openDAW: Entwickler präsentiert kostenlose DAW für den Browser

Ein neues Open-Source-Projekt sorgt in der Musikszene für Aufsehen. openDAW soll eine digitale Audio-Workstation werden, die direkt im Browser läuft. Damit wäre es möglich, Musik jederzeit und überall zu produzieren, ohne Software installieren zu müssen.

Solche Ansätze gab es schon, doch nun startet André Michelle mit seiner Erfahrung im Bereich Browser-Audio ein vielversprechendes Projekt. „Für mich geht die Idee, die Produktion elektronischer Musik zu demokratisieren, auf die Mitte der 90er Jahre zurück. Damals war ich Mitte zwanzig und konnte mir keine vernünftige Hardware leisten, um mein eigenes Musikstudio zu betreiben“, so Michelle.

„Ich legte als DJ auf und verdiente meist gerade genug, um Miete und Essen zu bezahlen. Ich versprach mir selbst, dass ich, wenn ich jemals reich werden würde, Musikstudios in Großstädten für Leute wie mich bauen würde, die voller Leidenschaft und Kreativität sind, aber Schwierigkeiten haben, einen Job zu behalten.“

Der Webentwickler hat bereits mit Audiotool Erfolge gefeiert und bringt nun mit openDAW eine DAW an den Start, die sich an etablierte Programme wie Ableton Live, Bitwig oder Cubase anlehnt.

Noch sind die Funktionen begrenzt, doch die Plattform wächst und gewinnt zunehmend Unterstützer. Erste grundlegende Werkzeuge stehen bereits zur Verfügung, darunter ein Synthesizer und eine Sample-Funktion.

Aktuell bietet openDAW zwei Hauptmodule: den simplen Synthesizer „Vaporisateur“ mit MIDI-Unterstützung und „Tape“ für den Umgang mit Audio-Samples. Außerdem gibt es erste Effekte wie Delay, Reverb und EQ.

Synthesizer-Parameter und Effekte lassen sich automatisieren, und Samples können gestretcht werden. Diese Basis reicht bereits aus, um kleine Loops zu erstellen und erste Ideen festzuhalten.

Besonders spannend ist die intuitive Bedienung. Wer mit traditionellen DAWs arbeitet, findet sich schnell zurecht. Das macht openDAW nicht nur für Musiker, sondern auch für den Bildungsbereich interessant.

Die Plattform könnte eine praktische Lösung für Musikunterricht und kreative Skizzen sein, ohne dass teure Software angeschafft werden muss. Damit das Projekt weiter vorankommt, braucht es Unterstützung.

Über Discord können sich Interessierte informieren und austauschen. Zudem gibt es jeden Freitag ein Video-Meeting mit den neuesten Updates. Wer die Entwicklung finanziell fördern möchte, kann dies über Patreon tun.

openDAW steckt zwar noch in den Kinderschuhen, doch das Potenzial ist riesig – ein spannendes Projekt für die Zukunft der Musikproduktion. Michelle ist jedenfalls überzeugt von seinem Projekt.

Er träume immer noch von einem „freien Musikstudio“ mit einer großen, unterstützenden Gemeinschaft, die auf ihrem eigenen wachsenden Wissen aufbaue. Für ihn sei openDAW der „neue Leuchtturm am Horizont“.

„Es ist die Fortsetzung meiner Reise, die ich vor mehr als 25 Jahren begonnen habe. Ich bin fest entschlossen, sie Studenten, Musikern und Neueinsteigern näher zu bringen. Ich bitte euch, euch daran zu beteiligen, sei es durch Vorschläge, Feedback, Wissen, Hardware, Software, Ruhm oder einfach Geld.“

Quelle: opendaw.org / DJ Lab

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