OPID Records – Emotion und Groove

Michael Nowak & Oliver Schernhuber

Mit OPID Records hat sich in den vergangenen Jahren ein österreichisches Independent-Label etabliert, das melodische und organische House-Sounds mit einer klaren Vision verbindet. Dabei versteht sich OPID nicht nur als Plattform für Releases, sondern vor allem als Community für qualitative elektronische Musik abseits kurzfristiger Trends. Im Mittelpunkt stehen dabei Atmosphäre, Authentizität und ein familiärer Ansatz, der Künstler langfristig begleiten soll.

„Wir sind nicht nur ein Label im klassischen Sinn, sondern auch eine Gemeinschaft für qualitative elektronische Musik abseits des Mainstreams“, erklärt das Team. Der Auslöser für die Gründung sei dabei ein prägender Moment gewesen: „Beim Austrian Music Award haben wir erkannt, dass House Music kaum vertreten war. Deshalb gründeten wir 2023 OPID Records, um unsere Vision aktiv umzusetzen und mitzuhelfen, House Music wieder stärker zu positionieren.“

T. Markakis

Musikalisch bewegt sich das Label „zwischen melodischem und organischem Sound mit groovigen, hypnotischen Drums“. Die Musik solle „im Club wie im Warm-up funktionieren“ und stehe „für Leichtigkeit, Emotion und Energie statt Härte“. Besonders wichtig seien dabei nicht nur technische Aspekte, sondern vor allem Charakter und Atmosphäre: „Wichtig ist uns nicht nur starke Produktion, sondern auch Charakter, Atmosphäre und Authentizität.“ Gleichzeitig verstehe sich OPID „als Plattform für Künstler und Visionen – mit Fokus auf ehrliche Musik, die verbindet und langfristig Bestand hat“. Dabei setzt das Label bewusst nicht auf schnelllebige Trends. „Seit Beginn von OPID Records verfolgen wir keine Trends, sondern geben unseren Künstlern kreative Freiheit“, heißt es. Stattdessen stünden Persönlichkeit und Emotion im Vordergrund. Gerade melodische und organische Sounds würden aktuell wieder stärker Menschen erreichen: „Besonders melodische und organische Sounds schaffen heute wieder mehr Atmosphäre, Tiefe und Verbindung.“ In Kombination mit „groovigen Drums“ entstehe „eine Mischung aus Energie und Gefühl, die Menschen berührt und dem Alltag entfliehen lässt“. Genau darin sehe man „die Magie unserer Musik“.

Spannend findet das Team aktuell vor allem die zunehmende Verschmelzung verschiedener Stilrichtungen innerhalb elektronischer Musik. „Künstler kombinieren unterschiedliche Einflüsse und schaffen dadurch eigenständige Sounds – intern nennen wir das ‚Crossover House‘.“ Zwar werde dadurch die klassische Genre-Zuordnung schwieriger, besonders auf Streaming-Plattformen, dennoch bewertet OPID diese Entwicklung positiv: „Daraus kann spannende, frische und emotionale Musik entstehen.“ Neben dem musikalischen Aspekt spielt für das Label auch die persönliche Ebene eine zentrale Rolle. „Gemeinsame Werte und eine klare Vision sind fast genauso wichtig wie die Musik selbst.“ Gemeinschaft, Zusammenhalt und Authentizität stünden klar im Fokus – „nicht Ego oder schnelle Aufmerksamkeit“. Gesucht würden Künstler „mit eigener musikalischer Handschrift statt trend-orientierter Produktionen“. Auch bei aktuellen Diskussionen rund um KI und Ghostproduction positioniert sich das Label klar: „Wir glauben weiterhin an echte Persönlichkeit, Emotion und kreative Individualität als Grundlage nachhaltiger Musik.“

Zu den wichtigsten Artists des Labels zählen aktuell Lorenzo al Dino, Michael Nowak und T.Markakis. „Insgesamt haben wir bereits 18 Künstler aus verschiedenen Ländern veröffentlicht, die unsere Vision und Leidenschaft für House Music teilen.“ Besonders stolz ist man dabei auf die enge Zusammenarbeit innerhalb der Community. „Von Anfang an wollten wir mit OPID Records mehr als nur ein klassisches Label schaffen – nämlich eine echte Community.“ Deshalb unterstütze man die Artists nicht nur musikalisch, sondern auch „mit Wissen rund um Musikbusiness, Vermarktung und Releases“. Vertrauen, Ehrlichkeit und Zusammenhalt stünden dabei „immer im Mittelpunkt“. Auch die kommenden Monate bleiben spannend: Im Juni erscheinen mit „Pulse Raw“ von T.Markakis sowie „Echos of Drops“ von Neuzugang Mirko Mon zwei neue Releases auf OPID Records. Darüber hinaus möchte das Label den Fokus künftig verstärkt auf eigene Events legen und die Community rund um OPID weiter ausbauen.

Aus dem FAZEmag 172/06.2026
Text: Triple P
www.instagram.com/opidrecords