt fasziniert sein. Inwieweit kann es dem Projekt aber auch gelingen, jüngere Menschen in den Bann der OMEN-Faszination zu ziehen?
Es waren sehr viele alte Stammgäste bei der Eröffnung da, aber auch viele jüngere Gäste, die das OMEN nur vom Hörensagen kannten und unbedingt den Vibe einfangen wollten, über den bis heute noch gesprochen wird.
In einem Interview sagtest du kürzlich, dass du dich an viele OMEN-Nächte nur noch vage erinnern kannst. Gibt es denn eine Nacht, die dir auf ewig im Gedächtnis bleiben wird?
Definitiv das Closing-Wochenende, als die Polizei spontan die komplette Junghofstraße gesperrt hat, um ein Verkehrschaos zu vermeiden – und am Ende mit uns mitgefeiert hat. So etwas wäre heute undenkbar.
Fotos: _.joolz._
Aus dem FAZEmag 167/01.2026
www.instagram.com/franklorber
www.momem.org